Wintersemester 2016/2017

Vorlesungen


Hauptseminare



Religiöses Lernen

Zeit: Fr 10-12 | Raum: GA 03/49
Beginn: 28.10.2016 | VSPL: (Nr. 020140)
MEd (2005): Modul A | MEd ab 2013: Modul A
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Religionsunterricht ist in der öffentlichen Schule ein ordentliches Lehrfach. Er hat Teil am Bildungsauftrag der Schule und ordnet sich ein in deren institutionelles Bedingungsgefüge. Impliziert wird damit freilich etwas behauptet, was pädagogisch wie theologisch keineswegs selbstverständlich ist: die Lehrbarkeit und Lernbarkeit von Religion. Wenngleich zwischen Religion und Glaube zu unterscheiden ist, stellen sich doch bereits hinsichtlich der Religion erhebliche Zweifel an deren Erlernbarkeit ein. Kann man Religion lernen? Oder erschließen sich nur Teilaspekte dem Lernprozess, während andere – vielleicht sogar die elementarsten – vom Lernprozess gerade nicht erfasst werden können? Was bedeutet Lernen im Bereich Religion, wozu dient es? Gibt es Bezüge zwischen der biographischen Entwicklung des Denkens und bestimmten Formen religiösen Lernens?
Diesem komplexen Gefüge widmet sich die Vorlesung in vier Schritten. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Religionsbegriff und dem Begriff des Lernens werden Aspekte religiösen Lernens und der Zusammenhang zwischen Religionspädagogik und Bildung behandelt.

Einführung in die Religionsdidaktik

Zeit: Fr 16-18 | Raum: GA 03/149
Beginn: 28.10.2016 | VSPL: (Nr. 020091)
BA: Modul VII
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Glauben lehren als Akt geistlicher Gewalt oder Hilfe zur Menschwerdungen des Menschen? Welcher Stellenwert kommt dabei dem Religionsunterricht zu? Fungiert er als letzte Bastion kirchlicher Sozialisation in der allgemeinen „Verdunstung des Glaubens“? Oder steht er vielleicht doch im Dienste der Mündigkeit der Schülerinnen und Schüler angesichts ihrer „unsichtbaren Religion“ (Luckmann) und hätte damit durch seinen Beitrag zum schulischen Bildungsauftrag seinen unverzichtbaren Platz in der öffentlichen Schule? Reicht aber dazu eine reine Information über Religion aus oder müsste dieser Religionsunterricht nicht doch konfessionell geprägt sein?

Ein breites Themenspektrum eröffnet sich angesichts dessen für die Vorlesung. Vor dem Hintergrund der Erarbeitung eines pluralitätsfähigen Religionsbegriffs werden religionsdidaktische Konzepte ebenso in näheren Augenschein genommen wie Begründungen und Zielsetzung des Religionsunterrichtes und die Rolle der Schülerinnen und Schüler wie der Unterrichtenden.

Glauben lernen? Einführung in die Religionspädagogik

Zeit: Fr 14-16 | Raum: GA 03/149
Beginn: 28.10.2016 | VSPL: (Nr. 020092)
BA: Modul VI | Magister Theologiae M4
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Den Glauben lehren und lernen zu wollen birgt unter den Bedingungen einer pluralisierten und globalisierten Welt enorme Herausforderungen. Gängige Muster der Glaubensweitergabe sind deutlich an ihre Grenzen gelangt. Religiöse Milieus sind ausdifferenziert. Kulturelle, kirchliche und lebensweltliche Verwurzelungen des Glaubens sind verblasst, ohne dass Religion verschwunden ist. Religion ist einerseits unsichtbar geworden, drängt aber andererseits mit Macht in die Öffentlichkeit. Wie soll unter solchen Bedingungen von Pluralisierung und Säkularisierung Glaube gelernt werden können? Welche Lernorte des Glaubens gibt es und welche innere Logik des Glaubenlehrens und Glaubenlernens findet sich dort? Was passiert mit Religion und Glaube, wenn sie in Bildungskontexte eintreten?
Die Vorlesung will nach einer Ausleuchtung des Kontextes gegenwärtigen Glaubenlehrens und Glaubenlernens im Lichte bildungstheoretischer Überlegungen Konzepte, Dimensionen und Prinzipien der Religionsdidaktik und der Katechese diskutieren.


Religionspädagogische Anthropologie

Zeit: Di 10-12 | Raum: GA 6/134
Beginn: | VSPL: (Nr. 020093)
BA: Modul VI
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Jedes Lernen wird von Einstellungen und Vorannahmen über den Menschen beeinflusst. Von Menschenbildern ist die Rede, die in Erziehung, Bildung und Unterricht wirksam werden – auch im Religionsunterricht. Dabei fungiert eine Anthropologie als Kriterium für gute und schlechte religionspädagogische Praxis. Andererseits neigen Bilder zu Verkrustungen und machtbedingten Festlegungen. Wie aber kann dann religiöse Bildung auf Menschenbilder zurückgreifen?
Diesen komplexen wie provokativen Fragen geht das vorliegende Hauptseminar nach.

Interreligiöses Lernen

Zeit: Fr 12-14 | Raum: GA 6/134
Beginn: 28.10.2016 | VSPL: (Nr. 020094)
MEd nach alter Ordnung: Modul B | MEd nach neuer Ordnung: Modul E
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Interreligiöses Lernen gewinnt insbesondere im Verhältnis zum Judentum Brisanz. Aber warum soll man sich im konfessionellen Religionsunterricht mit dem Judentum beschäftigen, wo doch schon die eigene Konfession den Schülerinnen und Schülern fremd geworden ist? Worin liegt möglicherweise die besondere Dringlichkeit eines solchen Themas? Wer hier auf das Judesein Jesu und auf die These verweisen würde, dass die Juden eben die "älteren Brüder" der Christen seien, der hätte zwar Wesentliches gesagt. Aber wohl erst ein derzeit zunehmender Antisemitismus in Kultur und Gesellschaft und noch immer vertretene Tendenzen eines christlichen Antijudaismus markieren die besondere Virulenz des Themas für den Religionsunterricht.

Dieser Rahmen bestimmt das Themenspektrum des Seminars. Es setzt thematische Akzente beim Anamnetischen Lernen, bei einer Gedenkstättenpädagogik, beim Biografischen Lernen und versucht den Dialog mit kirchengeschichtlichem Lernen. Dazu bindet es Seminarveranstaltungen und eine Exkursion nach Weimar/Buchenwald zusammen. Es finden 4 Sitzungen (28.10; 11.11., 16.12; 10.2.17) und eine Exkursion (2.-5.2.2017) nach Weimar/Buchenwald statt. Organisatorisches wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben. Aus organisatorischen Gründen wird eine Teilnehmerbeschränkung auf 15 Personen gesetzt.

Perspektiven des Religionsunterrichts

Zeit: Mi 14-16 | Raum: GABF 04/714
Beginn: | VSPL: (Nr. 020097)
MEd nach neuer Ordnung: Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Religionsunterricht ist ein komplexer Gegenstand, der viele Dimensionen hat, die im Vorfeld bedacht und theoretisch ausgeleuchtet werden müssen, um den Anforderungen der Praxis gerecht zu werden.
In diesem Seminar soll es darum gehen, unterschiedliche Perspektiven des Religionsunterrichts aufzuzeigen und vor dem Hintergrund religionspädagogischer Konzepte zu erhellen, wobei die ausgewählten Ansätze vertieft und aus unterschiedlichen Blickwinkeln behandelt werden sollen.

Ethisches Lernen

Zeit: Mi 10-12 | Raum: GA 6/131
Beginn: 26.10.2016 VSPL: (Nr. 020095)
MEd nach alter Ordnung: Modul C | MEd nach neuer Ordnung: Modul D
Dozent: Patrik Dzambo

Kann man Ethik lernen? Was ist überhaupt damit gemeint im Unterschied zur Moral? Wo sind die Bezüge zum Religionsunterricht, wo das Spezifische ethischen Lernens im Kontext von Religion?
Dieser komplexen Problematik geht das Hauptseminar nach.

Begleitung/Nachbereitung Praxissemster

Zeit: n.V. | Raum: GA 6/131
Beginn: 04.11.2016 | VSPL: (Nr. 020100)
MEd nach neuer Ordnung: Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Dieses Seminar dient dazu, Erfahrungen im Praxissemster zu thematisieren und im Kontext relgionspädagogischer Theorien zu reflektieren. Darüber hinaus erhalten die Studierenden Gelegenheit, ihre Konzepte für theoriegeleitete Erkundungen vorzustellen und kritisch zu diskutieren.

Sprache im Religionsunterricht

Zeit: Do 14-16| Raum: GABF 04/714
Beginn:| VSPL: (Nr. 020098)
BA: Optionalbereich
Dozent: Marcin Morawski

In diesem Seminar soll es zunächst darum gehen, Bildungsgerechtigkeit im theoretischen Kontext zu erschließen, wobei Bildungstheorien sowie Theorien der Gerechtigkeit Gegenstand der Auseinandersetzung sein sollen.

Im zweiten Schritt soll die Bedeutung von Sprache für den Religionsunterricht herausgestellt werden, um schließlich Konzepte zur Sprachförderung im Religionsunterricht zu untersuchen, zu bewerten und gemäß aktueller Ansätze der Sprachförderung im Fach selbst zu entwickeln.

Erfahrungen mit dem Religionsunterricht

Zeit: 9-16 | Raum: GA 6/131
Beginn: 22.10.2016 | VSPL: (Nr. 020101)
MEd nach alter Ordnung: Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Das Seminar richtet sich an die Studierenden, die das Seminar Religionsdidaktik- und Methodik besucht und das vierwöchige Praktikum absolviert haben.
Die Teilnehmer erhalten Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen im Praktikum auszutauschen, ihre Lehrerrolle sowie ihre gehaltenen Unterrichtsstunden zu reflektieren und Lösungsansätze für mögliche Probleme und Schwierigkeiten zu entwickeln.
Des Weiteren können Materialien ausgetauscht werden.

Religionspädagogisches Vorbereitungsseminar auf die Praxis

Zeit: Mi 16-18 | Raum: GABF 04/714
Beginn: | VSPL: (Nr. 020096)
MEd nach alter Ordnung: Modul A | MEd nach neuer Ordnung: Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Dieses Seminar dient sowohl der Vorbereitung auf das Blockpraktikum als auch auf das Praxissemester. Es sollen hierbei ausgewählte religionspädagogische Konzepte hinsichtlich ihrer Relevanz für die Praxis untersucht werden. Diese können Grundlage für theoriegeleitete Erkundungen im Rahmen des Praxissemesters bzw. für den Beobachtungsschwerpunkt im Rahmen des Blockpraktikums sein.
Planung, Durchführung und Reflexion von Religionsunterricht sind ebenfalls Gegenstand des Seminars. Dabei sollen u.a. folgende Fragestellungen berücksichtigt werden: Welche Vorgaben findet man in den Curricula? Wie wird ein Unterrichtsgegenstand zu einem Thema? Wie findet und formuliert man Unterrichtsziele? Wie lassen sich diese operationalisieren? Welche Materialien und Methoden eigenen sich, um die gesetzten Lernziele zu erreichen? Welche Kompetenzen können die Schüler erlangen? Wie baut man eine Stunde auf? (...)

Gottesbilder

Zeit: Do 16-18 | Raum: GA 6/134
Beginn: | VSPL: (Nr. 020099)
BA: Modul VII
Dozent: Marcin Morawski

Reden Menschen von Gott, so spielen ihre Gottesbilder dabei eine zentrale Rolle. Diese selbst sind von zahlreichen Faktoren geprägt, wie z.B. der (religiösen) Sozialisation oder entwicklungspsychologischen Aspekten. Gottesbilder sind dabei nicht starr, sondern durchlaufen im Laufe des Lebens zahlreiche Wandlungen, insbesondere im Kindes- und Jugendalter. Die Entwicklung verläuft von anthropomorphen hin zu symbolischen oder abstrakten Vorstellungen. Die Entwicklung der Gottesbilder erfolgt nicht automatisch, ein Stehenbleiben auf der antropomorphen Stufe ist möglich. Möchte man mit Schülerinnen und Schülern über Gott reden, ist dies zu berücksichtigen und die Fragen nach dem "wie, womit und wohin" von zentraler Bedeutung. Es wird zu diskutieren sein, wie man als Lehrer mit den Gottesbildern der Schülerinnen und Schülern umgehen sollte, inwiefern "Brucherfahrungen" bezüglich der Gottesbilder der Schülerinnen und Schüler von seiten der Lehrkraft initiiert werden sollten, welche Methoden dazu geeignet sind und welche Ziele das Reden von Gott im Unterricht haben kann. In dem Hauptseminar soll es daher darum gehen, Möglichkeiten des Redens von Gott in der Schule unter der Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Faktoren und der Vorgaben der Lehrpläne zu entwickeln und zu erproben und die Möglichkeiten und Grenzen des Redens von Gott in der Schule auszuloten. Die Auseinandersetzung mit biblischen Gottesbildern, mit dem Bilderverbot Ex 20, 1-11, mit Gottesbildern in der Mystik, mit Gottesbildern anderer Religionen sowie auch mit religionskritischen Aspekten soll ebenfalls Gegenstand des Seminars sein. Aktive Mitarbeit wird vorausgesetzt.