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2010

Dr. Reinhard Rauball

Rechtsanwalt

Dr. Reinhard Rauball studierte Ende der 1960er Jahre Rechtswissenschaft an der Ruhr-Universität und wurde 1971 promoviert. Heute arbeitet er als Rechtsanwalt in einer Dortmunder Anwaltssozietät und ist Fußballfunktionär: Er ist Präsident des Ligaverbandes und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) sowie Präsident von Borussia Dortmund.

 

 

Damals habe ich einen Freund fürs Leben gewonnen
– die Zensur blieb allerdings die Gleiche.

RUB Alumni: Wie war denn Ihr Studium hier an der Ruhr-Universität?

Rauball: Ich habe hier eine schöne Zeit gehabt. Es war geradezu paradiesisch: Die Hörsäle waren angenehm leer, bei den Klausuren saß man weit auseinander – was  nicht nur Vorteile hatte (schmunzelt). Parken konnte man damals noch direkt vor dem Gebäude, das hat sich ja mittlerweile leider geändert.

RUB Alumni: Warum haben Sie sich damals für Bochum entschieden?

Rauball: Ich wohnte in Dortmund und zu Hause waren wir vier Jungs, es war also auch eine finanzielle Frage. Außerdem spielte ich damals aktiv im Verein in Dortmund Fußball und wollte das nicht aufgeben. Ich habe zwar später noch einmal überlegt, auch woanders hinzugehen, aber mir gefiel es dann sehr gut an dieser noch jungen Uni.

RUB Alumni: Gibt es Personen, die Sie an der RUB kennengelernt haben, mit denen Sie besondere Erinnerungen verbinden? Vielleicht Lehrende, die Sie besonders geprägt haben?

Rauball: Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Professor von Münch, dessen Motto ich übernommen habe. Er sagte mir einmal: „Herr Rauball, man muss im Leben viel schaffen.“ Außerdem hat er seine Leute im hohen Maße gefördert und auch auf meine berufliche Laufbahn starken Einfluss gehabt. Ich habe damals mit ihm im Zusammenhang mit dem Bundesligaskandal (1970/71, d. Red.) ein Gutachten verfasst, außerdem hat er mich teilhaben lassen an der Erstellung seines Grundgesetzkommentars.

RUB Alumni: Was bedeutet Ihr Studium für Sie im Rückblick?

Rauball: Ach wissen Sie, „die Basis ist die Grundlage jedes Fundaments“ (lacht).  Das Studium war natürlich mein Fundament, ich habe hier große Stellschrauben für meine berufliche Zukunft gestellt.

RUB Alumni: Möchten Sie uns eine Anekdote aus ihrer Studienzeit erzählen?

Rauball: Ich hatte die Klausur für den Kleinen Öffentlich-Rechtlichen Schein geschrieben und fühlte mich sehr sicher. Nach drei Wochen erhielt ich die Note – unerwarteter Weise nur ein „befriedigend“. Konsterniert wollte ich mich beschweren und fragte, wer denn die Note vergeben habe. Der Korrekturassistent, ein Herr namens Wolfgang Clement, konnte mir dann aber überzeugend darlegen, dass diese Note gar nicht so schlecht war.  Damals habe ich einen Freund fürs Leben gewonnen – die Zensur blieb allerdings die Gleiche.

RUB Alumni: Würden Sie heute noch einmal Jura studieren? Sind Sie ein „Herzblut“-Jurist, oder könnten Sie sich fürs nächste Leben auch vorstellen, etwas ganz anderes zu machen?

Rauball: Die Frage hat sich mir so noch nicht gestellt. Ich habe auch Spaß an anderen Dingen, zum Beispiel habe ich meine Philosophie-Kenntnisse an der Fernuniversität in Hagen vertieft. Aber ich glaube, ich würde wieder Jura studieren.

RUB Alumni: Möchten Sie den heutigen Studierenden etwas mit auf den Weg geben?

Rauball: Gut ist es, wenn man sich in Gebieten spezialisiert, die nicht so „beackert“ sind. Zum Beispiel alles, was mit neuen Technologien zu tun hat. Auch ist Wirtschaftsrecht ein wichtiger Basisbereich, mit dem sich junge Studierende befassen sollten. Das braucht man immer. Und fleißig sein, das ist wichtig.

RUB Alumni: Vielen Dank für das Gespräch.