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Ohne zu übertreiben kann man feststellen, dass die Nutzung von Werkstoffen maßgeblichen Einfluss auf die Herausbildung der menschlichen Zivilisation ausübte. Die Fähigkeit, Materialien für bestimmte Zwecke herzustellen und zu verarbeiten, sicherte nicht nur das Überleben überhaupt, sondern auch die Überlegenheit bei kriegerischen Auseinandersetzungen – ob zum Bauen oder in der Landwirtschaft, im Handwerk oder für die Rüstung. Spätestens ab dem 18. Jahrhundert bildete sich eine technisch-wissenschaftliche Community heraus, die das Materialwissen in Handwerk und Gewerbe, Hochschule und Industrie national und international weiterentwickelte. In diesem Kontext kam es zur Gründung von materialwissenschaftlichen und –technischen Vereinen, deren Zahl sich – spiegelbildlich zur Ausdifferenzierung der Werkstoffe des Industriezeitalters – immer weiter vergrößerte.

Der Geschichtsausschuss der DGM macht sich zur Aufgabe, die historische Bedeutung der Werkstoffe sowohl unter Materialwissenschaftlern als auch unter Historikern sichtbar zu machen. Sie will mit regelmäßigen Aktivitäten dazu beitragen, den vereinzelten Initiativen in der Werkstoffgeschichte der letzten Jahre Kontinuität zu verleihen und diese zu bündeln. Dabei nimmt sie die unterschiedlichsten Aspekte in den Blick (Auswahl):

- Kulturbedeutung der Werkstoffe in der Geschichte
- Material-Wissen und –Technologien
- Technisch-wissenschaftliche Vereine und Verbände
- Werkstoffdisziplinen der Technik- und Naturwissenschaften
- Handwerk und Industrie
- Konsumgeschichte
- Umweltgeschichte der Materialien/Recycling
- Werkstoffe in Rüstung und Krieg



Festschrift der TU Bergakademie Freiberg: 100 Jahre Institut für Metallografie, Metallkunde, Werkstoffwissenschaft & 75 Jahre Fachrichtung Metallkunde/Werkstoffwissenschaft

DGM-Tag 2014: Symposium "Werkstoffe und Materialkunde im Ersten Weltkrieg"

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Als "Krieg der Ingenieure" oder "Krieg der Technik" ist er in die Geschichte eingegangen. Als sich nach der englischen Seeblockade sehr schnell eine Rohstoffknappheit abzeichnete, begann die fieberhafte Suche nach Ersatzstoffen, um die Rüstungsproduktion aufrecht zu erhalten. Merhrere Aluminiumwerke wurden asu dem Boden gestampft. Insgesamt wurde der Krieg zum "Katalysator" in der Werkstoffinnovation, die gleichwohl von zahlreichen Fehlschlägen begleitet war. Parallel wurden die Anstrengungen intensiviert, die Werkstoff-Forschung zu institutionalisiern. In diesem Kontext kam es im Jahre 1917 zur Gründung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Eisenforschung. Das Symposium zielt darauf ab, die Entwicklung der Materialkunde und der Werkstoffe unter den spezifischen Bedingungen des Krieges zu diskutieren.

Beginn:
Montag, 22. September 2014 II 09:30 - 12:30 Uhr
Ort:
Eröffnung - Maschinenhaus, Magdalenenstraße 12, 64289 Darmstadt
Symposium - Welcome Hotel, Karolinenplatz 4, 64289 Darmstadt

Die Teilanhme ist kostenfrei!

Anmeldung und Gesamtprogramm des DGM-Tages: http://www.dgm.de/dgm/dgm-tag-nachwuchsforum


09:30 Uhr
Prof. Hans-Jürgen Christ (Universität Siegen, DGM-Vorsitzender):
Eröffnung des DGM-Tag 2014 (Maschinenhaus)

10:15 Uhr
Prof. Helmut Maier (RUB, Leiter des DGM-FA Geschichte):
Begrüßung zum Symposium (Welcome Hotel)

10:20 Uhr
Dr. Günther Luxbacher (Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte, TU Berlin):
Werkstoffe, Ersatzstoffe und Produktgestaltung im Ersten Weltkrieg

11:00 Uhr
Prof. Helmut Maier (Lehrstuhl für Technik- und Umweltgeschichte, RUB):
Institute der Metallforschung und das Militär (1900 bis 1918)

11:45 Uhr
Kartin Steffen (Nordost-Institut/Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa, Universität Hamburg):
Transnationale Leben. Der Metallforscher Jan Czochralski im Spannungsfeld der Zäsuren des 20. Jahrhunderts

12:30 Uhr
Mittagspause und ab 14 Uhr DGM-Forum


Bericht zum Symposium



Werkstoffwoche 1927



Programmheft zur Werkstoffwoche 1927



Arbeiten zur Geschichte der Metallkunde