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Physikalische Chemie II - Laserspektroskopie und
Biophotonik
von der Wasserstoffbrücke zur Zelle
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Willkommen auf
unserer Homepage!
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Prof.
Dr. Martina Havenith |
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Ultrakalte
Moleküle nahe am absoluten Nullpunkt (bei 0,37 K!)
Chemie
an Grenzflächen
Die Chemie an Grenzflächen
ist in den letzten Jahren zunehmend in den Blickpunkt des Interesses
gerückt. Moderne experimentelle und theoretische Methoden
ermöglichen mehr und mehr ein mikroskopisches
Verständnis dieser wichtigen Problemstellung in der Chemie.
Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Laserspektroskopie ein mikroskopisches
Verständnis der Struktur und Dynamik an Grenzflächen
zu erhalten. Dazu werden biomolekulare Grenzflächen wie die
Hydrathülle zwischen Protein und Wasser oder
selbstorganisierte Monoschichten (self assembled monolayers)
untersucht. Dazu wurden neue experimentelle Hilfsmittel entwickelt, um
den Spektralbereich der intra-und intermolekularen Schwingungen, den IR
und THz Bereich für diese Fragestellungen zu nutzen.
1. THz
Untersuchungen der Schwingung in Biomolekülen und
Solvatationsdynamik
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Während es in den
letzten Jahren
einen sehr großen Wissenszuwachs über die Strukturen
von
Proteinen und Biomolekülen gegeben hat, ist gleichzeitig
zunehmend
klar geworden, dass ein volles Verständnis ihrer Funktionen
eine
verbesserte Beschreibung der Dynamik erfordern wird. Während
bei
kleinen Molekülen die Dynamik durch intramolekulare Bewegungen
bestimmt wird, vermutet man, dass die relevanten Bewegungen bei der
Proteindynamik die Gerüstschwingungen und Atmungsschwingungen
sind. Diese Bewegungen beeinflussen das Lösungsmittel, wobei
die
Dynamik des Lösungsmittels wiederum im Gegenzug die
Proteindynamik
beeinflussen kann. Terahertz-Spektroskopie ist in der Lage, diese
großamplitudigen Bewegungen der Biomoleküle direkt
zu
beobachten. Wir konnten in unseren Arbeiten zeigen, dass damit
gleichzeitig auch ein neuer Zugang zu den kollektiven Bewegungen des
Lösungsmittels möglich ist.
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Der THz Bereich, der in den Bereich
zwischen Mikrowellentechnologie und Diodenlasertechnologie
fällt, wird auch als "THz gap" bezeichnet. Die THz
Spektrokopie von Proteinen in Flüssigkeiten wird
zusätzlich erschwert durch die starke Absorption von Wasser in
diesem Spektralbereich. Wir haben bei uns ein leistungsstarkes THz
Germanium Laser Spektrometer entwickelt, mit dem man genaue THz
Absorptionen im Bereich zwischen 1-4 THz messen kann (New p-Ge THz
spectrometer for the study of solutions: THz absorption spectroscopy of
water, Rev. Sci. Instr. 76, 063110 (2005)).
Dadurch sind wir in der Lage, Biomoleküle in ihrer
natürlichen Umgebung zu vermessen und direkt kollektive
Schwingungen auf der Längenskala zwischen 0.3nm-1nm zu
beobachten (aktuelle Arbeiten: Solute
induced retardation of water dynamics probed directly by THz
spectroscopy, PNAS 103, 12301 (2006)
und D.M. Leitner, M. Havenith, M. Gruebele, Biomolecule large
amplitude motion and solvation dynamics: Modeling and probes from THz
to X-rays, Int. Rev. Phys. Chem. 25(4), 553-582 (2006).
Diese Arbeiten werden in
Zusammenarbeit mit Martin Gruebele
und David
Leitner durchgeführt und
wurden vom Human Frontier Science Program
finanziert (Pressemitteilung und weitere
Informationen zu THz Projekten auf unseren Webseiten).
2. Infrarot
Nahfeld-Mikroskopie: Scanning near field infrared microscopy (SNIM)
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Die genaue Bestimmung der
chemischen Zusammensetzung von Oberflächen ist für
viele Bereiche, wie Materialwissenschaften, Mikroelektronik oder die
Untersuchung biologischer Proben von Bedeutung. Viele der
gängigen Techniken benötigen spezielle
Untersuchungsbedingungen wie eine Vakuumumgebung oder
zusätzliche Oberflächenbehandlungen durch
Metallbeschichtung. Ein weiterer experimenteller Zugang für
die markierungsfreie Charakterisierung von funktionellen Gruppen auf
Oberflächen im nm Maßstab bietet die Infrarot
Nahfeld-Mikroskopie.
Mit Hilfe eines selbstentwickelten
IR-OPO konnte in unserer Arbeitsgruppe der Spektralbereich um den
chemisch wichtigen Bereich der O-H und C-H Schwingung erweitert werden.
Damit gelang die markierungsfreie Charakterisierung von verschiedenen
Dotierung in einem Siliziumwafer mit einer Auflösung von 30 nm
(Set-up of a
SNIM: Imaging of sub-surface nano-structures, PCCP 8, 753 (2006)).
Zusätzlich konnten wir damit erfolgreich einzelne Gruppen in
selbstorganisierten Monoschichten spektroskopische charakterisieren mit
einem Volumen von 10-20 Liter: Chemical Imaging of
Microstructured Self-Assembled Monolayers with Nanometer Resolution,
J. Phys. Chem. C 111, 8166 (2007).
Cover-Artikel
(siehe Bild): SNIM-Scanning
near-field infrared microscopy, Annu. Rep. Prog. Chem., Sect.
C: Phys. Chem., 104,
235-255 (2008). |
Diese Arbeiten werden finanziell
durch die DFG (HA2394/12) unterstützt. Sie sind Teil des EU
Programms Marie-Curie Early Stage Research Training school INTCHEM:
Non covalent interactions in chemistry and biochemistry. Weitere
Details siehe auch RUBIN Ausgabe
Herbst 2007: Die
Molekulare Zaubertafel (Artikel als PDF).
Pressemitteilung:
Eine Million Euro
für die Mikroskopie mit Infrarot- und Terahertzstrahlung
-
RUB-Forscher erhalten Förderung aus dem BMBF - Schnelle,
hochauflösende Bilder für Material- und
Biowissenschaften: Zwei Jahre wird das Gerät in Bochum stehen.
Nach der Aufbau- und Testphase zieht es dann in zwei Jahren nach
Karlsruhe um. Am dortigen Elektronenbeschleuniger ANKA wird
die notwendige Breitband-Synchrotronstrahlung erzeugt, mit der das
Mikroskop arbeitet. Dieser Aufbau ist in Deutschland einzigartig.
WINTER COLLEGE ON MICRO AND NANO PHOTONICS
FOR LIFE SCIENCES,
Conference Organizer(s): Directors: Mario Bertolotti (Univ. of Rome,
Italy), Martina Havenith (Ruhr Univ., Bochum, Germany) and Oscar. E.
Martinez (Univ. of Buenos Aires, Argentina); ICTP Local Organizer: J.
J. Niemela, Trieste - Italy, 11 - 22 February 2008.
Pressemitteilung:
Erfinderpreis 2007 verliehen an Prof. Dr. Martina
Havenith-Newen und Dr. Erik
Bründermann im Rahmen der
Veranstaltung: 10 Jahre rubitec - Innovationsgesellschaft der RUB.
3. Biophotonik
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Wir haben eine markierungsfreie
Technik entwickelt, um intrazelluläres Wasser in einzelnen
Zellen zu vermessen. Oxidativer Stress, die Zugabe von Hormonen oder
Medikamenten wie z.B. Insulin kann die interzelluläre
Wasserkonzentration ändern. Dies ist direkt mit einer
Änderung der Proteinsynthese gekoppelt (D.
Häussinger, Biochem. J. 313, 697
(1996)). Wir haben eine Methode entwickelt, mit der wir die
Wasserkonzentration von einzelnen Zellen in Echtzeit messen
können. Mit Hilfe eines Infrarotdiodenlaser wird auf der
Obertonbande des Wassers die Absorption bei 1400 nm vermessen.
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Als erstes Anwendungsbeispiel wurde
die Änderung des Wassergehaltes bei Hepatozyten (Leberzellen)
von Ratten beobachtet. Bei der Verdünnung der
Nährstofflösung HBSS (Hank’s balanced salt
solution) wurde eine Schwellung der Zelle beobachtet, die durch eine
Änderung der Wasserkonzentration gekennzeichnet ist (siehe
auch Pressemitteilung und weitere Informationen
zur Infrarot-Mikroskopie von lebenden Zellen auf unseren Webseiten).
Für
diese Untersuchungen stehen an unserem Lehrstuhl zahlreiche, teilweise einzigartige Laser zur
Verfügung. |
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Kooperationen |
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Bitte beachten Sie, dass Sie die Webseiten
des Lehrstuhls über diese externen
Links verlassen!
Mitglied in
Organisationen
DFG
Forschergruppe FOR 618:
"Die Aggregation kleiner
Moleküle mit präzisen Methoden verstehen - Experiment
und Theorie im Wechselspiel"
Universitätszentrum
Medizintechnik, Sektion 2 - Bildgebung.
Partner
außerhalb der Ruhr-Universität Bochum
M.
Gruebele, Prof., Director of the Center for Biophysics and
Computational Biology,
University of Illinois, Urbana-Champaign
D.
Leitner, Prof., Theoretical and Biophysical Chemistry,
Chemical Physics, University of Nevada, Reno
G.
Scoles, Donner Prof. of Science, Princeton University,
Princeton; Prof. of Biophysics at SISSA, Sincrotrone Trieste
B.
Whaley, Prof., Theor. Chemistry, University of California,
Berkeley
I. Sagi, Prof., Maurecio and
Clotilde Pontecorvo Professorial Chair of Structural Biology, Weizmann
Institute of Science, Israel
M.
Grunze, Prof., Angewandte Physikalische Chemie,
Universität Heidelberg
J. Heberle, Prof.,
Biophysikalische Chemie, Universität Bielefeld
M. Weidemüller, Prof.,
Atomic and Molecular Quantum Dynamics, Universität Freiburg
D.R. Chamberlin, Dr., Agilent
Technologies, Palo Alto
E.E. Haller, Prof., Material
Science and Engineering, UCB und LBNL, Berkeley
I. Hosako,
Dr., NICT, Tokyo, Japan
M. Tani, Prof., Osaka University,
Japan
Partner
innerhalb der Ruhr-Universität Bochum
DFG
Forschergruppe FOR 618
M.
Hofmann, Prof., AG Optoelektronische Bauelemente und
Werkstoffe
W. Sander, Prof., Organische
Chemie II
A.
Wieck, Prof., Angewandte Festkörperphysik
J.
Winter, Prof., Anwendungsorientierte Plasmaphysik
R.A.
Fischer, Prof., Anorganische Chemie II, Organometallics
& Materials
N.
Metzler-Nolte, Prof., Anorganische Chemie I, Bioanorganische
Chemie
D.
Marx, Prof., Theoretische Chemie |
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Intermolekulare
Wechselwirkung oder "Was hält ohne Bindung?" |
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Der Zusammenhalt von
Schneebällen, die Stabilität von Seifenblasen, die
Bildung von Wassertropfen, daß Geckos an der Decke laufen
können: All dies ist eine Konsequenz von intermolekularer
Wechselwirkung. Diese Wechselwirkung verbindet Moleküle ohne
eigentliche chemische Bindung. Sie beeinflußt die
Transporteigenschaften realer Gase spielt aber auch eine entscheidende
Rolle bei der Nahordnung in Flüssigkeiten und der
Kristallisation von Festkörpern.
Eine Sonderstellung nimmt die
Wasserstoffbrückenbindung ein. Sie bestimmt die besonderen
Eigenschaften von flüssigem Wasser und die Kristallisation von
Schneeflocken ebenso wie die Struktur von Proteinen und der DNA. Die
Wasserstoffbrückenbindung ist schwächer als die
chemische, aber stärker als die van-der-Waals-Bindung und ist
stark gerichtet. Dadurch wird die Bindung nicht ständig durch
thermische Fluktuationen zerstört, kann aber mit geringem
Energieaufwand gelöst werden. Dies erlaubt
Veränderungen in andernfalls starren Konfigurationen und
ermöglicht somit z.B. die Replikation des genetischen Codes.
Die bekannte DNA-Doppelhelixstruktur nach Watson und Crick wird durch
Doppel- oder Dreifach-Wasserstoffbrückenbindungen
stabilisiert.
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Eine detaillierte und einfache Einleitung
in unser Forschungsgebiet findet sich in der "Aktuellen Wochenschau": Intermolekulare
Wechselwirkungen mit "unsichtbarem" Infrarotlaserlicht sichtbar gemacht
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Berufschancen
für
Physikochemiker |
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| Erfahren Sie mehr über das Studium mit
Schwerpunkt in Physikalischer Chemie und über die beruflichen
Tätigkeitsfelder von Physikochemikern in
der Broschüre "Das
Berufsbild des Physikochemikers" der Deutschen
Bunsengesellschaft
für Physikalische Chemie! |
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Laser -
Methoden - Experimente |
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