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2005

Dr. Ralf Brauksiepe

MdB und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Dr. Ralf Brauksiepe studierte von 1986 bis 1990 an der Ruhr-Universität Wirtschaftswissenschaft. Heute ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.

 

 

 

Abseits der Vermittlung von Fachwissen hat die Universität auch bei mir ihren Ruf als Kontaktbörse bestätigt.

Wenn ich an meine Studienzeit an der RUB zurückdenke, vermisse ich am meisten ...

... die Unbeschwertheit des damaligen Lebensabschnittes. Die Prüfungen zum Ende des Studiums waren nervenaufreibend und die Lernerei im Vorfeld kein Zuckerschlecken. Doch die vergleichsweise freie Zeiteinteilung und auch die Möglichkeit, morgens einfach mal ein wenig länger liegen bleiben zu können und sich die eine oder andere nicht ganz so spannende Vorlesung zu schenken, waren ein Luxus, nach dem ich mich heute so manches Mal sehne.

Ich besitze noch einen Gegenstand aus meiner Studienzeit, und zwar ...

… Wie wahrscheinlich ein Großteil meiner damaligen Kommilitonen nenne ich zahlreiche Bücher mein Eigen, deren Autoren an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft lehrten und die ihre eigenen Werke zur Pflichtlektüre ihrer Veranstaltungen machten.

Wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke, fällt mir folgende Anekdote ein ...

… Im Kolloquium der Volkswirtschaftstheorie I wurden die Grundlagen der Makroökonomie gelehrt. Der Assistent gab zunächst einen Überblick über das, womit wir uns in den kommenden Wochen beschäftigen sollten. Zwei Theorien sollten es sein, die wir beigebracht bekommen sollten: Die eine hieß Neoklassik, die andere überschrieb er mit dem Namen Keynes. Pragmatisch erläuterte er, dass die Neoklassik die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der CDU repräsentiere, während die der SPD mit Keynes gleichgesetzt werden könnten. Wenngleich ich diese Aussage mit meinem Kenntnisstand von heute nicht mehr unterschreiben würde, so gab mir dieser Satz des Assistenten doch eine Orientierungshilfe, die sich im weiteren Verlauf meiner volkswirtschaftlichen Ausbildung als hilfreich erweisen sollte.

Mein Studium an der RUB bedeutet für mich ...

... sehr viel. Ich habe dort ein wirtschaftswissenschaftliches Fachwissen erworben, das ich auch heute durchaus gut nutzen kann. Mit vielen Denkfiguren aus der Wirtschaftstheorie, wie z.B. den Marginalanalysen oder der Öffentlichen-Güter-Problematik, lassen sich auch in meinem jetzigen Beruf viele Problemstellungen erfolgversprechend angehen. Scheinbar einfache Sätze, die ich damals lernte, wie jener des Nobelpreisträgers Milton Friedman: "There's no such thing as a free lunch" haben gerade für einen Sozialpolitiker wie mich große Bedeutung.   

Abseits der Vermittlung von Fachwissen hat die Universität auch bei mir ihren Ruf als Kontaktbörse bestätigt. Ich habe an der RUB viele nette Menschen kennengelernt, die mich zum Teil noch heute begleiten. So ist z.B. der heutige Leiter meines Berliner Abgeordnetenbüros ebenfalls Absolvent der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der RUB und ehemaliger studentischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem Lehrstuhl, an dem ich ebenfalls tätig war. Auch meine Ehefrau, mit der ich heute in Hattingen lebe, habe ich an der RUB kennengelernt.