Vergabe-Regelungen für zulassungsbeschänkte medizinische Studiengänge: hochschulstart.de

Für Bochum zurzeit: Nur Human-Medizin Staatsexamen

Medizinstudenten Die Regelungen für die Vergabe von Studienplätzen sind zurzeit unterschiedlich, je nach dem ob Ihr Fach bundesweit zulassungsbeschänkt ist, von der Stifung für Hochschulzulassung nur für Hochschulen in NRW vergeben wird oder örtlich zulassungsbeschränkt ist.
Die erforderlichen Durchschnittsnoten bzw. die Wartezeit werden bei zulassungsbeschränkten Fächern nicht in vorhinein festgelegt, sondern stehen erst nach Bewerbungsschluss fest.

Achtung:
Diese Ergebnisse der vergangenen Vergabeverfahren haben immer nur eine sehr begrenzte Vorhersagekraft für zukünftige Verfahren, da sich z.B. Zulassungsregelungen, Studienplatzquoten, Anzahl der Bewerber und Anzahl der verfügbaren Studienplätze ändern können.

Wie vergibt die Stiftung für Hochschulzulassung die Studienplätze bei bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern?

Grundsätzte des Vergabeverfahrens
Für die Ermittlung der erforderlichen Durchschnittsnoten (= für 20 % der Studienplätze) bzw. der Wartezeit (= für 20% der Studienplätze) werden zu jedem Semester die Zeugnisse aller Bewerber einmal nach ihren Noten und zum anderen nach der Wartezeit sortiert.

Somit wird jedes Zeugnis in 2 Listen sortiert: einmal nach Note, einmal nach Wartezeit.
Die jeweils in den Listen oben stehenden Bewerber erhalten einen Studienplatz.

Dabei ergeben sich nach Bewerbungsschluss bestimmte Noten bzw. Wartesemester, die erforderlich sind, um einen Platz zu erhalten. Bewerben sich viele Interessenten, sind bessere Noten erforderlich, bei wenig Bewerbern sind somit nicht so gute Noten erforderlich, um einen Platz zu erhalten.

Studienplatz-Quoten bei den Stiftungs-Fächern

  • Kuchen20% der Plätze erhalten die Bewerber mit den besten Noten
  • 20% der Plätze erhalten die Bewerber mit der längsten Wartezeit
  • 60% der Plätze werden nach einem Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben. 

1. Vergabe nach Durchschnittsnote für die Abitur-Besten

20 % der Studienplätze von jeder Hochschule werden an die Abiturbesten vergeben. Für die Bewerbung können Sie maximal 6 Universitäten benennen. Bei der Auswahl der Abiturbesten konkurrieren Sie mit denjenigen BewerberInnen um die Plätze, die im gleichen Bundesland Abitur gemacht haben ("Landes-NC").

Wenn in der Studienplatzvergabe nach Durchschnittsnote noch Plätze frei bleiben, wird kein Nachrückverfahren durchgeführt. Die freien Plätze werden der Wartezeitquote zugeschlagen.

Ortsverteilung:
Wenn Sie in der Quote für die Abitur-Besten einen Studienplatz erhalten haben, versucht die Stiftung Ihnen an der Uni, die Sie als erste im Zulassungsantrag genannt haben, einen Studienplatz zu geben. Gibt es dort mehr Bewerber als freie Plätze entscheidet die Abiturnote darüber, wer an dieser Uni den Studienplatz erhält ("Hochschul-NC"). Kann Ihr Erstwunsch nicht berücksichtigt werden, versucht die Stiftung Ihnen einen Platz an den nächstgenannten Hochschulen zu geben. An diesen Hochschulen gehen jedoch BewerberInnen vor, die diese Uni als ersten Ortswunsch genannt haben. Das bedeutet, dass Ihre Chancen an den an 2. bis 6. Stelle genannten Unis schlechter ist. Es gibt aber auch mehr oder weniger beliebte Unis...
Wer trotz guter Abi-Note in der Abitur-Besten-Quote keinen Platz bekommen hat, hat aber noch Chancen in der Hochschulquote.

2. Vergabe nach Wartezeit

Für bundesweit zulassungsbeschränkte Fächer und für die Hochschulen in NRW gilt für alle Fächer: 20% der Studienplätze je Hochschule werden nach der Wartezeit vergeben.

Für die Wartezeit gilt: Es wird keine Warteliste geführt, sondern unter den jeweiligen Bewerbern eines Semesters werden die Zeugnisse nach Wartezeit (und Note) sortiert. Die in der Liste obenstehenden Bewerber erhalten die Studienplätze. Die alte Mähr, dass sich mit jedem Wartesemester die Abitur-Durchschnittsnote verbessert, stimmt nicht.
Über die Wartezeit erhalten irgendwann alle BewerberInnen, egal mit welchen Noten, einen Studienplatz, wenn sie während der Wartezeit nicht an einer Deutschen Hochschule eingeschrieben sind.

Ortsverteilung der Stiftung:
Die Stiftung versucht Ihnen auch hier an dem an erste Stelle genannten Hochschulort einen Studienplatz zu geben. Wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden können, entscheiden folgende soziale Kriterien für die Ortsverteilung:

  1. Schwerbehinderte BewerberInnen
  2. Verheiratete oder Alleinerziehende, die an der nächstgelegenen Uni studieren wollen
  3. Besondere Bindunggründe an den Studienort (Sonderantrag nötig)
  4. Bewerber, die bei den Eltern wohnen und am nächstgelegenen Studienort studieren wollen
  5. Alle übrigen BewerberInnen.

Bitte beachten Sie, dass die Zeit, die Sie an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sind oder waren, nicht als Wartezeit gerechnet wird, siehe Parkstudium. Als Wartezeit gilt die Zeit zwischen Abitur und Beginn irgendeines Studiums in Deutschland. Jede Zeit, die Sie an einer Hochschule eingeschrieben sind oder waren, wird Ihnen nicht als Wartezeit angerechnet! Die Wartezeit wird wie folgt errechnet: Datum des Abitur bis Datum der Bewerbung in Halbjahren (Semester) minus der Zeit (in Semestern), in der Sie an einer Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes eingeschrieben waren. Um Wartezeit zu erwerben dürfen Sie sich also nicht für ein anderes Fach an einer deutschen Hochschule einschreiben.
Wartelisten werden nicht geführt, Sie müssen sich jedes Semester neu bei hochschulstart / bei der Hochschule bewerben.

Auch in dieser Quote gilt in bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern:
Wenn in der Studienplatzvergabe nach Wartezeit noch Plätze frei bleiben, wird kein Nachrückverfahren durchgeführt. Die freien Plätze werden der Hochschulquote zugeschlagen.

Wartezeit und Berufsausbildung

Wenn Sie nach Ihrem Abitur eine Berufsausbildung absolvieren oder absolviert haben, so zählt diese Zeit der Berufsausbildung ganz normal als Wartezeit, da Sie nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sind oder waren.

Wenn Sie eine Berufsausbildung vor Ihrem Abitur absolviert haben:
Wenn Sie Ihre Studienberechtigung nach dem 15.01.2002 nach einer Berufsausbildung erworben haben, erhalten Sie 2 Semester Wartezeitverbesserung. Wenn Sie vor diesem Termin Ihre Hochschulzugangsberechtigung nach einer Berufsausbildung erworben haben, bekommen Sie sogar bis zu 4 Semester Wartezeit gutgeschrieben.
Wenn Sie allerdings Ihre Studienberechtigung nach dem 15. Juli 2007 erworben haben, erhalten Sie keine Wartezeitverbesserung mehr.
Es zählen dabei nur Ausbildungen in anerkannten Ausbildungsberufen, Jobben vor dem Abitur allein führt nicht zur Wartezeitverbesserung.

3. Vergabe in der Hochschulquote / Auswahlverfahren der Hochschule (AdH)

60% der Studienplätze jeder Hochschule können die Unis nach eigenen Kriterien vergeben. Für diese Quote können Sie ebenfalls maximal 6 Hochschulen nennen. Die Stiftung meldet Sie an diese Hochschulen weiter. Von den jeweiligen Hochschulen erhalten Sie dann ggf. weitere Informationen.
Eine Bewerbung bei den Hochschulen selbst ist bei bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern nicht möglich.

Welche Bewerber werden den Hochschulen von der Stiftung genannt?
Die Hochschulen können der Stiftung mitteilen, welche BewerberInnen sie für das hochschuleigene Auswahlverfahren genannt bekommen wollen.

Die Kriterien können sein:

  • Bewerber mit guten Abitur-Durchschnittsnoten
  • Gewichtete Einzelnoten im Abitur
  • fachgebundene Studierfähigkeitstests
  • Berufsausbildung oder -tätigkeit
  • Ortspräferenz.

Diese Vorauswahl wird für das Fach Medizin von der Stiftung durchgeführt.

Auswahl unter den so benannten BewerberInnen
Wer den o.g. Filter passiert hat, gelangt ins eigentliche Auswahlverfahren der Hochschulen. In der Regel sind dies BewerberInnen mit relativ guten Durchschnittsnoten im Abitur.

Dabei können die Hochschulen im eigentlichen Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) folgende Kriterien zur Auswahl der BewerberInnen nutzen.

Auswahl nach:

  1. nach der Durchschnittsnote im Abitur,
  2. nach den gewichteten Einzelnoten im Abitur, die über fachspezifische Eignung Auskunft geben,
  3. nach dem Ergebnis von fachspezifischen Studierfähigkeitstests,
  4. nach der Art der Berufsausbildung, Berufstätigkeit oder ehrenamtlichen Tätigkeiten,
  5. nach dem Ergebnis eine von der Hochschule durchzuführenden Gesprächs mit den Bewerberinnen und Bewerbern, das Aufschluss über die Motivation der Bewerber und über die Identifikation mit dem gewählten Studium und dem angestrebten Beruf geben soll,
  6. aufgrund einer Verbindung von Maßstäben der Punkte 1 bis 5.

Im Info der Stiftung und auf der Web-Site finden Sie eine Aufstellung, welche Hochschulen in welchen Fächern Auswahlgespräche anbieten oder weitere Kriterien für die Auswahl der BewerberInnen nutzen: Je nach Ihren Zeugnis-Noten in bestimmten Fächern, Vorkenntnissen, Berufserfahrung oder Praktika, Eignungstest, Auswahlgespräche... haben Sie unterschiedliche Zulassungs- Chancen an den einzelnen Hochschulen.

Aufstellung bei hochschulstart.de im Bewerbermagazin

Lesen Sie daher die Infos der Stiftung und die Web-Seite aufmerksam durch:
http://www.hochschulstart.de/ im Bereich der medizinischen Studiengänge unter "Downloadcenter - Nützliches - Studienplatzangebot zum ... Semester XX/YY".
Sie brauchen immer die jeweils aktuellen Informationen, da sich zum nächsten Jahr Regelungen ändern können. Die Details stehen im jeweils aktuellen Bewerbermagazin.

Was macht die Ruhr-Universität?

Die Ruhr-Universität nutzt den „Test für Medizinische Studiengänge“ (TMS) um die Studiengänge im Auswahlverfahren der Hochschule zu vergeben. Durch die Teilnahme an diesem Test können Sie Ihre Zulassungs-Chancen verbessern, nicht aber verschlechtern.

Mehr zum Auswahlverfahren durch den TMS

Nachrückverfahren und Losverfahren

Ein Nachrückverfahren und ein Losverfahren gibt es bei bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern nur in der Hochschulquote, nicht mehr in den Quoten für die Abiturbesten und die Wartezeit.

Nachrück- und Losverfahren

Härtefälle

Bei den Fächern, bei denen die Stiftung die Studienpläze vergibt, können Sie einen Antrag auf Berücksichtigung des 1. Studienortwunsches stellen. Dabei spielt die räumliche Nähe zur Wunsch-Uni eine Rolle.
Sie können auch einen Härtefall-Antrag und einen Antrag auf Nachteilsausgleich stellen. Die Regeln stehen im Info der Stiftung, sie gelten auch für die örtlich zulassungsbeschränkten Fächer.
Die Kriterien sind allerdings recht hart. Die Stiftung hat ein Merkblatt für Sonderanträge zu Studienortwunsch, Härtefall-Anträgen und Nachteilsausgleich erstellt. Sie finden dieses Merkblatt auf der Download-Seite der Stiftung unter "Downloads - Merkblätter und Übersichten".

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