FUNDARE-PREIS

Stiftungen werden in Deutschland immer wichtiger. Der Staat zieht sich angesichts knapper Kassen aus vielen Bereichen des Gemeinswohls zurück. Stiftungen treten an seine Stelle. Technologische, kulturelle und medizinische Umwälzungen werden oft von Stiftern gefördert, die bei der Setzung des Stiftungszwecks nicht auf demokratische Mehrheiten angewiesen sind und daher oft auf völlig neue Ideen setzen können. Viele Stifter haben große Vermögen erworben und wollen der Gemeinschaft, die ihnen den Erwerb des Vermögens ermöglicht hat, etwas zurückgeben.

Um das Stiftungswesen auch in seiner wissenschaftlichen Erforschung zu fördern, hat der Verein "Fundare e.V. - Gemeinnütziger Verein zur Förderung des Stiftungswesens", der seit einigen Jahren die größte deutsche Veranstaltung zum Stiftungsrecht in Bochum ausrichtet, den FUNDARE-Preis gestiftet, der mit 3000,-- € dotiert ist und alle zwei Jahre verliehen wird. Der Preis soll herausragende Leistungen bei der Erforschung des Stiftungswesens in seiner ganzen Breite auszeichnen. Er ist nicht auf das Stiftungsrecht beschränkt. Auch anderen Fächern angehörende, z. B. historische, philosophische, soziologische und wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten zu den Themen Schenken und Stiften können prämiert werden.


  • Preisträger 2017
    Preisträger des FUNDARE-PREISES 2017 ist die Bürgerstiftung Halterner für Halterner. Der Preis wird am 14. November 2017 verliehen.
    Die Stiftung ist im Juni 2006 gegründet worden. Der Stiftungszweck, der bewusst weit gefasst ist und eine hohe Wirkungsbreite entfalten soll, erfasst die soziale Hilfe ebenso wie die Bereiche Bildung und Erziehung, Sport, Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz, Kultur- und Denkmalpflege, öffentliche Gesundheitspflege, traditionelles Brauchtum, Heimatpflege, demokratisches Staatswesen und internationale Verständigung.
    Ihre Ziele verfolgt die Stiftung frei von äußeren Einflussnahmen mit Ideenreichtum und einem hohen Grad an ehrenamtlichem Engagement. Sie werden bei individueller Betroffenheit im Einzelfall – insbesondere bei Menschen in sozialer Not – und darüber hinaus durch operative wie zu fördernde Aktionen und Projekte verwirklicht. Zu den erfolgreichen, nicht selten innovativen Projekten gehören unter anderem „Kein Kind ohne Mahlzeit“, „Meisterschule“ sowie „Netzwerk U 30“ und die „Nikolausaktion“.
    Die Stiftung ist Ausdruck der Verantwortung und des bürgerschaftlichen Engagements Halterner Bürger. Ihr wohnt der in der Verfassung verankerte Gedanke inne, dass Eigentum verpflichtet.
    Fundare e.V. und die Ruhr-Universität Bochum drücken mit der Preisverleihung der Stiftung und allen ihren Unterstützern ihre besondere Wertschätzung aus.

Impressionen von der Preisübergabe:

(Bilder: Nils Althoff)


  • Preisträger 2014
    Der FUNDARE-PREIS 2014 wurde am 5.11.2014 an die Stiftung Bochumer Symphonie vergeben. Mit diesem Preis ist eine Anerkennung für eine außergewöhnliche und beispielgebende Leistung auf dem Gebiet des Stiftungswesens verbunden.
    Die Stiftung Bochumer Symphonie ist am 16.04.2007 begründet worden. Ziel der Stiftung ist es, der Stadt Bochum die Errichtung eines Musikzentrums in der Bochumer Innenstadt zu ermöglichen. Dieses Ziel hat die Stiftung gegen manchen Widerstand und mit großem Ideenreichtum verfolgt. Die Baulichkeiten nehmen konkrete Formen an, der Baufortschritt kann nahezu täglich beobachtet werden.
    In einer in Bochum in dieser Form noch nicht da gewesenen Weise ist bürgerschaftliches Engagement ermöglicht worden. So haben sich bereits 25.000 Bochumer Bürger mit Spenden und zum Teil großen Schenkungen an der Stiftung beteiligt.
    Ein Meilenstein der Stiftungstätigkeit war die Organisation des Grönemeyer Benefiz-Konzertes, das der Stiftung einen Erlös von ca. 500.000,00 € eingebracht hat. Ein weiterer Meilenstein der Stiftungstätigkeit ist die Kooperation mit der Brost-Stiftung, mit deren Hilfe die Einbindung des Musikzentrums in die Kulturregion Ruhr gefördert wird.
    Mit dem Musikzentrum in Bochum wird ein Haus für erstklassige Konzerte, ein Zuhause für die Bochumer Symphoniker und ein für alle Bürger offener Ort der kulturellen und musikalischen Bildung entstehen. Dies alles ist nur möglich durch ein bürgerschaftliches Engagement, das erfolgreich mit dem Instrument einer Stiftung und großem Erfindungsreichtum verwirklicht wird. Vorrangige Aufgabe einer Stiftung ist „Neues in die Welt zu bringen“. Dies ist der Stiftung Bochumer Symphonie, gerade auch auf den von ihr gewählten Wegen, gelungen. Dabei ist nicht nur das Ergebnis, die Errichtung der Baulichkeiten, von Bedeutung. Bereits das ideell und materiell praktizierte Bekenntnis von so vielen Menschen zur Musik als Gegenwartskunst, die nicht nur dem einzelnen Menschen Erlebnisse vermittelt, sondern gesellschaftliche Brückenbauerin ist, hat in Bochum „Neues in die Welt gebracht“.
  • Presseerklärung zur Fundare-Preisverleihung 2014
  • Laudatio anlässlich der Preisverleihung 2014 (Axel Janitzki)

  • Preisträger 2012
    Christoph Metzelder und seine nach ihm benannte Stiftung wurden am 10. Dezember an der Ruhr-Universität Bochum mit dem FUNDARE-PREIS 2012 ausgezeichnet. Mit diesem Preis, der alle zwei Jahre durch den Verein Fundare für hervorragende Leistungen im Stiftungswesen und Stiftungsrecht verliehen wird und mit 3000 € dotiert ist, wird das besondere Engagement des  Stifters und seiner Stiftung für ihr soziales, bildungs- und integrationsförderndes  Engagement gewürdigt. Die Christoph Metzelder Stiftung, die von dem Leitmotiv „Training fürs Leben“ getragen wird, verfolgt das Ziel, Kindern und Jugendlichen ein gelungenes Leben in Würde zu ermöglichen. Sie widmet sich der Bekämpfung der Kinderarmut ebenso wie der gezielten und individuellen Vorbereitung von vernachlässigten Kindern und Jugendlichen auf das Berufsleben. Darüber hinaus wird jungen Menschen mit Migrationshintergrund nicht nur Hilfestellung auf ihrem Schul- und Ausbildungsweg gegeben, sondern auch dabei geholfen, ihr Leben in Deutschland selbstständig zu organisieren. Eine besondere Würdigung erfährt der Umstand, dass Christoph Metzelder seine 2006 gegründete Stiftung bereits in jungen Lebensjahren errichtet und damit früh gesellschaftliche Verantwortung für diejenigen übernommen hat, die ihren Lebensweg aus eigener Kraft nicht ohne Weiteres meistern können. Die damit einhergehende Vorbildfunktion des Stifters erfährt durch die Preisverleihung eine auszeichnungswürdige Wertschätzung.

  • Preisträger 2010
    Der FUNDARE-Preis 2010 wurde im Rahmen der Jahresfeier der Juristischen Fakultät im Januar 2011 zu gleichen Teilen an Dr. Jonas Arnhold und an Dr. Matthias Gantenbrink verliehen. In der Arbeit von Arnhold geht es um die Rolle des Testamentsvollstreckers bei der Gründung und Verwaltung der Stiftung. Gantenbrink befasst sich mit der behördlichen Aufhebung und Zusammenführung von Stiftungen. Die Arbeiten der Preisträger, beide jeweils Dissertationen am hiesigen Lehrstuhl, tragen entscheidend zur Lösung strittiger Fragen, zur Aufhellung von Unklarheiten und damit insgesamt zur rechtlichen Stabilität von Stiftungen bei.