Forschung am Lehrstuhl für Makroökonomik

Am Lehrstuhl für Makroökonomik wird in Bereich „Behavioral and Complexity Macroeconomics“ geforscht. Dieses Forschungsprogramm stellt eine Alternative zur herkömmlichen makroökonomischen Forschung mit sogenannten DSGE-Modellen (dynamic stochastic general equilibrium models) dar.

Die Komplexitätsökonomik versteht die Wirtschaft als komplexes adaptives System, in dem Phänomene auf der Makroebene aus der Interaktion vieler heterogener Agenten entstehen. Solche Systeme sind in der Regel nicht-linear und können komplizierte Dynamiken aufweisen. Aus komplexitätsökonomischer Sicht ist es problematisch, makroökonomische Systeme mit Hilfe von Modellen zu analysieren, die repräsentative Agenten und stabile, eindeutige Gleichgewichte annehmen. Agenten-basierte Simulationsmodelle stellen eine Alternative zu herkömmlichen Gleichgewichtsmodellen dar.

Ökonomische Agenten verhalten sich nicht, wie es das Verhaltensmodell des Homo oeconomicus annimmt. Die Verhaltensökonomik hat vielfach gezeigt, dass Menschen weder völlig rational noch völlig eigennutzorientiert sind. Begrenzt rationales Verhalten ist auch für makroökonomische Zusammenhänge wichtig, in denen Entscheidungsträger häufig mit radikaler Unsicherheit konfrontiert sind, die substanzielle Rationalität unmöglich macht. Für realitätsnahe makroökonomische Modelle ist es daher wichtig zu untersuchen, wie ökonomische Entscheidungen tatsächlich getroffen werden. Dazu können Experimente, aber auch Fallstudien verwendet werden.

Thematisch wird am Lehrstuhl u.a. zu gesellschaftlichen und makroökonomischen Transformationsprozessen geforscht. Dazu zählt unter anderem die Frage, wie ein langfristig nachhaltiges Wirtschaften möglich ist.
Daneben gibt es zahlreiche Einzelprojekte zu anderen Themen wie ökonomischer Methodologie, ökonomischem Denken, Wachstum und Klimawandel, Diffusionsprozesse, komplexe Systeme, monetäre Ökonomik, Segregation, Entscheidungsfindung im Finanzbereich und Arbeitsmarktökonomik.


Der Lehrstuhl ist Mitglied im German Network on New Economic Dynamics (GENED).

RUBex: Ruhr-Universität Bochum Labor für Experimentelle Wirtschaftsforschung

Das Experimentallabor des Lehrstuhls. Informationen zu den Experimenten und die Möglichkeit zur Anmeldung:

RUBex