Hanne Leßau

Forschungsinteressen

  • Umgang mit der NS-Vergangenheit nach 1945
  • Gesellschaftsgeschichte des Nationalsozialismus
  • Zeitgeschichte ausstellen

Kontakt

e-mail: hanne.lessau@rub.de










































Promotionsprojekt “Entnazifizierungsgeschichten. Der Umgang mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit”

Das Projekt rückt den Umgang der Zeitgenossen mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit in den Mittelpunkt. Es fragt danach, wie diese der Herausforderung begegneten, unter den grundsätzlich veränderten Bedingungen der Kriegsfolgengesellschaft das eigene Verhältnis zum Nationalsozialismus erneut zu bestimmen. Dabei wird gezeigt, dass unter den vielfältigen Maßnahmen, die die Zeitgenossen nach 1945 mit der NS-Vergangenheit konfrontierten, die Entnazifizierungsverfahren einen wichtigen Kristallisationspunkt für die individuelle Auseinandersetzung mit eigenen Verhaltensweisen und Einstellungen während der NS-Zeit bildeten. Dementsprechend wird die Entnazifizierung aus einer erfahrungsgeschichtlichen Perspektive betrachtet, die den in diesem Kontext entwickelten Umgangsformen und Sinnstiftungen der zu Entnazifizierenden nachgeht und sich dabei nicht auf den engeren Verfahrenskontext beschränkt, sondern gerade die mit den Verfahren einhergehenden Sinnstiftungs- und Kommunikationsprozesse im Privaten sowie im sozialen Umfeld - über zeitenössische Selbstzeugnisse - einbindet. Das Projekt untersucht, wie eine Vielzahl der zu Entnazifizierenden in diesem spezifischen Kontext Erzählungen über die eigene Vergangenheit in der NS-Zeit ausbildeten. Vor diesem Hintergrund wird dann der Frage nachgegangen, inwieweit diese im Kontext der Entnazifizierung entwickelten Umgangsformen mit der eigenen Biografie über die frühe Nachkriegszeit hinaus prägend für den individuellen Umgang mit der eigenen NS-Vergangenheit blieben.

Publikationen

  • Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit, Göttingen 2020.

  • "Ein Bild des Grauens und Schreckens". Eine andere Geschichte des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg, in: Gedenkstättenrundbrief 194 (2019), S. 14-23 [mit Florian Dierl].

  • Sammlungsinstitutionen des Privaten. Die Entstehung von Tagebucharchiven in den 1980er und 1990er Jahren, in: Janosch Steuwer/Rüdiger Graf (Hrsg.): Selbstreflexionen und Weltdeutungen. Tagebücher in der Geschichte und der Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts, Göttingen 2015, S. 337-363.

  • Fundstücke. Die Wahrnehmung der NS-Verbrechen und ihrer Opfer im Wandel (Fundstücke des International Tracing Service, Bd. 3), hrsg. zusammen mit Henning Borggräfe und Harald Schmid, Göttingen 2015.
    Darin: "Die Wahrnehmung der NS-Verbrechen und der Umgang mit den NS-Verfolgten im International Tracing Service", S. 23-45 [mit Henning Borggräfe].

  • 'Wer ist ein Nazi? Woran erkennt man ihn?' Zur Unterscheidung von Nationalsozialisten und anderen Deutschen, in: Mittelweg 36, 1 (2014), S. 30-51 [mit Janosch Steuwer].

  • Ausländische Flüchtlinge ‚vor Ort’. Der Umgang mit ausländischen Flüchtlingen in Lüdenscheid und im Märkischen Kreis
    seit den 1960er Jahren, in: "Wir hier!". Zuwanderung und Migration nach Lüdenscheid und in die märkische Region, Begleitband zur Ausstellung, hrsg. von Eckhard Trox/Michaela Ernst, Lüdenscheid 2012, S. 223-260.

  • Tagungsbericht Entschädigung als Menschenrecht? Theorie und Praxis des Umgangs mit den Opfern kollektiver Gewalt. 10.05.2012-11.05.2012, Bochum, in: H-Soz-u-Kult 16.10.2012 [mit Dorna Hatamlooy].

  • Rezension zu: Ullrich, Christina: „Ich fühl‘ mich nicht als Mörder!“. Die Integration von NS-Tätern in die Nachkriegsgesellschaft, Darmstadt 2011, in: Zeitschrift für Genozidforschung, 12 (2011) 1, S. 120-122.