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Bergbauliche Abwässer – eine weltweit bedeutende Wasserressource kann für die Wasserversorgung genutzt werden


Das FuE-Projekt WaterMiner hat gezeigt, dass bergbauliche Abwässer eine wichtige ergänzende Wasserressource sein können. Auch wenn sich in Bergbaugebieten die Mengen und Orte, wo Wasser gefördert wird, ständig ändern, können bergbauliche Abwässer mit einem geeigneten räumlich-zeitlichen Wassermanagement als Brauchwasser oder Trinkwasser genutzt werden.

Bergbau geht meist mit der Förderung großer Wassermengen einher, die bisher überwiegend ungenutzt abgeleitet wurden. Das FuE-Projekt „Räumlich-zeitlich abgestimmte Kreislaufführung und Wiederverwendung bergbaulicher Abwässer am Beispiel eines urban geprägten Bergbaugebietes - WaterMiner“ wurde 2016 gestartet, um die Nutzbarkeit bergbaulicher Abwässer beispielhaft zu untersuchen.

Das Projektgebiet liegt in Ha Long im Norden Vietnams. Dort wird Steinkohle im Tagebau und untertägig abgebaut. Aufgrund der Lagerungsverhältnisse der Kohle ändert sich der Abbau im Projektgebiet fortlaufend. Mit längerfristiger Perspektive werden die Tagebaubetriebe im Rahmen eines Strukturwandels der Region zugunsten Umwelt- und Naturschutz und Tourismus stillgelegt.

Dementsprechend fallen die bergbaulichen Abwässer und Oberflächenabflüsse räumlich und zeitlich stark veränderlich an, was besondere Konzepte für eine Nutzung erfordert. Auf der anderen Seite ist der im Projektgebiet stark zunehmende Tourismus mit einem steigenden Wasserbedarf verbunden und ist ein möglicher Nutzer aufbereiteter bergbaulicher Abwässer.


Links: Bergbau (Foto: U+Ö), Rechts: Tourismus in Ha Long (Foto: Hien Phung Thu/Shutterstock.com)

Für die Entwicklung von Konzepten zur Nutzung der bergbaulichen Abwässer wurde eine räumlich-zeitliche Analyse mit Hilfe eines Stoffstrommodells und Geoinformationssystemen entwickelt. Sie ermöglicht die Betrachtung und das Management der im Bergbau stark veränderlichen Abwasserströme, des Bedarfes an Hilfsstoffen und Energie bis hin zu den auftretenden Kosten und Erlösen für die Wassernutzung.

Ein weiterer Aspekt des FuE-Projektes war das möglichst umweltverträgliche Management von Oberflächenabflüssen im Projektgebiet. Hierfür wurde ein Konzept für die Reduzierung von Sedimenteinträgen und die Abtrennung von Kohlestäuben entwickelt. Weiterhin wurde die Nutzung der im Laufe des Abbaus entstehenden Restseen für die Speicherung und Nutzung von Oberflächenwasser betrachtet.

Insgesamt konnte gezeigt werden, dass gereinigtes bergbauliches Abwasser einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des steigenden Wasserbedarfes in Ha Long darstellt und ein verbessertes Oberflächenwassermanagement einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz in der Ha Long Bucht (UNESCO Weltnaturerbe) leisten kann.

Beteiligte am aktuellen Projekt WaterMiner sind: U+Ö Umwelttechnik und Ökologie im Bauwesen, Ruhr-Universität Bochum; Dresdner Grundwasserforschungszentrum (DGFZ); LUG Engineering GmbH; Fachgebiet Umweltökonomie, Universität Koblenz-Landau; Ribeka GmbH und Disy Informationssysteme GmbH.

Das FuE Projekt fand in enger Kooperation mit dem vietnamesischen Bergbauunternehmen VINACOMIN Vietnam National Coal – Mineral Industries Holding Corporation Limited statt. Die Ergebnisse der Forschung wurden am 25.10.2019 auf einem gemeinsam mit dem Partner VINACOMIN in Ha Long City veranstalteten Abschlussworkshop präsentiert.

In der Nachfolge des Projektes werden Gespräche zwischen VINACOMIN und dem örtlichen Wasserversorger QUAWACO zur Umsetzung der im FuE-Vorhaben entwickelten Konzepte durchgeführt.

Das Verbundprojekt WaterMiner wurde vom BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung (WavE)“ gefördert.