Forschung

Forschungsschwerpunkte

Prof. Dr. Christian Frevel, Ruhr-Universität Bochum

DFG Projekt "Zwischen Tradition und Innovation - Das Buch Numeri in literarischer und theologischer Auslegung

Die Klagelieder

Biblische Anthropologie in alttestamentlicher Perspektive

Pentateuchexegese (Das Buch Numeri)

Religionsgeschichte Syriens / Palästinas in der Spätbronze- und Eisenzeit

DFG-Projekt Mischehenfrage im nachexilischen Juda

Projekte im Käte Hamburger Kolleg

Traditions- und Redaktionsprozesse im Buch Numeri
(Mercur UAMR-Projekt)



DFG Projekt "Zwischen Tradition und Innovation - Das Buch Numeri in literarischer und theologischer Auslegung"

Das Projekt erforscht die Schlüsselstellung des vierten Buches (Numeri) für den Aufbau und die Literargeschichte im Pentateuch (Genesis-Deuteronomium) bzw. Hexateuch (Genesis-Josua). Dabei werden die Besonderheiten des Buches (Sozialordnung im Zwölfstämmesystem, Rituale, hierarchische Kultordnung, Segen Israels als Volk, Landkonzeptionen im Ostjordanland, Erbrecht von Töchtern, Umgang mit Fremden u.a.m.) in einen Diskurs im vierten Jahrhundert eingeordnet. Das Buch wird auf der einen Seite als Auslegung vorgegebener Texte und Gesetzesmaterialien verstanden (innerbiblische Auslegung), zum anderen aber als Ringen um eine vielgestaltige kollektive Größe, die sich 'Israel' nennt. Die Hypothese zur Funktion des Buches als identitätsbildender Umgang mit der Tradition wird durch zwei Momente besonders gestützt: die Konstitution findet (fiktiv) außerhalb des Landes statt und ermöglicht so den im nachexilischen Kontext rivalisierenden Gruppen einen gemeinsamen Bezugspunkt im 'Zwölf-Stämme-Ganz-Israel', zum anderen ist die Landeskonzeption im Buch Numeri so weit, dass auch Gruppen eingeschlossen werden können, die außerhalb der persischen Provinz Yehûd leben. Für diejenigen, die im (längst vergangenen) Exil in Babylonien oder Ägypten leben, ermöglicht der Torabezug eine konstitutive Basis der kollektiven Israel-Identität. Das Projekt bündelt die bereits erfolgten Vorarbeiten zu einer umfassenden These und bereitet damit die Kommentierung des Buches Numeri konzeptionell vor.

Die Klagelieder

Die literarische und theologische Verarbeitung des Untergangs Jerusalems in den Klageliedern und in verwandter Literatur bilden den Schwerpunkt eines Forschungsprojektes zur Komposition der Klagelieder, daß sich als Vorarbeit zu einem Kommentarprojekt versteht. Daß die einzelnen Threni nicht gleichursprünglich, sondern nacheinander entstanden sind, dürfte - abgesehen von der Reihenfolge der Entstehung im Einzelnen - weitestgehend zum Forschungskonsens gehören. Wie sie aber aufeinander bezogen sind und miteinander zusammenhängen, ob sie trotz ihrer akrostischischen Form redaktionell aufeinander bezogen wurden, ist bisher in der Forschung nur wenig gefragt worden. Hier richtete sich das Augenmerk vor allem auf die Stellung von Klgl 3. Warum aber sind es gerade fünf Klagelieder? Liegt hier doch eine Analogie zum Pentateuch und zu den fünf Psalmenbüchern vor? An den Klageliedern hat man die Möglichkeit, exemplarisch und ohne die größeren Kontexte im Psalter, das Entstehen einer kleinen Sammlung zu untersuchen. Eine Studie zum Heiligtum in den Klageliedern sowie eine andere zur Überwindung der Gotteskrise in Klgl 3 sind bereits abgeschlossen.
(Bisherige Veröffentlichungen im Publikationsverzeichnis Nr. 75.77.78.88).



Biblische Anthropologie in alttestamentlicher Perspektive

Seit Hans Walter Wolfs bahnbrechender Anthropologie des Alten Testaments ist die biblische Anthropologie ein eher vernachlässigtes Themenfeld in der alttestamentlichen Wissenschaft. Insbesondere ist die Verbindung von alt- und neutestamentlicher Anthropologie bisher weitestgehend Neuland. Das Projekt arbeitet an dem Entwurf einer Biblischen Anthropologie in alttestamentlicher Perspektive. Schwerpunkte sind Gottebenbildlichkeit, Geschöpflichkeit und Kreatürlichkeit, Anthropologie und Ethos, Grundwerte, die grundlegende schöpfungstheologische Anthropologie des Buches Ijob, der Zusammenhang von Anthropologie und Soteriologie im Alten/Ersten Testament und das Verhältnis zwischen paulinischer und alttestamentlicher Anthropologie. Einen vertiefenden Schwerpunkt soll die Frage nach dem Zusammenhang von Gottesbild und Menschenbild im AT erfahren. Dazu wird der Forschungsschwerpunkt "Religionsgeschichte" über das Stichwort "Anthro-pomorphismus" mit dem anthropologischen Schwerpunkt vernetzt.
(Bisherige Veröffentlichungen im Publikationsverzeichnis Nr. 71.73.80.95.110.
111.112.113).



Pentateuchexegese (Das Buch Numeri)

Durch Teile der Dissertation und vor allem die Habilitationsschrift (Mit Blick auf das Land die Schöpfung erinnern, 2000) ist ein Forschungsschwerpunkt im Bereich der Pentateuchexegese etabliert worden, der seitdem weitergeführt wird. Der Schwerpunkt liegt da-bei auf der methodischen Frage einer diachron reflektierten Synchronie. Das Werden des Pentateuchs als Buch, die literargeschichtliche und erzähltechnische Abgrenzung des Hexateuch-Plots und die Verortung des Deuteronomiums (die Aufsätze im Publikationsverzeichnis Nr. 64.70.72.81.84.86.99 markieren Vorarbeiten). Einen künftigen Schwerpunkt markiert die Arbeit am Buch Numeri (Nr. 14.87.93.117).
Mittelfristiges Ziel ist die Kommentierung des Buches Numeri (Herders Biblischer Kommentar).



Religionsgeschichte

Dieser Forschungsschwerpunkt existiert seit der Dissertation zur Göttin Aschera (Aschera und der Ausschließlichkeitsanspruch YHWHs, Publikationsverzeichnis Nr. 21) Er führt die Monotheismusthematik weiter. Zur Göttinnenfrage sind hinzugekommen die Frage nach dem alttestamentlichen Bilderverbot und dem Anthropomorphismus (Publikationsverzeichnis Nr. 47.82.83.85.89.91.92.94.116.
119). Einen Schwerpunkt stellt die Erforschung des ikonographischen Symbolsystems und die Frage nach einer Verwendung des Medienbegriffs für die Antike dar (Nr. 99). Teilergebnisse wurden exemplarisch an Kultständern (Nr. 89) und Votiven (Nr. 116.121) sowie in der Herausgabe zweier Sammelbände (Nr. 98.120) dokumentiert.








Elfenbeinschnitzerei, Nimrud 8. Jh. v. Chr.

Elfenbeinschnitzerei, Nimrud 8. Jahrhundert vor Christus







































aus En Hazeva

aus En Hazeva







Neolithische Menschendarstellung aus Ain Ghazal

Neolithische Menschendarstellung aus Ain Ghazal




Der assyr. Sonnengott Schamasch

Der assyr. Sonnengott Schamasch



Bes und Beset aus Kuntilet Agrud

Bes und Beset aus Kuntilet Agrud