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Dr. Stefan Fraẞ

Lebenslauf

  • seit Oktober 2015 Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Alten Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum
  • seit November 2014 Mitglied im wissenschaftlichen Netzwerk der DFG „Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik"
  • April – November 2015 Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Alte Geschichte der TU Dresden
  • August – November 2014 Post-Doc Stipendiat der Graduiertenakademie der TU Dresden
  • Juli 2014 Promotion zum Dr. phil. an der TU Dresden
  • 2011 – 2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Althistorische Teilprojekt (B1) „Die Investition eigener Ressourcen in die Gemeinschaft von der mittleren Republik bis in die hohe Kaiserzeit" am SFB 804 „Transendenz und Gemeinsinn" an der TU Dresden
  • Sommersemester 2011 Vertretung der Wissenschaftlichen Assistentenstelle am Lehrstuhl für Alte Geschichte der TU Dresden
  • 2008 – 2011 Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Alte Geschichte der TU Dresden
  • 2000 – 2007 Studium der Alten Geschichte, der Mittelalterlichen Geschichte und der Philosophie an der TU Dresden
  • 1999 Abitur am Goethe-Gymnasium Reichenbach (Vogtland)
  • 1980 Geburt in Reichenbach (Vogtland)

 

Forschungsschwerpunkte

Archaisches und Klassisches Griechenland

Im Promotionsprojekt wurde die Bedeutung egalitärer soziopolitischer Strukturen bei der Entstehung staatlicher Ordnungen in der archaischen und klassischen Epoche Griechenlands untersucht. Speziell unter dem Gesichtspunkt der Institutionalisierung vorstaatlicher Strukturen zu genuinen Formen von Staatlichkeit wurde die Besonderheit der Staatsentstehungsprozesse im griechischen Kulturraum herausgearbeitet. Diese Besonderheit – man könnte auch sagen: Einzigartigkeit – wurde vor allem unter Zuhilfenahme von Staatsentstehungsmodellen aus dem Bereich der Soziokulturellen Evolution aufgezeigt.
Darüber hinaus wird im Rahmen des wissenschaftlichen Netzwerk der DFG „Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik" speziell die Bedeutung von institutionalisierter Konkurrenz in der homerischen Volksversammlung und die Bedeutung des demos als ‚dritter Instanz‘ im Sinne von Simmel untersucht.

Frühe bis Hohe Kaiserzeit

Im Rahmen des SFB-Projektes wurde zum einen untersucht, ob es Reflektionen antiker Euergeten über die Gemeinsinnigkeit ihrer Wohltaten gegeben hat. Zum andern ist der Frage nachgegangen wurden, ob es Akzeptanzgrenzen für euergetisches Verhalten einzelner Wohltäter seitens der Gemeinschaft gab und wie die damit verbundenen Konflikte in der Verortung des Gemeinwohls ausgetragen wurden, bzw. durch welche Strategien solche Gemeinwohlkonflikte im Vorfeld einer euergetischen Leistung auch ausgeschlossen werden konnten.

Mittlere Republik bis Hohe Kaiserzeit

Im laufenden Habilitationsprojekt wird der Transfer und die Akzeptanz von innovativem Wissen innerhalb des Römischen Reiches vom 2. Jh. v. Chr. bis ins frühe 3. Jh. n. Chr. untersucht. Besonders die Bedeutung hochmobiler nichtstaatlicher Akteure (etwa Händler, Handwerker, Philosophen, Magier und religiöse Spezialisten aller Art) beim Wissenstransfer soll dabei im Zentrum der Untersuchung stehen.

 

Publikationen

  • Demokratie im Alten Testament? Möglichkeiten der Verortung und Interpretation von 1Sam 8 (in Vorbereitung).
  • Nichts Gutes ist Vielherrschaft“? – Die Bedeutung egalitärer Strukturen bei der Entstehung staatlicher Ordnungen in Griechenland, Diss., TU Dresden 2014.
  • Der Euergetismus als Kunst, es allen recht zu machen. Konflikte um die Gemeinsinnigkeit wohltätiger Leistungen, in: Martin Jehne / Christoph Lundgreen (Hg.): Gemeinsinn und Gemeinwohl in der römischen Antike, Stuttgart 2013, S. 99-118.
  • Thersites – Agamemnons mächtigster Gegner vor Troia? Formen des Konfliktaustrages zwischen der Elite und den unterelitären Schichten in der homerischen Gesellschaft, in: Michael Meißner / Katarina Nebelin / Marian Nebelin (Hg.): Eliten nach dem Machtverlust (Impulse), Berlin 2012, S. 91-110.