Curriculum Vitae: Hanne Leßau
seit April 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt 'Der Nationalsozialismus als biografische und gesellschaftliche Herausforderung. Formen des individuellen Umgangs mit dem Nationalsozialismus nach 1933 und 1945' mit dem Promotionsprojekt 'Entnazifizierungsgeschichten. Die nationalsozialistische Vergangenheit in lebensgeschichtlichen Erzählungen der direkten Nachkriegszeit'
Oktober 2010 - März 2011 Promotionsstipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung
Mitarbeiterin im Ausstellungsprojekt ‚Zuwanderung im Märkischen Kreis’ der Museen der Stadt Lüdenscheid zum Thema ‚Asyl und Zuflucht ausländischer Flüchtlinge nach 1945’
Oktober 2007 - September 2010 wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Zeitgeschichte (Prof. Constantin Goschler)
Oktober 2009 Master of Arts (Geschichte/Gender Studies)
März 2007 Bachelor of Arts (Geschichte/Romanistik)
2004-2009 Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung (Grundförderung)
2003 Abitur an der Freien Waldorfschule Mülheim a. d. Ruhr
1984 geboren in Essen
Forschungsinteressen
- Erfahrungsgeschichte der Entnazifizierung
- Geschichte der Menschenrechtspolitik
- Flucht und Asyl in der bundesrepublikanischen Geschichte
Kontakt
e-mail: Hanne.Lessau[at]rub.de
Tel: 0234 - 32 - 22539
Raum: GA 4/58
Promotionsprojekt "Entnazifizierungsgeschichten. Die nationalsozialistische Vergangenheit in lebensgeschichtlichen Erzählungen der direkten Nachkriegszeit"
Das Promotionsprojekt untersucht den individuellen Umgang der Zeitgenossen mit dem Nationalsozialismus als Bestandteil der eigenen Lebensgeschichte nach 1945. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entnazifizierungsverfahren, die als Ort der Konstruktion lebensgeschichtlicher Erzählungen begriffen werden: In der Entnazifizierung mussten massenhaft Individuen Rechenschaft über ihr Verhalten und ihre Rolle im Nationalsozialismus ablegen. In Abhängigkeit zu den sozialen und institutionellen Bedingungen der Entnazifizierungsverfahren entstanden so spezifische ‚Entnazifizierungsgeschichten’, in denen die Betroffenen eine bestimmte Interpretation der eigenen Lebensgeschichte mit generellen Vorstellungen von der nationalsozialistischen Herrschaft verbanden. Diese Entnazifizierungsgeschichten sollen sowohl mit Blick auf ihren Inhalt als auch auf die sie hervorbringenden Konstruktionsprozesse befragt werden. Dabei stehen insbesondere jene Faktoren im Mittelpunkt der Analyse, die dafür verantwortlich waren, dass sich spezielle Muster der lebensgeschichtlichen Erzählung, sowie eine bestimmte, kollektiv geteilte Vorstellung von der NS-Zeit bildeten. Daran anschließend wird nach der Bedeutung gefragt, die den ‚Entnazifizierungsgeschichten’ für die langfristige Distanzierung der deutschen Gesellschaft vom Nationalsozialismus zukam. Es wird untersucht, inwieweit die in den Entnazifizierungsverfahren entstandenen Muster autobiographischen Erzählens über die NS-Zeit, den individuellen Umgang mit dem Nationalsozialismus während der ersten Nachkriegsjahrzehnte prägten. Damit schließt das Dissertationsvorhaben auch an größere Fragen zur gesellschaftlichen Wirkung der Entnazifizierung und zur Geschichte der Bundesrepublik als ’Nachgeschichte’ des ‚Dritten Reiches’ an.

