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Lehrprojekte

(Virtuell) vor Ort - Virtual Reality an Gedenkstätten und in der Lehre

Virtual-Reality-Anwendungen mit Geschichtsinszenierungen werben damit, die Vergangenheit „erfahrbar" oder „erlebbar" zu machen. Die virtuelle Umgebung wird dabei, so die dazugehörige Werbung, akribisch und detailliert nachgebaut, um als "authentisch" wahrgenommen zu
werden. Das Projekt beschäftigt sich mit dem Einsatz der Virtual Reality-Technologie an Gedenkstätten - sowohl theoretisch als auch praktisch. Die Studierenden setzen sich mit der VR-Technologie und ihrer aktuellen Rolle in der Geschichtsvermittlung auseinander. Sie lernen dabei geschichtsdidaktische Grundlagen und Grundzüge der Digital Holocaust Education kennen. Zudem ist Ziel des Projektes, dass die Studierenden in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum in Köln eigene Prototypen für eine virtuelle Gedenkstätte entwickeln. Die Studierenden arbeiten damit produktions- und handlungsorientiert und lernen technische Tools kennen, mit denen sie Konzepte für eine VR-Anwendung nicht nur entwickeln, sondern auch umsetzen.

Beteiligte: Elena Lewers

Laufzeit: 2022

Gefördert durch: 5x5000 Wettbewerb von RUBeL 

#history - Geschichte(n) erzählen mit dem Smartphone

In ihrem Alltag und ihrer Freizeit nutzen Studierende täglich unterschiedlichste soziale Medien. Auch für geschichtsvermittelnde Institutionen sind sie für das Erschließen neuer sowie den Kontakt zu bisherigen Zielgruppen nicht erst seit der Pandemie immer wichtiger geworden. Allein #history wurde auf Instagram 40 Mio. mal geteilt und auf TikTok 15,5 Mrd. mal aufgerufen.

Die durch 5x5000 geförderte Praktische Übung zu Geschichte in sozialen Medien richtet sich an Studierende im zweiten B.A.-Studienjahr (max. 30). Sie ist in ein Modul eingebettet, das der Orientierung in verschiedene Berufsfelder für Historiker*innen und dem Erwerb berufsfeldorientierter Arbeitstechniken dient. Ziel ist, dass die Studierenden Geschichtsdarstellungen in sozialen Medien (v.a. Instagram, TikTok, Twitter, Messenger) einordnen sowie unter Berücksichtigung der medialen Eigenlogiken selbst produzieren können.

Die Übung vermittelt Grundkenntnisse zu Geschichtstheorien, -reflexion und -didaktik und ermöglicht deren praktische Anwendung in sozialen Medien. Die Studierenden lernen nicht nur verschiedene soziale Medien und Formen der Geschichtsdarstellungen kennen, sondern können diese kritisch reflektieren, Möglichkeiten und Grenzen der Geschichtsvermittlung erkennen und selbst nutzen. Die Studierenden setzen sich beobachtend mit den Anwendungen auseinander und werden durch Workshops externer Referent*innen zu u.a. Wissenschaftskommunikation, Storytelling und Communitymanagement auf die Entwicklung eigenständiger Produkte vorbereitet. Die Produktionsphase bildet den Kern der Übung. Sie ist als offener Testraum konzipiert, in dem die Studierenden ohne Leistungsdruck verschiedene Medien und Tools ausprobieren, Formate erproben und eigene Präferenzen entwickeln können.

Beteiligte: Mia Berg, Theresa Hiller, Elena Lewers, Helen Bittner

Laufzeit: 2021-2022

Gefördert durch: 5x5000 Wettbewerb von RUBeL 

EDIT - gEschichte DIgiTal produzieren

Das Projekt beschäftigt sich mit der digitalen Vermittlung von Geschichte in schulischen wie außerschulischen Zusammenhängen. In zwei Onlineseminaren im M.Ed. Geschichte und dem M.A. Public History beschäftigen sich die  Studierenden im SoSe 2021 mit der Analyse, Bewertung und Produktion von digitalen Vermittlungsangeboten. Die M.Ed.-Studierenden setzen sich theoriebasiert und praxisorientiert mit digitalen Lernangeboten für den Geschichtsunterricht am Beispiel der digitalen Lernplattform MiBLabor auseinander. Angebunden an ein geschichtsdidaktisches Forschungsprojekt entwickeln sie mit dem Tool H5P aus videographierten Oral-History-Interviews selbständig digitale Lernmodule. Die Studierenden im M.A. Public History beschäftigen sich mit der Nutzung von Virtual Reality in historischen Museen am Beispiel der für 2022/23 vom LWL-Landesmuseum geplanten Ausstellung „900 Jahre Barbarossa“. Für den Ausstellungstandort Schloss Cappenberg entwickeln die Studierenden Konzepte für VR-Angebote mit Hilfe des Tools thinglink. Durch die anhaltenden Einschränkungen für Kultureinrichtungen und der damit verbundenen Initiative #closedbutopen erhält das Seminarthema eine zusätzliche Relevanz.

Beteiligte: Christian Bunnenberg, Theresa Hiller, Elena Lewers, Helen Bittner, Marlen Farina

Laufzeit: 2021

Gefördert durch: 5x5000 Wettbewerb von RUBeL 

Aktuelles

Kriegsgezwitscher - Ein Twitterprojekt zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71

Im Projekt "Kriegsgezwitscher – Twitterprojekt zum Krieg 1870/71" soll im Rahmen eines sogenannten "Reentweetment" die Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges auf dem Twitter-Account @Krieg7071 in Echtzeit aus verschiedenen Perspektiven (nach)erzählt werden, auf den Tag, die Stunden oder am besten die Minute genau – nur 150 Jahre zeitversetzt. Den Followern des Twitter-Accounts sollen so Einblicke in den Krieg und die damit verbundenen Erlebnisse, Erfahrungen und Wahrnehmungen der Zeitgenossen ermöglicht werden. Zugleich werden die Möglichkeiten zur chronologischen Darstellung auf Twitter genutzt, um den Krieg mit seinen Phasen dichter Ereignisfolgen und ereignisarmer Abschnitte in ihrer zeitlichen Dimension nachvollziehbar darstellen zu können. Grundlage für die Tweets auf dem Twitter-Account @Krieg7071 sind zeitgenössische Quellen und Darstellungen von beteiligten Personen und weitere Texte, die eine Kontextualisierung ermöglichen. Das Projekt wird gemeinsam von Prof. Dr. Tobias Arand (PH Ludwigsburg), Prof. Dr. Christian Bunnenberg und Studierenden aus Ludwigsburg und Bochum realisiert.

Kooperationspartner: Prof. Dr. Tobias Arand (PH Ludwigsburg)

Laufzeit: 2020-2021

Phase: in Public History angeleitet soziale Wirklichkeit erforschen

Kern des Vorhabens ist es, den im Rahmen des Projekts "ABC - Abseits des Curriculums" (gefördert durch das Universitätsprogramm "Forschendes Lernen") von den Erziehungswissenschaften entwickelten, in der Lehre eingesetzten und evaluierten Selbstlernkurs (Moodle) zur Einführung in Methoden der qualitativen Sozialforschung für die Anforderungen des neuen Masterstudiengangs "Public History" zu adaptieren. Es erfolgt also ein Transfer von der Erziehungs- in die Geschichtswissenschaft sowie von der Bachelor- auf die Masterstufe. Bei dem Kurs handelt es sich um eine interaktive und handlungsorientierte Einführung in Methoden der emprisch-qualitativen Sozialforschung. Die Auseinandersetzung mit den Kursinhalten befähigt Studierende sich eine eigene Forschungsfrage zu wählen und diese in kleinem Rahmen empirisch zu bearbeiten (z.B. durch die Entwicklung eines Interviewleitfadens und die Durchführung, Transkription und Reflexion eines Interviews). Studierende des Masterstudiengangs "Public History" bewegen sich perspektivisch in potenziellen Berufsfeldern (z.B. Museen), für die Grundkenntnisse in qualitativer Sozialforschung in zunehmendem Maße erforderlich sind (z.B. Besucher- und RezipientInnenforschung). Insofern ist der interdisziplinäre Ansatz hier leitend, um erziehungswissenschaftliches Wissen auf die Geschichtswissenschaft und ihre speziellen Anforderungen zu übertragen.

Projektpartner: Prof. Dr. Sandra Aßmann, Institut für Erziehungswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum

Gefördert durch: Universitätsprogramm "Forschendes Lernen" der RUB

Laufzeit: 2018-2019

Publikationen

  • PHase - In Public History angeleitet soziale Wirklichkeit untersuchen, in: Straub, Jürgen/Plontke, Sandra/Ruppel, Paul Sebastian/Frey, Birgit/Mehrabi, Flora/Ricken, Judith (Hrsg.): Forschendes Lernen an Universitäten. Prinzipien, Methoden, Best-Practices an der Ruhr-Universität Bochum. Wiesbaden 2020, S. 137-145. (zus. mit Sandra Aßmann, Andrea Blome, Jörg Maack)