Unter dem Motto „Klang der Seidenstraße“ nahm das Sinfonische Blasorchester der Ruhr-Universität Bochum sein Publikum mit auf eine musikalische Reise entlang einer der bekanntesten Handelsrouten der Geschichte. Zwei Abende lang drehte sich alles um kulturelle Vielfalt, Austausch – und natürlich um Musik, die diese besondere Route von Europa bis nach Ostasien klanglich erlebbar machte.
Den Auftakt machte „We Are!“ aus der Anime-Serie One Piece – energiegeladen, rhythmisch, mitreißend. Genau das Richtige, um das Publikum sofort mitzunehmen. Es folgte ein starker Kontrast mit Verdis Nabucco-Ouvertüre: dramatisch, emotional und mit großem Klang. Von Babylon über Japan bis nach Italien – so schnell reist man selten.
Besonders in Erinnerung blieb Tokyo Adventure, das moderne Metropole und traditionelle japanische Musikstile virtuos verband. Danach wurde es spielerisch: Mit Super Mario Galaxy brachte das Orchester nicht nur den Klang der Spielewelt ins Audimax, sondern auch das Publikum zum Schmunzeln – nicht zuletzt wegen der vielen Mario-, Luigi- und Peach-Hüte, die im Saal zu sehen waren. Den Abschluss der ersten Hälfte bildete die Filmmusik aus Aladdin, die mit ihren orientalischen Klängen schon einen Vorgeschmack auf den „zweiten Teil“ der Seidenstraße lieferte.
Neben der Musik war auch rund ums Konzert einiges los. Trotz rekordverdächtiger Temperaturen – es war wohl das heißeste Sommerkonzert, das das SBR je gespielt hat – war die Stimmung entspannt. Die Gäste wurden gut mit Getränken versorgt, draußen gab es Schattenplätze, gute Laune und eine Menge zu entdecken.
Ein echter Publikumsliebling war der Panda, der vor dem Konzert und in der Pause Süßigkeiten an Kinder verteilte und für zahlreiche Fotos posierte. Auch die Glückskeksaktion kam super an: Zwischen kleinen Gewinnen und netten Sprüchen war für alle etwas dabei. Und dann das Pausensignal – kein Gong, keine Klingel, sondern ein kurzer Schlagwerk-Groove live aus dem Orchester. Besser kann man eine Konzertpause kaum beenden.
Nach der Pause ging es mit Slumdog Millionaire weiter – laut, bunt, lebendig. Das Orchester brachte den Bollywood-Sound ins Ruhrgebiet und zeigte, dass moderne Filmmusik nicht nur zum Film funktioniert, sondern auch im Konzertsaal beeindruckt. Weiter ging’s mit Kung Fu Panda – hier konnte das Orchester nochmal zeigen, wie kraftvoll und bildhaft Musik sein kann. Der Kampf von Po gegen Tai Lung wurde fast greifbar.
Danach wurde es ruhiger: Fantasy of a Japanese Folk Song war poetisch und atmosphärisch, mit feinen Klängen und einer wunderschönen Harfenpassage, die das Publikum spürbar berührte. Den emotionalen Höhepunkt bildete die Musik aus Chihiros Reise ins Zauberland. Mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail wurde die Ghibli-Filmmusik zum Leben erweckt – inklusive Spieluhrmoment und plötzlichem Umschwung, als Chihiro die Verantwortung übernehmen muss. Ein leiser, aber eindringlicher Abschluss.
Ganz vorbei war das Konzert nach diesem Stück noch nicht. Als Zugabe übergab Dirigent Uwe Kaysler seinen Taktstock an Schlagwerker Holger Hensen – und der führte das Orchester durch Gangnam Style von PSY. Ein echtes Highlight zum Schluss. Und wie immer verabschiedete sich das SBR mit: Tief im Westen – Bochum Sinfonisch und ging mit tosendem Applaus des Publikums in die wohlverdiente Sommerpause.
@ Fotos von Taken for You