Lehrsammlung antiker Keramik am Institut für Archäologische Wissenschaften der RUB




Die Lehrsammlung antiker Keramik am Institut für Archäologische Wissenschaften der RUB ist vornehmlich eine Lehr- und Studiensammlung. Sie umfasst mit mehr als 20 000 Scherben ein breites Spektrum der antiken griechischen Keramikproduktion aus sechs Jahrtausenden – vom Neolithikum bis in osmanische Zeit. Sie ist damit die größte derartige Sammlung an einer deutschen Universität. Sie geht zurück auf eine Schenkung des früheren Bochumer Ordinarius für Klassische Archäologie, Prof. Dr. Hans Lauter (*1940, † 2007). Seit 2011 befindet sich die Sammlung in den neuen Räumen des Instituts für Archäologische Wissenschaften Am Bergbaumuseum 31, 44791 Bochum. Seit 2013 ist die Lehrsammlung antiker Keramik Mitglied im Netzwerk der Bochumer Wissenschaftlichen Sammlungen (BOSCOL).
Die außerordentliche vielfältigen Formen und Techniken antiker Keramiken erlauben es, sie räumlich und zeitlich mit einem unterschiedlichen Grad von Genauigkeit zu verorten. Während feine bemalte Keramiken der geometrischen, archaischen und klassischen Zeit (10.-4. Jh. v. Chr.) auf Grund ihres reichen, oftmals figürlichen Dekors in der Regel bestimmten Landschaften und Zeiten sehr genau zuzuordnen sind, gilt dies für einfache Gefäße des täglichen Gebrauchs nicht in gleichem Maße. Da solche Gebrauchskeramiken aber in jeder Ausgrabung die Hauptmenge aller Funde ausmacht, bilden sie unentbehrliche ‘Leitfossilien’ für die zeitliche Bestimmung einzelner Schichten einer Grabung. Daher ist für jeden Archäologen die gründliche Kenntnis der typischen Fein- und Gebrauchskeramiken ‘seines’ Grabungsplatzes unentbehrlich.
Die Bochumer Sammlung dient vor allem der Ausbildung der Studierenden im Zeichnen und Bestimmen antiker Keramik. So lernen die angehenden Archäologen nicht nur den richtigen Umgang mit Grabungsfunden, sondern üben zugleich ihre Klassifizierung und Datierung mit Hilfe der Fachliteratur.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans Lohmann
Institut für Archäologische Wissenschaften
der Ruhr-Universität Bochum
Am Bergbaumuseum 31
44791 Bochum
Tel. +49 (0)234/32 – 24786
E-Mail: hans.lohmann@rub.de

Öffnungszeiten:
Die Sammlung hat keine regulären Öffnungszeiten.



Einige Beispiele aus der Lehrsammlung antiker Keramik am Institut für Archäologische Wissenschaften der RUB:



Lehrs01
1. Wandscherbe eines neolithischen Gefäßes mit Fingertupfenleiste (4. Jahrtausend v. Chr.)
2. Wandscherbe eine frühmykenischen Gefäßes mit Schuppenmuster (16. Jh. v. Chr.)
3. Fragment einer attisch-schwarzfigurigen Lekythos (6. Jh. v. Chr.)
4. glasierte frühislamische Keramik (15. Jh. n. Chr.)
Lehrs02
5. Fragment eines sog. ‘megarischen Bechers’. Diese halbkugeligen Trinkgefäße bilden eine besondere Gattung der hellenistischen Feinkeramik. Sie besaßen keinen Fuß oder Standring, sondern wurden auf ‘ex' getrunken und kopfüber abgestellt. Ihre Produktion setzt in der zweiten Hälfte des 3. Jhs. v. Chr. in Athen ein und verbreitete sich rasch. Ihr Name beruht auf der überholten Annahme, es handele sich um spezielle Töpfereierzeugnisse der Stadt Megara. Die megarischen Becher sind nicht auf der Töpferscheibe sondern aus Matrizen abgeformt und stellen mit dieser Technik eine Vorstufe zu den römischen Sigillaten dar, die jedoch einen einheitlichen rotglänzenden Überzug besitzen.