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Zitat des Monats

April 2022: 

"Der Anfang des Evangeliums Mahomets, des Sohnes Gottes und höchsten Propheten, lautet: Waschet euch, reiniget euch". Diese Vorschrift hält dieses Volk ganz stur ein und wäscht die geheimen Teile des Körpers täglich.

aus: Otto von Freising, Chronica siva historia de duabus civitatibus, ed. Franz-Josef Schmale (FSGA 16), Darmstadt 1960, Buch VII, 7-8, Zeile 25-28, S. 511.


März 2022: 

Presul discretissime, veniam te precor, 

morte bona morior, dulci nece necor,

meum pectus sauciat puellarum decor,

et quas tactu necqueo, saltem corde mechor

 

Sehr erhabener Kirchenfürst [Erzbischof Reinald von Dassel], ich bitte dich um Vergebung

ich sterbe einen schönen Tod, ende im süßen Ende;

der Reiz der Mädchen wühlt mein Inneres auf, 

und mit denen ich es nicht im Fleische kann, lasse ich mich doch im Herzen ein.

 

(Der Archipoeta, Gedicht X (Vagantenbeichte), ed. Krefeld, S. 83, Vers 6; wahrscheinlich vorgetragen in Pavia (Spätherbst 1163) vor dem Kölner Erzbischof Reinald von Dassel


Januar 2022: 

An seiner Spitze [eines «Barbarenverbandes» im Jahr 405 n. Chr.] stand der Gote Radagaisus, den unsere Überlieferung als einen der übelsten Gesellen zeichnet, die die ,Völkerwanderung‘ überhaupt hervorgebracht hat, «ein Heide, Barbar und warhaftiger Skythe, der [...] das Morden selbst beim Morden liebte».

 

aus: Meier, Mischa: Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr., 7. Auflage, München 2021, S. 207.


Dezember 2021: 

"Et quia fragilitas carnis sine aliqua contagione non valet esse, a capitalibus se criminibus abstineat et in sollempnitatibus universis mundiciam servet."
(Und weil die Schwachheit des Fleisches nicht vor Ansteckung bewahrt werden kann, enthalte man sich schwerer Vergehen und bewahre an allen Festtagen Reinheit.)


aus: Thietmar von Merseburg, Chronik I 25, ed. R. Holtzmann (MGH SS rer. Germ. N. S. 9), Berlin 1935, S. 32.



November 2021: 

"Ipse autem, quamvis fessus, multis ex eis fusis, tandem gladium sumit et potiori hostium cum his verbis tradidit: ,Accipe' inquit, hunc gladium et defer domino tuo, pro quo signo victoria illum teneat imperatorique amico transmittat, quo sciat aut hostem occisum irridere vel certe propinquum deflere"

aus: Widukindi monachi Corbeiensis rerum gestarum Saxonicarum libri tres 1. III c. 69, ed. von Paul Hirsch und Hans-Eberhard Lohmann (MGH SS rer. Germ, 60), 5. Auflage, Hannover 1935, S. 144.

 

Oktober 2021: 

Noch aber konnte sich Chlodwig seines neuen Reiches nicht sicher sein, noch lebten zu viele männliche Mitglieder seiner Sippe, die sich ebenfalls die Königswürde zugelegt hatten. Einen nach dem anderen tötete er mit List und Entschlossenheit, nicht selten eigenhändig, damit "außer seinen eigenen Nachkommen keiner von seinen Verwandten mehr übrig bliebe" (Fredegar III, 27). Die gesamte Familie von König Sigibert, der über die am Rhein bei Köln siedelnden Franken regierte, wurde ermordet. Am Ende habe Chlodwig darüber geklagt, dass er nun keine Verwandten mehr habe, die ihm im Notfall Hilfe bieten könnten. "Aber", so der Chronist, "er sprach dies nicht aus Schmerz um den Tod derselben, sondern aus List, ob sich vielleicht noch einer fände, den er töten könne." (Gregor von Tours II, 42)

aus: Stefan Weinfurter: Das Reich im Mittelalter. Kleine deutsche Geschichte von 500 bis 1500, München 2008, S. 14 f.