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Rückblick 10. Akademische Jahresfeier

Quicklebendig im Aufbruch

Was haben getanzte "toutes directions", der aus Frankreich stammende Trendsport "Parkour", eine kritische Arbeit über das Tarif- und Arbeitsrecht in der Evangelischen Kirche und das japanische "freie Seminar" (jishu zemi) gemeinsam? Sie stehen für Leistungen junger Menschen an der Ruhr-Universität Bochum, einer Universität, die nach den Worten ihres Rektors Prof. Elmar Weiler "quicklebendig" ist. Zugleich ist sie ihren Gründungsvätern verbunden und ehrte einen von ihnen mit der höchsten Auszeichnung, die die Universität zu vergeben hat. Sinnbildlich für die quicklebendige "Universität im Aufbruch" spannte die zehnte Akademische Jahresfeier der Ruhr-Uni mit ihrem reichhaltigen und kurzweiligen Programm den Bogen von der Anfangszeit bis zum Heute und dem Blick voraus (im kommenden März geht die Exzellenzinitiative in eine neue Runde), von der Forschung zum Wettbewerb "lehrreich" mit neuen und pfiffigen Lehr- und Lernkonzepten, von einem 84-jährigen Politiker und Jura-Professor bis zur jungen Studentin, die den Fotowettbewerb "Unsere RUB" gewann.

Glanzlichter:
Neues CD und ausgezeichnete Studierende

So gesehen gab es auch keine Höhepunkte, sondern allenfalls Glanzlichter auf einer Feier, mit der die Uni einmal im Jahr "kurz innehält in der Hektik des akademischen Betriebes", so Moderator Tillmann Bendikowski. Mit einem Blick zurück auf das vergangene Jahr und zugleich voraus, denn die Vorstellung des neuen Corporate Designs (CD) markierte den Startschuss für ein modernes, unprätentiöses, prägnantes und selbstbewusstes Erscheinungsbild der Ruhr-Universität. Einer Universität, die im Jahr 3.500 Absolventinnen und Absolventen hat und die besten von ihnen, diesmal 25, auf ihrer Jahresfeier auszeichnet mit den "Preisen an Studierende". Sie stehen stellvertretend für all diejenigen, die durch ihre Leistung den Campus mit Leben erfüllen.

Beweger, Macher, Querdenker

Dass das überhaupt in Bochum geht, ermöglichte maßgeblich ein Mann, der mit seiner unterhaltsamen Rhetorik und feinen Ironie die Lacher im gut besuchten Audimax auf seiner Seite hatte: Paul Mikat, Mitglied des Gründungsausschusses der RUB, NRW-Kultusminister zur Zeit des Aufbaus der Uni, Jura-Professor von der Eröffnung der RUB bis zum Jahr 1990 und Mitglied des Bundestages bis 1987, um nur ein paar Funktionen und Ämter zu nennen. "Hätte es Sie nicht gegeben, gäbe es diese Universität hier heute nicht", so Rektor Weiler anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Prof. Mikat. Der Bochumer Altrektor Prof. Kurt Biedenkopf, nicht nur politischer Weggefährte, sondern auch Freund Mikats, hielt die Laudatio auf den "Beweger, den Macher, den Querdenker". Und der bedankte sich mit einer nicht vorbereiten Rede voller Anekdoten ebenso wie einer gewissen Bescheidenheit: "Dass die Ruhr-Universität mich heute in so schöner Form ehrt, sei mit Dank vermerkt", so Mikat. Rückblickend ergänzte er "damals war man vielleicht nicht ganz unwichtig – und das in dieser Stunde von sich selbst zu behaupten, ist zwar kühn, aber vielleicht verständlich", ehe er nicht geprobte und generationenübergreifende, quicklebendige Standing Ovations im Audimax bekam.

Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Paul Mikat (2. v. r.), hier mit Rektor Weiler (r.), Laudator Kurt Biedenkopf (2. v. l.) und dem Vorsitzenden des Senats, Prof. Michael Pohl

"Kunstwerke": Examensarbeit von vier Sportabsolventinnen

Verleihung der "Preise an Studierende" 2009

Jens Wylkop
Fotos: Marion Nelle

galerie: Akademische Jahresfeier 13.11.2009

 


Blickpunkt: Ehrenbürgerwürde für Paul Mikat

Er war genau zur richtigen Zeit im richtigen Amt: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Paul Mikat, inzwischen 84-jähriger Emeritus der RUB, trug als Kultusminister des Landes in den 1960er-Jahren maßgeblich dazu bei, dass die erste Universität des Ruhrgebiets in Bochum errichtet wurde. Von Anfang an setzte er sich für den Standort ein, seit der Gründung 1965 bis 1990 war er Professor an der Juristischen Fakultät.

Von der Bildungs- bis zur Kohlepolitik, von Lehre und Forschung bis zum Bundestagsabgeordneten: Das Wirken Mikats in Wissenschaft und Politik war außerordentlich breit. Auf Landes- wie auf Bundesebene löste der „Vater der Mikätzchen“ Probleme auch mal auf unkonventionelle, pragmatische Weise. Er schloss zum Beispiel zahlreiche "Zwergschulen" in NRW und bekämpfte den Lehrermangel kurzerhand durch Sonderkurse zur Ausbildung von Hilfslehrerinnen ("Mikätzchen"). In seine Amtszeit fiel die Gründung von vier Universitäten in NRW, darunter die Errichtung der ersten im Revier. Mikat beschleunigte den Aufbau der RUB erheblich und packte zu. Als NRW-Kultusminister von 1962 bis 1966 ging er "mit so viel Elan an die neue Aufgabe heran, dass in seinem Ministerium ein ‚Mikat‘ bald als Synonym für die Zeiteinheit zwischen zwei Erlassen verwendet wurde", schreibt der Historiker Dr. Hans Stallmann in seiner Dissertation über die Gründung der RUB ("Euphorische Jahre"). Parallel zur Bildungsoffensive jener Zeit beschäftigte sich Mikat kompetent und weitsichtig mit dem Strukturwandel und der Zukunft der Kohle in der Region. So leitete er sowohl für die Landes- wie auch die Bundesregierung zwei Kohlekommissionen (Mikat I und II), um Vorschläge zu erarbeiten zur Neuausrichtung der deutschen Kohlepolitik. Paul Mikat, am 10. Dezember 1924 in Scherfede (Ostwestfalen) geboren, gehörte von 1969 bis 1987 dem Deutschen Bundestag an.

Blickpunkt: Das neue Corporate Design

Die Ruhr-Universität zeigt ihr neues Gesicht: funktional, schnörkellos und schick der gestalterische Rahmen, menschlich, selbstbewusst das Bildkonzept. Dabei folgt das Äußere – das neue Corporate Design (CD) – nur dem, was das Innere längst ist: eine Universität im Aufbruch. "Wer aufmerksam hinschaut", so Rektor Elmar Weiler auf der Akademischen Jahresfeier, "der erlebt eine quicklebendige Universität, eine Universität des Miteinanders, die vor Ideenreichtum sprüht, die auch mutige, ungewöhnliche Konzepte in die Tat umsetzt, die neue Wege geht, die sich dabei mit hoher Geschwindigkeit wandelt und unter dem Leitbild der 'universitas' ihrem Motto folgt: menschlich – weltoffen – leistungsstark".

Internetauftritt - der Countdown läuft

Ob Broschüren, Flyer, Plakate oder das Geschäftspapier, Chip-Karten, Tragetaschen, Kugelschreiber oder die Flaggen auf dem Campus – ab sofort trägt alles unverwechselbar das neue RUB-Design. Auch für den Internetauftritt – www.ruhr-uni-bochum.de – läuft der Countdown: Zum 1. Dezember wird er freigeschaltet.

Weitere Informationen:

Wenn das Äußere das Innere spiegelt (RUB-Presseinformation, 13.11.2009) »

Ruhr-Universität Bochum: Corporate Design »

Fotowettbewerb "Unsere RUB": And the Winner is ...

... Anna Wasilewski. Mit ihrer Fotoserie "Schwer was los" überzeugte sie sowohl die Jury als auch das Publikum. Für die acht Motive umfassende Serie gewann sie ein Apple Macbook. Platz zwei belegt Damian Gorczany mit seinem Bild "Mensa", Platz drei geht an Felix Rentzsch für "Color up your life". Insgesamt wurden zehn Wettbewerbsbeiträge prämiert. Teilgenommen hatten 40 Mitglieder der Ruhr-Universität mit über 300 Fotos.
Übersicht: Preisträger des Wettbewerbs »

Angeklickt:

"Die Ruhr-Universität im Aufbruch":
Rede von Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler » [pdf]

Ausgezeichnet: Preise an Studierende 2009 »

Gewinner des Lore-Agnes-Preises des Rektorats: Mentoringprogramme der Ruhr-Universität »

Sieger des Wettbewerbs "lehrreich" »