RUB » Alumni » Im Gespräch » Wissenschaft » Beate Konze-Thomas

2009

Dr. Beate Konze-Thomas

Leiterin der Programm- und Infrastrukturförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn

Dr. Beate Konze-Thomas ist eine Vertreterin der sogenannten "Gummistiefelgeneration": Sie studierte ab 1969 an der Ruhr-Universität Biologie und Chemie und schloss 1977 mit der Promotion ab. Heute ist sie Leiterin der Programm- und Infrastrukturförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn.

 

 

Zur Grundausstattung gehörten daher
Gummistiefel und Ostfriesennerz.

Wenn ich auf meine Studienzeit an der RUB zurückblicke, erinnere ich mich an…

… 1969 gehörte ich zu den ersten Studenten (das geschlechtergerechte „Studierende“ sagte man damals noch nicht) der Biologie und Chemie. Beide Abteilungen hatten damals nur wenige eigene Räume, so dass wir für manche Praktika bei den Ingenieuren im IB-Gebäude unterschlüpfen mussten. Die Elektroingenieure hatten zwar Schwierigkeiten, ihre Schaltungen explosionsfrei zusammenzustöpseln, hielten aber dennoch die Biologen grundsätzlich für vergleichbar mit "Schwarzen Löchern": Man steckt viel herein, aber es kommt nichts heraus.

… zu jener Zeit waren die Flächen zwischen den vorderen und den noch im Bau befindlichen hinteren Gebäuden (von Hörsaalgebäuden ganz zu schweigen) noch nicht gestaltet. Wir 44 Erstsemester mussten aber ständig zwischen den Gebäudereihen hin-und herlaufen. Zur Grundausstattung gehörten daher Gummistiefel und Ostfriesennerz. Diese Situation wurde erst im SoSe 70 etwas besser. In den späteren Jahren wurden die Teiche (in Beton) fertig, was bei Fachschaftsfesten zu später Stunde gelegentlich zu einer nicht ganz bestimmungsmäßigen Nutzung der Teiche führte.

… Die Begeisterung der Professoren der ersten Stunde war mitreißend und die Betreuung war hervorragend. Die Lehrstühle waren zum großen Teil besetzt, ältere Studierende gab es noch nicht, so dass wir sehr intensiven Kontakt mit den Professoren hatten. Noch heute habe ich zu einigen guten Kontakt. Wir konnten sehr frühzeitig in der Forschung mitarbeiten und wurden dahin erzogen, alles zu hinterfragen. Ich glaube, dass einige, die das Studium mit dem Ziel Lehramt begonnen hatten, schließlich doch das Diplom machten und in der Wissenschaft geblieben sind.

Ich besitze noch einen Gegenstand aus meiner Studienzeit, und zwar …

… meine Bestimmungsbücher, die jetzt sehr viel häufiger und lieber zum Einsatz kommen als während des Studiums.

… das Sezierbesteck, das bei jeder Aufräumrunde in die Hand genommen wird und schon fast auf dem Weg in den Müll ist, aber dann siegt die Nostalgie und es bleibt an seinem Platz.

… Last but not least: die Labortasse, die auch heute noch jeden Tag zum Einsatz kommt und sich tapfer hält!

Aus meiner Studienzeit fällt mir folgende Anekdote ein …

… Eine Exkursion (Systematische Botanik und Zoologie) an einem kühlen Mai-Samstagvormittag wurde von den entsprechenden Arbeitsgruppenleitern begleitet: Der Botaniker war extrem zurückhaltend, der Zoologe eher zupackend. Da erspähte der Botaniker eine ihm interessant erscheinende Pflanze, in einem Teich, 3 Meter vom Ufer entfernt. Die Pflanze schien zugänglich über einen alten, umgestürzten Baumstamm. Der Botaniker stand grübelnd da und hoffte sicherlich, dass ein junger, mutiger Student den Weg über den Baumstamm nehmen würde, um ihn in den Besitz dieser Pflanze zu bringen. Aber Studenten können ja so gemein sein und standen also recht gelassen daneben. Mit den Worten: „Herr Kollege, diese Pflanze hole ich Ihnen“ stieg der Zoologe mutig auf den Baumstamm, schaffte souverän zwei bis drei Schritte, bis sich der Baumstamm unter ihm zu drehen begann, und nach einigen erfolglosen Bemühungen, das Gleichgewicht durch schnelle Bewegungen der Beine zu halten, fiel er unaufhaltsam ins Wasser – konnte sich im Fallen aber noch der Pflanze bemächtigen. Klatschnass, aber triumphierend, weil er die Pflanze doch noch ergattert hatte, entstieg der Zoologe mit Hilfe einiger studentischer hingehaltener Schirme dem Wasser und machte sich sofort auf den Heimweg, zum Trockenlegen.

Mein Studium an der RUB bedeutet für mich …

… eine tolle Zeit, ein wichtiger Lebensabschnitt mit einem steilen Wissensanstieg, die Basis für eine erfolgreiche Karriere und ein Gewinn fürs Leben!

RUB Alumni-Verzeichnis

eintragen und Mitglied werden