Jan Lemmer, geboren am 21.11.1997, studierte zwischen 2017 und 2020 den 2-Fach-Bachelor Geschichte und PWG (Politologie, Wirtschaft, Gesellschaft) und von 2020 bis 2022 Geschichte mit dem Ergänzungsbereich Kunstgeschichte und Archäologie im Master an der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkte lagen dabei auf der Untersuchung sozialen Handelns, der Aufarbeitung mittelalterlicher Geschichtsschreibung und der theoretischen Reflexion des wissenschaftlichen Zugriffs auf solche Quellen. Seine Abschlussarbeiten befassten sich mit Bild und Struktur mittelalterlicher Handlungsmaximen Friedrichs von Arnsberg (Bachelor) sowie mit der gleichgerichteten Analyse von zwischen Region und Reich verorteten Bischöfen (Master). Sein Forschungsschwerpunkt liegt im 9.-14. Jahrhundert. Er befasst sich primär mit politischer Reichsgeschichte, Westfälischer Landesgeschichte, Geschichtstheorie sowie Geschichtsrezeption.
Während des Studiums arbeitete Jan Lemmer zunächst von 2018 bis 2020 als Tutor für das Integrierte Proseminar (IPS) an der Ruhr-Universität Bochum sowie als Studentische Hilfskraft im Archiv (Dr. Sabine Happ) der Universität Münster. Von 2019 bis 2020 war er daneben als Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für die Geschichte des Früh- und Hochmittelalters und Historische Hilfswissenschaft (Prof. Dr. Gerhard Lubich) beschäftigt. Nach seinem Bachelorabschluss folgten zwischen 2020 und 2022 Anstellungen als Studentische Hilfskraft mit Bachelorabschluss am Archiv der Universität Münster und von 2020 bis 2021 als Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für die Geschichte des Früh- und Hochmittelalters der Universität Bochum. Anschließend war Jan Lemmer von 2021 bis 2022 als wissenschaftliche Hilfskraft an der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz (Projekt: Regesta Imperii, die Regesten der Salier) und 2022 parallel als Tutor (wiss. Hilfskraft) für den Integrierten Studiengang Bochum-Tours (PD Dr. Jens Lieven) angestellt.
Nach seinem Masterabschluss arbeitete er zwischen 2022 und 2023 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Regesta Imperii der Akademie er Wissenschaften und Literatur Mainz und übte in dieser Zeit mehrere Lehraufträge an der Universität Bochum aus. 2023-2025 entstand an der Universität Köln im GRK 2212: "Dynamiken der Konventionalität" seine Dissertation mit dem Titel "Die rechte Hand des Herrschers. Aufstieg und Handlungsmöglichkeiten königlicher Erzkanzler im 11. und 12. Jahrhundert". Nach Begutachtung der Arbeit durch Prof. Dr. Étienne Doublier (Köln), Prof. Dr. Gerhard Lubich (Bochum) und Prof. Dr. Bernd Schneidmüller (Heidelberg) wurde das Verfahren erfolgreich am 18.12.2025 durch eine Disputatio dreier von der Dissertation unabhängiger Thesen abgeschlossen. Von Januar bis April 2025 absolvierte Jan Lemmer im Rahmen des GRK einen Forschungsaufenthalt bei Prof. Dr. Nicolangelo D'Acunto (Università Cattolica del Sacro Cuore Brescia/Milano).
Seit 2026 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Regesta Imperii und ist mit der Neubearbeitung der Regesten Kaiser Konrads II. betraut.
Zusammen mit Jun.-Prof. Matthias Weber und Dr. Daniela Bianca Hoffmann gründete er 2023 den Arbeitskreis "Körper und Geistlichkeit im Mittelalter".
In Vorbereitung
Aufsätze/Übersetzungen
Um 1200: Als das Reich die Region erfand. Die Entstehung Westfalens in den strukturellen Konflikten Kölner Erzbischöfe des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Geis, Lioba; Doublier, Étienne (Hrsg.): Engelbert von Berg (†1225). Ein Kölner Erzbischof in Beziehungsgeflechten und Konflikten (Geschichte in Köln – Beihefte. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte), Köln 2026 [eingereicht].
Erzkanzler zwischen Funktionen, Netzwerken und Politik? Rainald von Dassel, die Formierung Europas und die Rolle eines Erzbischofs im 12. Jahrhundert, in: Ciccopiedi, Caterina; Doublier, Étienne (Hrsg.): Ein Europa der Bischöfe? Wege und Möglichkeiten der Erforschung von Bischöfen in überregionaler Perspektive (10.–12. Jahrhundert), Rom 2027 (Nuovi Studi Storici) [eingereicht].
Lexika/Handbücher
Rezensionen
Tagungsberichte
Radiobeiträge
Vorträge
03.06.2027, Kiel: Bekannt und kurz gesagt? Über das Fehlen einer "Kölner Bistumschronistik" im 11. Jahrhundert [Tagung Bistumschronistik].
16.02.2027, Aachen: Die unsagbare Vergangenheit. Codierungsstrategien in historiographischen Werke an der Wende vom Hoch- zum Spätmittelalter (13. Jh.).
27.11.2026, Bielefeld: Aufstiegsgeschichten? Die Grafen von Ravensberg und die Gruppe der „Westfalen“ am königlichen Hof (ca. 1145-1220).
26.11.2026, Dresden: „Nec placere presentibus, nec posteris placiturum“. The Protest of Rainald of Dassel against Bernard’s Ban on the Wearing of Fur.
23.06.2026, Aachen: Rainald von Dassel, das Reich und Europa. Überlegungen zum Wirken eines Erzkanzlers in den Krisen des 12. Jahrhunderts.
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