Laufende Forschungsprojekte

Das Institut für Berg- und Energierecht ist gegenwärtig u.a. an folgenden Forschungsprojekten beteiligt:

AMEA - Academic Mining Education in Afghanistan

Partner: Deutscher Akademischer Austauschdienst, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, TU Bergakademie Freiberg, Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik der Ruhr-Universität Bochum. In Afghanistan: Ministerium für Hochschulbildung, Ministerium für Bergbau und Erdöl, Polytechnische Universität Kabul, Universität Kabul, Universität Balkh in Mazar-i-Sharif.

Förderung: Auswärtiges Amt

Beschreibung: Das Projekt "Academic Mining Education in Afghanistan" wird vom Institut für Berg- und Energierecht (IBE) in Form einer Curriculumsentwicklung betreut. Im Konkreten geht es dabei um die Konzeption eines Mining Law Studienganges, welcher dazu beitragen soll, die Ausbildung künftiger Fach- und Führungskräfte im afghanischen Bergbausektor in rechtlicher Hinsicht zu komplettieren. Die vermittelten bergrechtlich relevanten Inhalte sollen somit langfristig einen positiven Einfluss auf den gesamten, evolvierenden afghanischen Bergbausektor ausüben.
Die Arbeit des IBE reiht sich in die erste Projektphase der Integration bergbaurelevanter Nebenfächer für die bestehenden Studiengänge der öffentlichen Verwaltung, Wirtschaftswissenschaften und Recht ein. Den afghanischen Studierenden soll durch die Wahl der Fächer Bergwirtschaft, Bergrecht und Bergverwaltung ermöglicht werden, sich innerhalb ihres Fachgebietes zu spezialisieren. Hierzu gilt es zunächst den künftigen Dozenten im Wege von Qualifizierungsmaßnahmen die entsprechenden Lehrmaterialien zu vermitteln.

Betreuung am Institut: Marius Brinkmann

Fortschrittskolleg „Energieeffizienz im Quartier – Clever versorgen.umbauen.aktivieren“

Partner: Technische Universität Dortmund (federführend), Universität Duisburg-Essen, Hochschule Bochum, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, Wirtschaftsförderung metropolruhr GmbH

Förderung: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Beschreibung: Das Fortschrittskolleg „Energieeffizienz im Quartier – Clever versorgen.umbauen.aktivieren“ wurde im Rahmen der Forschungsstrategie "Fortschritt NRW"  des Landes Nordrhein-Westfalen (www.wissenschaft.nrw.de) eingerichtet. Innerhalb von inter- und transdisziplinären Forschungsumfeldern der teilnehmenden Disziplinen werden im Fortschrittskolleg komplementäre Fragestellungen erarbeitet, die allesamt die Anwendungsfähigkeit der verfügbaren Energieeffizienztechnologien auf der räumlichen Ebene des Quartiers zum Gegenstand haben. Denn bis dato liegt der Fokus in Sachen Energieeffizienz eher bei der Betrachtung der Effizienzstandards von Einzelgebäuden. Dagegen fehlt es an übergreifenden, ganzheitlichen bzw. integrativen Ansätzen. Viele Anlagen und Energieeffizienzmaßnahmen ließen sich jedoch nachhaltiger nutzen und wirtschaftlicher betreiben, könnten sie etwa in zusammenhängenden Gebäudekomplexen oder ganzen Quartieren gemeinsam genutzt werden.
Eine spezielle Herausforderung, die bei der Umsetzung von Energieeffizienztechnologien besteht, bilden die rechtlichen Rahmenbedingungen auf der Quartiersebene. Im Zuge der Energiewende und ihrer Umsetzung gerade auch auf lokaler Ebene zeichnen sich neuartige Rechtsbeziehungen zwischen den Akteuren im Quartier wie auch zu gewerblichen wie staatlichen Stellen außerhalb desselben ab.
Neben juristischen Aspekten der aufgeworfenen Fragestellungen beschäftigen sich die Nachwuchsforscherinnen und -forscher des Kollegs im fachübergreifenden Austausch mit technischen, baulich-räumlichen, ökonomischen und sozialen Fragestellungen – entsprechend unterschiedlich ausgerichtet fallen die in Arbeit befindlichen Dissertationsvorhaben der Kollegiaten aus, die von den betreuenden Professorinnen und Professoren der beteiligten Lehrstühle und Institute kontinuierlich begleitet und diskutiert werden. Im Rahmen der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit hat sich das Fortschrittskolleg drei Schwerpunkte gesetzt: 

  • Soziotechnische Dynamik

  • Akteure, Governance und Handlungsoptionen

  • Übergeordnete Zusammenhänge

Es soll ein Beitrag zur Beantwortung der Frage geleistet werden, welche Systeminnovationen und Strukturen notwendig sind, um die flächendeckende Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in unterschiedlich konstituierten Quartieren zu erreichen. Wirkungszusammenhänge, die zu einer Erhöhung der Energieeffizienz führen, sollen besser verstanden und daraus strategische Ansatzpunkte abgeleitet werden, wie sich entsprechende Maßnahmen auch in größeren räumlichen Zusammenhängen anstoßen und umsetzen lassen.

http://www.energieeffizienz.ruhr/

Betreuung am Institut: Milan Hoff

Pumpspeicherkraftwerke unter Tage

Entwicklung eines Realisierungskonzeptes für die Nutzung von Anlagen des Steinkohlebergbaus als unterirdische Pumpspeicherkraftwerke (www.upsw.de)

Partner: Universität Duisburg-Essen (Projektleitung), Ruhr-Universität Bochum, Rhein-Ruhr Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V. (RISP), RAG AG, DMT GmbH & Co. KG

Förderung: Förderung im Rahmen des Programms "Rationale Energieverwendung, regenerative Energien und Energiesparen, "progres nrw" und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Beschreibung: Der Ausbau regenerativer Energien und deren verstärkte Integration in die Energieversorgung Deutschlands ist aktuell eine vorrangige Aufgabe der Energiepolitik. Das Problem der Energiespeicherung ist hierbei weitestgehend ungelöst. Die vorhandenen Speicherkapazitäten reichen zum Auffangen von Energie-Übermengen nicht aus. Neben neuen Speichertechnologien stellt die Nutzung von unterirdischen Pumpspeicherkraftwerken bzw. Unterflur-Pumpspeicherkraftwerken eine weitere Möglichkeit der Energiespeicherung dar. Das Institut für Berg- und Energierecht ist Teil eines interdisziplinären Forschungsteams der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen, welches zusammen mit Experten der RAG Deutsche Steinkohle und der DMT untersuchen wird, ob die vorhandenen alten Anlagen und Schächte des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet für unterirdische Pumpspeicher genutzt werden können. Das Ziel der Bearbeitung ist die Prüfung der Rahmenbedingungen für eine Realisierung eines unterirdischen Pumpspeicherkraftwerks. Dem IBE obliegt die Bewertung des Rechtsrahmens und ggfs. dem Aufzeigen des gesetzgeberischen Handlungsbedarfes. Im Mittelpunkt der juristischen Untersuchung steht dabei die Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen nach den Materien des Berg- und Wasserrechts, des Raumordnungs- und Landesplanungsrechts sowie dem Bau-, Bauordnungs- aber auch Energiewirtschaftsrecht und sodann die belastbare Beurteilung der Genehmigungsfähigkeit. Ein weiterer Gegenstand der Untersuchung mit erheblicher Relevanz für die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens soll die etwaige Einbettung in den Förderrahmen der Erneuerbaren Energien sein. Daneben sollen auch die organisatorischen, verfahrens- und haftungsrechtlichen Fragen sowie die mit der Nutzung von Speichern bzw. vorhandener Gewässer oder Kanäle verbundenen Fragen belastbar beantwortet werden.

Betreuung am Institut: Simon Groneberg

Political & legal framework for renewables & energy efficiency

Hierbei handelt es sich um ein deutsch-brasilianisches durch BMZ, GIZ und DAAD gefördertes Forschungsprojekt zusammen mit dem Núcleo Interdisciplinar de Planejamento Energético (NIPE) der Universität Campinas (UNICAMP) im Bundesstaat São Paulo. Bislang basiert die Stromerzeugung  in Brasilien aus erneuerbaren Energien vornehmlich auf Wasserkraft, doch da diese bald ihr Ausbaulimit erreicht, gilt es alternative erneuerbare Energiequellen auszubauen. Durch den Vergleich der deutschen Implementierung der erneuerbaren Energien in den Energiemix mit den brasilianischen Strukturen sollen Konzepte für Brasilien erstellt werden. Auch das Thema  Energieeffizienz soll aufgegriffen werden.

Auftakt in Deutschland: Erster deutsch-brasilianischer Roundtable Am 11.06.2012 fand am IBE der erste deutsch-brasilianische Roundtable zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz statt. Zu Gast war Prof. Dr. Gilberto M Jannuzzi von der Universität Campinas, Sao Paulo.

Ende Juni wurde wurde das Projekt durch Prof. Pielow und Prof. Jannuzzi auf der durch die deutsch-brasilianische Außenhandelskammer São Paulo veranstalteten "ECOGERMA" vorgestellt, dem deutsch-brasilianischen Fachkongress für Umwelt und Umwelttechnologie, der in diesem Jahr unter den Leitthemen „Green Economy“ und Ressourceneffizienz stattfand. Beim anschließenden Gegenbesuch an der UNICAMP in Campinas referierten Prof. Pielow zu den Folgen der deutschen Energiewende 2011 und Dr. Schimansky zum Rechtsrahmen der Biomassenutzung in Deutschland vor Studenten und Professoren der UNICAMP.

Workshop in Campinas im März 2013
Vom 19. Bis 21. März wird an der staatlichen Universität von Campinas ein Workshop zu „Public Policies Experiences on Renewable Energy Sources &  Energy Efficiency“ stattfinden, bei dem neben Professoren der Ruhr-Universität, wie Professor Cremer und Professor Wagner, auch Vertreter der BNetzA, E.ON sowie der Kanzlei SammlerUsinger (Berlin) vertreten sein werden. Erwartet wird ein umfassender Dialog, der sich vom deutschen System der Förderung von erneuerbaren Energien über Probleme der Netzplanung bis hin zu den Erfahrungen ausländischer Investoren spannen wird.

Betreuung am Institut: Isabelle Heitmann