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Abgeschlossene Forschungsprojekte

Prof. Dr. Maren Lorenz
Protoeugenisches Denken in Westeuropa und den USA (1750-1870) - Zum Zusammenhang von Wissenstransfer und Staatsutopie

Untersucht werden transnationale Prozesse der Genese und Verbreitung proto-eugenischer Konzepte seit der Spätaufklärung. Vor dem Hintergrund unterschiedlich verlaufender Entwicklungen in Frankreich und deutschem Reich (1750 - 1830) sowie den USA (1820 - 1870), werden die für die Verbreitung solchen Denkens maßgeblichen akademischen und populärwissenschaftlichen Diskurse untersucht. Diese werden primär anhand medizinischer, ökonomischer und literarischer Journale sowie Handbücher verschiedener Disziplinen und Genres analysiert und verglichen. Im Fokus stehen konkrete detaillierte medizinisch-physiologische Konzepte zur Optimierung der Bevölkerung („Menschenzucht“). Gezeigt werden soll einerseits auf Deutschland und Frankreich bezogen, inwiefern diese utilitaristischen Konzepte weit über Frankreich hinaus die Staatsvorstellungen im Vorfeld und Verlauf der französischen Revolution durch den Entwurf eines neuen Bürgerkörpers prägten, andererseits Jahrzehnte später in den USA über den Umweg von Physiognomik und Phrenologie und vor dem Hintergrund der immer drängenderen ‚Rassen’- und der ‚Frauenfrage’, eine extrem protestantisch-normativ geprägte  Immigrations- und Familienpolitik beeinflussten.



Dr. Muriel González Athenas
Die Geschichte des Autonomen Frauen*Lesbenreferats der RUB wird Teil des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF)

Aufarbeitung der (studentischen) autonomen »Frauen- Lesbenbewegung(en)« im Ruhrgebiet“ am Beispiel des Autonomen Frauen*Lesbenreferats der RUB

Seit der Referatsgründung Ende Januar 1979 haben sich zahlreiche Materialien von Flugblättern, über Protokolle, Info-Broschüren, Veranstaltungsflyer, theoretische Beiträge und Tagungsberichte bis hin zu »Spuckis« und einigen Plakaten angesammelt. Wir sichten alle Materialien, ordnen und systematisieren diese und erfassen sie für die Online-Recherche und die META-Datenbank des DDF. Es werden ausgewählte Dokumente und Graue Literatur digitalisiert und eine Chronik über die wichtigsten »Stationen« und Ereignisses der Referatsgeschichte erstellt.

Weitere Informationen zum Projekt

Gefördert von:








Studentische Projekte
Studentisches Initiativprojekt: Rivalität, Ritual, Rassismus – Expeditionen als Methode des Erkenntnisgewinns in Natur- und Kulturwissenschaften (SoSe 2016)

Mit dem Ziel, Studierende bei der Ausbildung eines individuellen Studienprofils zu unterstützen, umfasste das inSTUDIES geförderte Initiativprojekt in der ersten Projektphase die Entwicklung und Durchführung einer eigenständigen, in den Optionalbereich eingebetteten Seminareinheit im Sommersemester 2016 sowie die Konzeption eines eigenständigen Workshops für Schüler_innen der Mittel- und Oberstufe als Ergebnis gruppenorientierter Lernprozesse.

Im Vordergrund standen ausgewählte Forschungs- und Entdeckungsreisen, anhand welcher das Thema Expedition aus einer interdisziplinären Perspektive beleuchtet sowie Charakteristika und Problemfelder verschiedener Methoden des Erkenntnisgewinns im Hinblick auf ihren kultur- und wissenschaftsgeschichtlichen Hintergrund untersucht wurden: Wie wird das Fremde repräsentiert? Was verraten Reiseberichte über zeitgenössisches Denken in der Heimat? Welche Effekte hatten die Reisen auf die Vorstellung der Welt und die Entwicklung der Wissenschaften?

In Kooperation mit dem Alfried Krupp-Schülerlabor entwickelten die Seminarteilnehmenden unter dem Titel „Die Kunst des Reisens. Die Reise als kulturelles Massenphänomen“ ) schließlich ein eigenständiges und nachhaltig verankertes Projektangebot, das von Schulen gebucht werden konnte. Auf diese Weise wurden kritischen Fragestellungen aus dem Seminarkontext zudem in die schulische Lehre übertragen und für eine breitere Zielgruppe aufbereitet, während die Teilnehmenden des Seminars als Multiplikator_innen der behandelten Inhalte von dem reflexiven und praxisorientierten Austausch über das eben erst selbst Gelernten profitieren konnten.

Situiertes Wissen und forschende Praxis: Die Reise als Feld wissenschaftskritischer Überlegungen (WiSe 2016/2017 & SoSe 2017)

Die zweite Förderphase richtet sich in ergänzender Weise an Studierende mit bereits fortgeschrittenem Studienverlauf und umfasst ein zweisemestriges Forschungsmodul im Wintersemester 2016/17 und dem darauffolgenden Sommersemester. In diesem Umfang sollen auch fortgeschrittene Studierende in der Master-Phase die Möglichkeit erhalten, eigene Forschungsprojekte zum Themenfeld Wissenschaft und Reisen zu erarbeiten.

Konzipiert als zweisemestriges Forschungsmodul, dient das Wintersemester einer gemeinsamen Einführung in die theoretischen und methodischen Zugänge zum Oberthema „Reisen und Wissenschaftskritik“. Der inhaltliche Fokus liegt in dieser Projektphase verstärkt auf den Verschränkungen von forschender Praxis, wissenschaftlicher Situiertheit und sozialen Differenzkategorien wie Race, Class und Gender sowie auf der vertiefenden Diskussion (queer-)feministischer und postkolonialer Ansätze unter Rückbezug auf die kulturelle Praktik des Reisens anhand von ausgewählten Quellen.

Im zweiten Semester entwickeln die Studierenden in Kleingruppen eigene Forschungsprojekte gemäß ihrer disziplinären Hintergründe und Interessenlagen. Dabei können die Teilnehmenden sich in transdisziplinären Forschungsteams fächerübergreifend dem Oberthema annähern und gleichzeitig ihre spezifischen methodischen wie theoretischen Vorkenntnisse einfließen lassen und vertiefen.

Den Abschluss bildet ein öffentliches Symposium, auf dem die einzelnen Projektarbeiten der Studierenden präsentiert wurden.

Projektverantwortliche: Yvonne Engel & Maurice Spengler


Die SOIC als „Provokateur“? Die Auβenwahrnehmung der Svenska Ostindiska Kompanie im 18. Jahrhundert durch die Handelsgroßmächte unter Berücksichtigung diplomatischer Quellen zur Porto-Novo-Affäre. (Promos/DAAD)

Der Seehandel hat schon immer eine existentielle Rolle für Schweden gespielt, angefangen mit den „Wikingern“ im 8. Jahrhundert bis hinein in die Gegenwart. In den Jahren 1731 -1813 wurden die Handelsrouten bis nach Ostindien ausgeweitet. Die Gründung der Handelsgesellschaft Svenska Ostindiska Kompanie (SOIC) zur Etablierung einer Handelsroute zwischen Schweden und Ostindien, wurde jedoch von den bereits etablierten Handelsgesellschaften der Groβmächte wie Frankreich, Holland und vor allem England misstrauisch verfolgt. Ob als „offshore-business“ der aus politischen Zwängen aufgelösten Ostend-Kompanie, als „interloper“ auf dem internationalen Teemarkt oder sogar als „Schmuggler“ – die SOIC war im Laufe ihrer 82-jährigen Existenz vielen Vorwürfen und Anfeindungen ausgesetzt.

Die Masterarbeit soll die Ursachen einiger dieser Anschuldigungen in den Fokus nehmen und überprüfen. Im Zentrum des Projekts steht die Analyse der sog. „Porto-Novo-Affäre“, veranlasst durch Engländer und Franzosen, wovon das schwedische Kontor im ehemals portugiesischen Hafen Porto Novo betroffen war. Hintergrund des Angriffs auf die SOIC bildete die Anschuldigung, diese sei aufgrund der hohen Anzahl britischer Schiffsbesatzungen nicht als schwedische Kompanie zu legitimieren.
Das Projekt wird aufgrund der Notwendigkeit von Recherchen innerhalb schwedischer Archive nach erhaltenen bzw. passenden Quellen ebendort durchgeführt und in einer Laufzeit von 6 Monaten durch ein Promos-Stipendium des DAAD gefördert.

Projektverantwortliche: Christin Simons