Studium ohne Abitur

Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsverfahren

Das Studium ohne Abitur, der Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte, hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Förderung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung ist zu einem zentralen Thema des bildungspolitischen Diskurses geworden - nicht zuletzt angestoßen durch den drohenden Fachkräftemangel und die Reformbemühungen im Kontext des Bologna-Prozesses. Der kontinuierliche Anstieg von Studienanfänger/inne/n ohne Abitur in den letzten Jahren zeigt zudem: Immer mehr Berufstätige wissen um die verbesserten Zugangsmöglichkeiten zu einem Studium und suchen über ihre berufliche Qualifikation den Weg an die Hochschulen.
Nordrhein-Westfalen hat seine Hochschulen besonders weit für Personen ohne Abitur geöffnet und verfügt über großzügige gesetzliche Zugangsregelungen.

Neue Verordnung
Seit dem 07. Oktober 2016 gibt es eine neue Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, die den Hochschulzugang ohne Allgemeine Hochschulreife regelt:
Die "Verordnung über den Hochschulzugang für in der beruflichen Bildung Qualifizierte (Berufsbildungshochschulzugangsverordnung)". Die Ruhr-Universität muß noch eine daran angepasste Ordnung erstellen.

Für Studieninteressierte ohne Abitur ist von Bedeutung: Je nach beruflicher Ausbildung unterscheiden sich die Möglichkeiten im Hinblick auf den Hochschulzugang.

Es wird zwischen drei Gruppen unterschieden:

Gruppe 1: Aufstiegsfortgebildete wie Meister und Techniker

Gruppe 2: Beruflich Qualifizierte mit mind. zweijähriger Berufsausbildung und mind. dreijähriger beruflichen Tätigkeit im Ausbildungsberuf oder in einem der Ausbildung fachlich entsprechenden Beruf (über die „Fachaffinität“ entscheidet die Ruhr-Universität),

Gruppe 3: Ohne fachaffine Ausbildung

  • A. Beruflich Qualifizierte mit mind. zweijähriger Berufsausbildung und einer mind. dreijährigen beruflichen Tätigkeit, die nicht dem Ausbildungsberuf entspricht.
  • B. Studienbewerber/innen ohne Abitur, die einen Familienhaushalt führen und die für die Erziehung eines minderjährigen Kindes bzw. für die Pflege eines Angehörigen verantwortlich sind.

Als berufliche Tätigkeit werden außerdem angerechnet:

  1. der freiwillige Wehrdienst nach dem Wehrpflichtgesetz,
  2. der Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz,
  3. das freiwillige soziale Jahr,
  4. das freiwillige ökologische Jahr,
  5. die Tätigkeit als Entwicklungshelferin oder Entwicklungshelfer im Sinne des Entwicklungshelfergesetzes oder
  6. der Abschluss einer weiteren Berufsausbildung.

In den oben genannten Gruppen handelt es sich um in Deutschland staatlich anerkannte Berufsausbildungen nach den entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen.

Darüber hinaus finden Sie hier wichtige Informationen zu der Bewerbung für einen Studienplatz in Medizin.

Auf den Unterseiten sind für die jeweiligen Gruppen die relevanten Informationen für die Bewerbung um einen Studienplatz aufgeführt. Für alle drei Gruppen ist zu beachten: Die Möglichkeit zum Hochschulzugang bezieht sich an der Ruhr-Universität auf die grundständigen Studiengänge in der Bachelor- und Staatsexamensphase.

Für alle Bewerbergruppen, auch für Meister, ist eine Bewerbung bei der Zulassungsstelle der Ruhr-Universität erforderlich.