Marcus Böick

Forschungsinteressen

  • Deutsche und Europäische Geschichte im 20. Jh.
  • Geschichte von Transformationen & Umbrüchen n. 1989
  • Wirtschafts- und Kulturgeschichte
  • Sicherheits- und Kulturgeschichte
  • Theorien der Geschichtswissenschaften

Aktuelle Lehrveranstaltungen

  • Seminar: Eine gescheiterte Demokratie? Die Geschichte der Weimarer Republik (1919-1933). Mi. 14-16, GA 03/49.

  • Übung für Fortgeschrittene: "Wende-Literatur" und "Umbruchs-Gesellschaft". Literarische Diskurse und gesellschaftliche Debatten um die DDR und ihre Nachgeschichte. Fr. 12-14, GABF 04/711. (gemeinsam mit Julia Reus, M.A.)

Kontakt

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e-mail: Marcus.Boeick@rub.de
Tel: 0234 - 32 - 22539
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"Privat-Sicherheit. Eine Geschichte von Sicherheitsgewerbe und Sicherheitswirtschaft im 20. Jahrhundert." (Postdoc-Projekt)

Am Ende des 19. Jahrhunderts entstand im Deutschen Reich infolge diverser Polizei- und Gewerbereformen eine neuartige Dienstleistungs-Branche – die des privaten Sicherheitsgewerbes bzw. der „Wach- und Schließdienste“. Stark beeinflusst durch eine bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts florierende security industry in den USA, boten und bieten seitdem zahlreiche kleinere und mittelständische Unternehmen eine immer breitere Palette an verschiedenen Sicherheitsdienstleistungen an, die meist um den Schutz bzw. die Bewachung ‚sensibler‘ Objekte oder Personengruppen kreisen: etwa von militärischen Einrichtungen, von Betriebsstätten, von Spitzenpolitikern, von Großveranstaltungen oder von privaten Grundstücken und Immobilien. Diese privatwirtschaftlichen Sicherheitsangebote waren seit Anbeginn immer wieder Gegenstand intensiver Debatten im Spannungsfeld staatlicher Sicherheitsgarantien, privatwirtschaftlicher Interessen sowie einer sich zunehmend ausdifferenzierten Nachfrage nach zusätzlichen Sicherheitsdienstleistungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Auf Grundlage zahlreicher Unternehmens- und Verbandsarchive, öffentlicher (Fach-)Publikationen sowie politischer bzw. medienöffentlicher Debattenbeiträge soll dieses dynamische Spannungsverhältnis zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft im diachronen Längsschnitt nachgezeichnet werden. Die Studie versteht sich dabei als Beitrag zu einer neuen Sozial- und Kulturgeschichte der „Sicherheit“, die ihren Blick jedoch stärker auf konkrete Wahrnehmungen, Aushandlungen und Praktiken von Sicherheitswahrnehmung und -produktionen von nicht-staatlichen Akteuren und Experten sowie gesellschaftlichen Gruppen richtet. Es geht dabei insbesondere um die sich stark wandelnden Vorstellungen, Konzeptionen und Praktiken einer „Privatisierung“ bzw. „Ökonomisierung“ des staatlichen Gewaltmonopols im 20. Jahrhundert.

Publikationen

    I. Monographien & Studien
  • Die Treuhand. Idee – Praxis – Erfahrung 1990-1994, Göttingen 2018.
  • Zus. mit Constantin Goschler: Wahrnehmung und Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt, Bochum 2017 (= Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie). [Langfassung]
  • Die Treuhandanstalt, Erfurt 2015 (= Schriftenreihe der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen).

    II. Sammelbände & Themenhefte
  • Hrsg. zus. mit Marcel Schmeer: Im Kreuzfeuer der Kritik. Umstrittene Organisationen im 20. Jahrhundert, ersch. Frankfurt/M. u.a. 2019.
  • Hrsg. zus. mit Constantin Goschler u. Julia Reus: Kriegsverbrechen, Restitution, Prävention. Aus dem Vorlass von Benjamin B. Ferencz, ersch. Leipzig 2019.
  • Hrsg. zus. mit Kerstin Brückweh: Weder Ost noch West. Ein Themenschwerpunkt über die schwierige Geschichte der Transformation Ostdeutschlands, in: Zeitgeschichte-online, März 2019. [Online-Version]
  • Hrsg. zus. mit Ralf Ahrens u. Marcel vom Lehn: Zeithistorische Forschungen 3 (2015), Themenheft „Vermarktlichung“. [Online-Version]
  • Hrsg. zus. mit Franziska Kuschel u. Anja Hertel: Aus einem Land vor unserer Zeit. Eine Lesereise durch die DDR-Geschichte, Berlin 2012.

    III. Aufsätze & Online-Beiträge
  • Ökonomisierung des Gewaltmonopols? Die Sicherheitswirtschaft und die Privatisierung öffentlicher Sicherheitsaufgaben seit den 1970er Jahren, in: Graf, Rüdiger (Hg.): Ökonomisierung. Debatten und Praktiken in der Zeitgeschichte, ersch. Göttingen 2019.
  • Wie neoliberal war der Umbau Ostdeutschlands nach 1990? Über ideenpolitische Reorientierungen der politischen Linken nach dem „Utopieverlust“, in: Lorke, Christoph u. Rüdiger Schmidt (Hg.): Der Zusammenbruch der alten Ordnung? Die Krise der Sozialen Marktwirtschaft und der neue Kapitalismus in Deutschland und Europa, ersch. Stuttgart 2019.
  • „Ausverkauft“ und „abgewickelt“. Die Treuhandanstalt und der Wirtschaftsumbau nach 1990 in der gegenwärtigen ostdeutschen Erinnerungskultur, in: Milev, Yana u. Franz Schultheis (Hg.): Entkoppelte Gesellschaft - Ostdeutschland seit 1989/90, Band 4: Tatbestände, ersch. Berlin 2019.
  • Ein ostdeutsches „1968“? Die Debatte um 1989/90 als Public History, in: Zeitgeschichte-online, März 2019. [Online-Version]
  • Pandora’s Box Reopened? Debating Germany after 1990, in: Public History Weekly 6 (2018) 40. [Online-Version]
  • Konflikte, Kooperation und Alltagspraxis. Beziehungsgeschichten von Treuhandanstalt und Gewerkschaften, in: Brunner, Detlev u.a. (Hg.): Gewerkschaften im deutschen Einigungsprozess. Möglichkeiten und Grenzen in Zeiten der Transformation, Bielefeld 2018, S. 109-129.
  • Eine Behörde als simuliertes Unternehmen. Die Treuhandanstalt in der Unschärferelation zwischen Transformationspolitik, Wirtschaftsumbau und Umbruchsgesellschaft, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 58 (2017) 2, S. 489-512.
  • Altkader, Knowhow-Träger, Verräter? Das ostdeutsche Personal der Treuhandanstalt zwischen umstrittener Vergangenheit, umkämpfter Gegenwart und ungewisser Zukunft, in: Gerbergasse 18 (2017) 3, S. 23-27.
  • Pioneers of Capitalism. The Reshaping of East-German Planned Economy and the Managers of the Treuhandanstalt between State, Market and Society (1990-1994), in: Andresen, Knut u. Stefan Müller (Hg.): Contesting Deregulation Debates, Practices and Developments in the West since the 1970s, New York 2017, S. 57-73.
  • Vom Werden und Vergehen einer (post-)revolutionären Arena: Die Treuhandanstalt in der Umbruchs- und Übergangsgesellschaft, in: Großbölting, Thomas u. Christoph Lorke (Hg.): Deutschland seit 1990. Wege in die Vereinigungsgesellschaft, Stuttgart 2017, S. 139-159.
  • „Tradition“ am Abgrund? „Geschichtsmanagement“ in der ostdeutschen Unternehmenslandschaft nach 1989/90, in: Steinberg, Swen u.a. (Hg.): Wirtschaft und Erinnerung. Industrie und Handel zwischen Traditionalismus, Identitätsbildung und Musealisierung, Leipzig 2017, S. 157-175.
  • Digitale Werkzeuge. Zeitgeschichte nach 1945, in: Clio Guide – Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, hrsg. von Laura Busse, Wilfried Enderle, Rüdiger Hohls, Gregor Horstkemper, Thomas Meyer, Jens Prellwitz, Annette Schuhmann, Berlin 2016 (=Historisches Forum, Bd. 19), zus. mit Rüdiger Graf u. Marcel Schmeer)
  • Das letzte Gefecht? Die ökonomischen Debatten über eine „Wirtschaftsreform“ innerhalb der DDR um die Jahreswende 1989/90, in: Gloe, Markus u.a. (Hg.): Standortbestimmung Deutschlandforschung, Berlin 2016, S. 113-132.
  • „Das ist nunmal der freie Markt“. Konzeptionen des Marktes beim Wirtschaftsumbau in Ostdeutschland nach 1989, in: Zeithistorische Forschungen 3 (2015), S. 448-473. [Online-Version]
  • Vermarktlichung. Zeithistorische Perspektiven auf ein umkämpftes Feld, in: Zeithistorische Forschungen 3 (2015), S. 393-402 (zus. mit Ralf Ahrens u. Marcel vom Lehn). [Online-Version]
  • „Chronisten gesucht“. Die Umbrüche von 1989/90, die Transformationsforschung und das Umfragetagebuch, in: Steuwer, Janosch u. Rüdiger Graf (Hg.): Selbstreflexionen und Weltdeutungen. Tagebücher in der Geschichte und der Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts, Göttingen 2015, S. 312-335.
  • Entdeckung, Expansion, Ernüchterung. Die KPMG/DTG und die deutsche Wiedervereinigung, in: Ziegler, Dieter u.a. (Hg.): Vertrauensbildung als Auftrag. Von der Deutsch-Amerikanischen Treuhand-Gesellschaft zur KPMG AG, München u.a. 2015, S. 214-249.
  • "Not as Grimm as it looks"? Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt und den deutschen Wirtschaftsumbau nach 1990, in: Deutschland Archiv, 8.7.2015. [Online-Version]
  • Gefühlte Dissonanz. Zur Entschädigung von NS-verfolgten Musikern in der frühen Bundesrepublik, in: Schmidt, Dörte u. Matthias Pasdzierny (Hg.): Zwischen individueller Biographie und Institution. Zu den Bedingungen beruflicher Rückkehr von Musikern aus dem Exil, Schliengen 2013, S. 65-95.
  • Präsidentin, Managerin, Sekretärin. Geschlechterbeziehungen und -bilder bei der Treuhandanstalt, in: Böick, Marcus, Franziska Kuschel u. Anja Hertel (Hg.): Aus einem Land vor unserer Zeit. Eine Leserreise durch die DDR-Geschichte, Berlin 2012, S. 207-218.
  • „Aufstand im Osten“? Sozialer und betrieblicher Protest gegen die Treuhandanstalt und Wirtschaftsumbau in den frühen 1990er-Jahren, in: Bingen, Dieter, Maria Jarosz u. Peter Loew (Hg.): Legitimation und Protest. Gesellschaftliche Unruhe in Polen, Ostdeutschland und anderen Transformationsländern nach 1989, Wiesbaden 2011, S. 167-185.
  • Die Jüngste als Sorgenkind? Plädoyer für eine jüngste Zeitgeschichte als Varianz- und Kontextgeschichte von Übergängen, in: Deutschland Archiv 1/2011, S. 105-113 (zus. mit Angela Siebold). [Online-Version]
  • Grenzgänger des Kapitalismus. Das Westpersonal der Treuhandanstalt, in: Horch&Guck 72 (2011), S. 56-60.
  • Schlange stehen für den Kapitalismus, in: Kooperative Berlin (Hg.): Revolution und Einheit. Schlaglichter einer Zeitenwende, Berlin 2010, S. 174-177.
  • Im "Säurebad der Einheit". Die Treuhandanstalt in den medienöffentlichen Debatten der frühen 1990er-Jahre, in: Deutschland Archiv 3/2010, S. 425-432.
  • Clio-Online-Guide „Deutsche und europäische Zeitgeschichte nach 1945“ (zus. mit Rüdiger Graf), 2010.

    IV. Rezensionen
  • Rezension zu: Müller, Jann: Die Wiederbegründung der Industrie- und Handelskammern in Ostdeutschland im Prozess der Wiedervereinigung, Stuttgart 2017, in: H-Soz-Kult, 12.10.2017. [Online-Version]
  • Rezension zu: Spanka, Lisa; Lorenzen, Julia; Haunschild, Meike (Hrsg.): Zugänge zur Zeitgeschichte: Bild – Raum – Text. Quellen und Methoden. Marburg 2016, in: H-Soz-Kult, 21.03.2017. [Online-Version]
  • Rezension zu: Leendertz, Ariane; Meteling, Wencke (Hrsg.): Die neue Wirklichkeit. Semantische Neuvermessungen und Politik seit den 1970er-Jahren, Frankfurt am Main 2016, in: H-Soz-Kult, 06.07.2016. [Online-Version]
  • Rezension zu: Ludewig, Johannes: Unternehmen Wiedervereinigung. Von Planern, Machern, Visionären, Berlin 2015, in: Sehepunkte 2/2016. [Online-Version]
  • Rezension zu: Jarausch, Konrad H. (Hrsg.): United Germany. Debating Processes and Prospects, New York 2013, in: H-Soz-Kult, 14.01.2016. [Online-Version]
  • Ausstellungsbesprechung zu: Deutsches Historisches Museum: Alltag Einheit. Porträt einer Übergangsgesellschaft, Berlin 2015, in: H-Soz-u-Kult, 12.12.2015. [Online-Version]
  • Rezension zu: Ahrens, Ralf u.a. (Hg.): Die „Deutschland AG“. Historische Annäherungen an den bundesdeutschen Kapitalismus (= Bochumer Schriften zur Unternehmens- und Industriegeschichte; Bd. 20), Essen 2013, in: Sehepunkte 14/2014. [Online-Version]
  • Rezension zu: Depenheuer, Otto u. Karl-Heinz Paqué (Hg.): Einheit - Eigentum - Effizienz: Bilanz der Treuhandanstalt, Berlin 2012, in: H-Soz-u-Kult, 25.4.2013. [Online-Version]
  • Rezension zu: Frei, Norbert u. Dietmar Süß (Hg.): Privatisierung. Idee und Praxis seit den 1970er Jahren, Göttingen 2012, in: H-Soz-u-Kult, 4.4.2013. [Online-Version]
  • Rezension zu: Laabs, Dirk: Der deutsche Goldrausch. Die wahre Geschichte der Treuhand, München 2012, in: H-Soz-u-Kult, 29.5.2012. [Online-Version]
  • Rezension zu: Klatt, Marlene: Unbequeme Vergangenheit. Antisemitismus, Judenverfolgung und Wiedergutmachung in Westfalen 1925-1965, Paderborn 2009, in: Jahrbuch für Regionalgeschichte 29 (2011), S. 183-185.