Curriculum Vitae: Marcus Böick
Seit Januar 2011 Promotionsstipendiat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Seit Dezember 2010 Projektmitarbeiter bei der Sächsischen Staatsakademie der Wissenschaften zu Leipzig
Seit Oktober 2010 Lehrbeauftragter am Historischen Institut
Mai/Juni 2010 Kommissarischer Koordinator des Projektes zur Geschichte der Bundesstiftung EVZ
Seit Februar 2010 Promotion an der Ruhr-Universität Bochum
2009 Master of Arts
2007 Bachelor of Arts
2006-2010 Studentische, dann wissenschaftliche Hilfskraft an den Lehrstühlen für Mediengeschichte (Jun.-Prof. Frank Bösch) und Zeitgeschichte (Prof. Dr. Constantin Goschler)
2005 Tutor am Historischen Institut
2004-2009: Studium der Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum
2004 Zivildienst
2003 Abitur am Novalis-Gymnasium Hettstedt
1983 geb. in Aschersleben
Forschungsinteressen
- Geschichte der Transformation nach 1989/90
- Wirtschaftsgeschichte als Kulturgeschichte
- Deutsch-deutsche Geschichte nach 1945
Aktuelle Lehrveranstaltungen
- Keine Lehrveranstaltungen im aktuellen Semester.
Kontakt
e-mail: Marcus.Boeick@rub.de
Tel: 0234 - 32 - 22540
Raum: GA 4/59
Promotionsprojekt "Akteure in der Arena des Übergangs. Die Experten der Treuhandanstalt in den ökonomischen, kulturellen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen 1990-1994"
Die Umgestaltung der kollabierenden sozialistischen Zentralplanwirtschaften hin zu globalen, privatkapitalistischen Wettbewerbswirtschaften war eine zentrale Herausforderung in den jeweiligen Transformationsgesellschaften Ostmitteleuropas, wobei die DDR-Volkswirtschaft und ihre Großbetriebe seit der Wirtschaft-, Währungs- und Sozialunion im Juli 1990 in einer besonderen Situation waren. Eingedenk der folgenden, oft krisenhaften Umbauprozesse (Betriebsschließungen, Entlassungen, Arbeitslosigkeit) waren die zeitgenössischen Perspektiven stark polarisiert; zeithistorisch wurden sie bislang noch kaum thematisiert. Das Dissertationsprojekt ist methodisch an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Kulturgeschichte angesiedelt und bewegt sich perspektivisch in der Konvergenzzone der Geschichten von DDR, alter und neuer Bundesrepublik. Es ist als eine kollektiv-biographische Erfahrungs-, Wissens- und Praxis-Geschichte ökonomischer Experten konzipiert, die die Transformationsprozesse "vor Ort" mitgestalteten: Bei der im März 1990 gegründeten Treuhandanstalt in Ostberlin und ihren 15 regionalen Niederlassungen. Charakteristisch für diese Expertengruppe war dabei einerseits die Vielfalt an verschiedenen biographisch-professionellen bzw. mentalen Vorprägungen, Erfahrungen und Erwartungen; andererseits agierten sie unter dem dem situativen Eindruck des krisenhaften ostdeutschen Wirtschaftsumbaus und in Interaktion mit anderen maßgeblichen Akteursgruppen (Ostbetriebe, Westinvestoren, Banken, Berater, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker, Gewerkschafter, Journalisten, Wissenschaftler). Der von den Treuhand-Experten gestaltete Wirtschaftsumbau erscheint so als ein kompliziertes Alltags- und Massengeschäft unter politisch, ökonomisch, öffentlich wie auch von der Treuhand-Experten selbst erzeugtem Erwartungs-, Zeit- und Handlungsdruck.
Publikationen
- „Aufstand im Osten“? Sozialer und betrieblicher Protest gegen die Treuhandanstalt und Wirtschaftsumbau in den frühen 1990er-Jahren, in: Bingen, Dieter, Maria Jarosz u. Peter Loew (Hg.): Legitimation und Protest. Gesellschaftliche Unruhe in Polen, Ostdeutschland und anderen Transformationsländern nach 1989, Wiesbaden 2011, S. 167-185.
- Grenzgänger des Kapitalismus. Das Westpersonal der Treuhandanstalt, in: Horch & Guck 72 (2011), S. 56-60.
- Die Jüngste als Sorgenkind? Plädoyer für eine jüngste Zeitgeschichte als Varianz- und Kontextgeschichte von Übergängen, in: Deutschland Archiv 1/2011, S. 105-113 (zus. mit Angela Siebold). [Online-Version]
- Schlange stehen für den Kapitalismus, in: Kooperative Berlin (Hg.): Revolution und Einheit. Schlaglichter einer Zeitenwende, Berlin 2010, S. 174-177.
- Im "Säurebad der Einheit". Die Treuhandanstalt in den medienöffentlichen Debatten der frühen 1990er-Jahre, in: Deutschland Archiv 3/2010, S. 425-432.
- Clio-Online-Guide „Deutsche und europäische Zeitgeschichte nach 1945“ (zus. mit Rüdiger Graf), 2010.
- Gefühlte Dissonanz. Zur Entschädigung von NS-verfolgten Musikern in der frühen Bundesrepublik, in: Schmidt, Dörte u. Matthias Pasdzierny (Hg.): Zwischen individueller Biographie und Institution. Zu den Bedingungen beruflicher Rückkehr von Musikern aus dem Exil [2007; ersch. voraussichtlich 2011].

