Sommersemester 2015

Vorlesungen


Hauptseminare


Oberseminar



Einführung in Religiöses Lernen

Zeit: Di 14-16 | Raum: GA 03/149
Beginn: 07.04.2015 | VSPL: (Nr. 020080)
MA: Modul IV | MEd (2005): Modul A | MEd (2013): Modul A
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Religionsunterricht ist in der öffentlichen Schule ein ordentliches Lehrfach. Er hat Teil am Bildungsauftrag der Schule und ordnet sich ein in deren institutionelles Bedingungsgefüge. Impliziert wird damit freilich etwas behauptet, was pädagogisch wie theologisch keineswegs selbstverständlich ist: die Lehrbarkeit und Lernbarkeit von Religion. Wenngleich zwischen Religion und Glaube zu unterscheiden ist, stellen sich doch bereits hinsichtlich der Religion erhebliche Zweifel an deren Erlernbarkeit ein. Kann man Religion lernen? Oder erschließen sich nur Teilaspekte dem Lernprozess, während andere – vielleicht sogar die elementarsten – vom Lernprozess gerade nicht erfasst werden können? Was bedeutet Lernen im Bereich Religion, wozu dient es? Gibt es Bezüge zwischen der biographischen Entwicklung des Denkens und bestimmten Formen religiösen Lernens?
Diesem komplexen Gefüge widmet sich die Vorlesung in vier Schritten. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Religionsbegriff und dem Begriff des Lernens werden Aspekte religiösen Lernens und der Zusammenhang zwischen Religionspädagogik und Bildung behandelt.

Religion unterrichten. Einführung in die Religionsdidaktik

Zeit: Fr 10-12 | Raum: GA 03/149
Beginn: 10.04.2015 | VSPL: (Nr. 020081)
BA: Modul VII | Magister Theologiae M4 / M13
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Glauben lehren als Akt geistlicher Gewalt oder Hilfe zur Menschwerdungen des Menschen? Welcher Stellenwert kommt dabei dem Religionsunterricht zu? Fungiert er als letzte Bastion kirchlicher Sozialisation in der allgemeinen „Verdunstung des Glaubens“? Oder steht er vielleicht doch im Dienste der Mündigkeit der Schülerinnen und Schüler angesichts ihrer „unsichtbaren Religion“ (Luckmann) und hätte damit durch seinen Beitrag zum schulischen Bildungsauftrag seinen unverzichtbaren Platz in der öffentlichen Schule? Reicht aber dazu eine reine Information über Religion aus oder müsste dieser Religionsunterricht nicht doch konfessionell geprägt sein?

Ein breites Themenspektrum eröffnet sich angesichts dessen für die Vorlesung. Vor dem Hintergrund der Erarbeitung eines pluralitätsfähigen Religionsbegriffs werden religionsdidaktische Konzepte ebenso in näheren Augenschein genommen wie Begründungen und Zielsetzung des Religionsunterrichtes und die Rolle der Schülerinnen und Schüler wie der Unterrichtenden.

Religionspädagogische Anthropologie

Zeit: Fr 14-16 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 10.04.2015 | VSPL: (Nr. 020082)
BA: Modul VII
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Jedes Lernen wird von Einstellungen und Vorannahmen über den Menschen beeinflusst. Von Menschenbildern ist die Rede, die in Erziehung, Bildung und Unterricht wirksam werden – auch im Religionsunterricht. Dabei fungiert eine Anthropologie als Kriterium für gute und schlechte religionspädagogische Praxis. Andererseits neigen Bilder zu Verkrustungen und machtbedingten Festlegungen. Wie aber kann dann religiöse Bildung auf Menschenbilder zurückgreifen?
Diesen komplexen wie provokativen Fragen geht das vorliegende Hauptseminar nach.

Religionsunterricht denken. Neue Konzeption zum Religionsunterricht

Zeit: Fr 12-14 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 10.04.2015 | VSPL: (Nr. 020083)
BA: Modul VI | Magister Theologiae M11
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Die Religionspädagogik ist in Bewegung gekommen. Eine Vielzahl an neuen Konzepten und Entwürfen zum Religionsunterricht ist entstanden. Man traut Konzepten zu, den oft in Misskredit geratenen Religionsunterricht zu verbessern. Andere hingegen sprechen bereits von einer „Neuen Unübersichtlichkeit“. Manche glauben gar, in der Vielzahl neu entstehender Konzepte vor allem das modische Diktat wohlfeiler Marktförmigkeit oder gar die Profilierungssucht ihrer Autoren erkennen zu können, währen man andernorts die Relevanz von Konzepten für die konkrete Planung, Durchführung und Reflexion grundsätzlich in Frage stellt.
Das Seminar will in dieser Situation einen Überblick über aktuelle Konzeptionen zum Religion erarbeiten und dabei der Frage nachgehen, inwiefern die Konzepte einen Beitrag zu einem guten Religionsunterricht leisten.
Von den Teilnehmern wird aktive Mitarbeit erwartet. Dazu zählt die vorbereitende Lektüre der im Blackboard eingestellten Texte.

Schöpfung und Ethik

Zeit: Fr 12-14 | Raum: GA 6/131
Beginn: 10.04.2015 | VSPL: (Nr. 020089)
MEd (2005): Modul C | MEd (2013): Modul D
Dozent: Patrik Dzambo

Neben dem Erziehungsrecht der Eltern hat sich durch die allgemeine Schulpflicht die Erziehungskompetenz des Staates durchgesetzt. So muss die Schule neben der Wissensvermittlung auch eine Werteerziehung erbringen, damit junge Menschen zu selbständigen und demokratischen Bürgern heranwachsen können. Doch was ist ethische Bildung und wie ist diese in der Schule leisten? Welche Rolle kommt hierbei dem Religionsunterricht zu und wie lassen sich Grundformen ethischen Lehrens und Lernens für den Religionsunterricht entwickeln?
Im Seminar soll sich diesen und weiteren Fragen angenähert werden und damit die konkrete schulische Praxis im Vordergrund stehen. Neben grundlegenden theoretischen Überlegungen zum ethischen Lernen sollen unter Rückgriff auf die inhaltlichen Vorgaben des Kernlehrplans unterschiedliche ethische Herausforderungen der Gegenwart im Mittelpunkt stehen. Hierbei wird neben einer inhaltlichen Annäherung insbesondere zu prüfen sein, wie mit diesen Themenfeldern im schulischen Religionsunterricht umgegangen werden kann.

Mit Pluralität leben. Interreligiöses Lernen

Zeit: Mi 14-16 | Raum: GA 6/131
Beginn: 08.04.2015 | VSPL: (Nr. 020095)
MEd nach alter Ordnung: Modul B | MEd nach neuer Ordnung: Modul E
Dozent: Patrik Dzambo

Wahrscheinlich gibt es derzeit kaum eine größere Herausforderung für religiöse Bildungsprozesse als die Nähe des Fremden in einer pluralen Gegenwart. Vor allem mit anderen Religionen und Kulturen sind wir konfrontiert. Was für die einen eine enorme Bereicherung darstellt, führt bei anderen nicht selten zu Irritation und Unsicherheit. Wie kann ein Religionsunterricht mit diesem Phänomen umgehen? Welche religionstheologischen Positionen gibt es? Welche religionstheologischen Konzepte führen weiter? Welche Kompetenzen werden angezielt?
Das vorliegende Seminar setzt sich mit dieser spannenden Debatte auseinander und führt ein in den Horizont einer pluralitätsfähigen Religionspädagogik, die ihre Relevanz gerade im Kontext interreligiösen Lernens unter Beweis stellen muss.

Religionsdidaktik und Methodik

Zeit: Di 12-14 | Raum: GA 6/131
Beginn: 14.04.2015 | VSPL: (Nr. 020084)
MEd (2005): Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Das Seminar dient zur Vorbereitung auf das vierwöchige Kernpraktikum und hat folglich einen großen Praxisbezug. Die Planung, Durchführung und Reflexion von Religionsunterricht stehen im Vordergrund. Schwerpunkte sind dabei u.a. folgende Fragestellungen:
Welche Vorgaben findet man in den Curricula? Wie wird ein Unterrichtsgegenstand zu einem Thema? Wie findet und formuliert man Unterrichtsziele? Wie lassen sich diese operationalisieren? Welche Materialien und Methoden eigenen sich, um die gesetzten Lernziele zu erreichen? Welche Kompetenzen können die Schüler erlangen? Wie baut man eine Stunde auf? Die praktischen Aspekte werden theoretisch eingebettet, wobei religionsdidaktische Prinzipien und Grundbegriffe eine zentrale Rolle spielen sollen.
Die Teilnehmer des Seminars werden zu ausgewählten Themen Unterrichtsstunden simulieren, die dann gemeinsam analysiert werden. Diese werden als Prüfungsleistung in Form einer Reflexion verschriftlicht.

Erfahrungen mit dem Religionsunterricht

Zeit: 18.04.2015 9-15 Uhr (Blockveranstaltung)| Raum: wird noch bekannt gegeben.
Beginn: 18.04.2015 | VSPL: (Nr. 020085)
MEd (2005): Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Das Seminar richtet sich an die Studierenden, die das Seminar Religionsdidaktik- und Methodik besucht und das vierwöchige Praktikum absolviert haben.
Die Studierenden erhalten Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen im Praktikum auszutauschen, ihre Lehrerrolle sowie ihre gehaltenen Unterrichtsstunden zu reflektieren und Lösungsansätze für mögliche Probleme und Schwierigkeiten zu entwickeln.
Des Weiteren bietet sich die Gelegenheit, einen Materialpool anzulegen.

Kinder und Jugendliche als Christologen

Zeit: Di 8-10 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 14.04.2015 | VSPL: (Nr. 020086)
MEd (2005): Modul D | MEd (2013): Modul B
Dozent: Marcin Morawski

„Kinder sind die wahren Philosophen“ sagte einst Karl Jaspers. Wer Gelegenheit hatte, mit Kindern und Jugendlichen über theologische Fragestellungen ins Gespräch zu kommen, wird bestätigen, dass diese auch großartige Theologen sind. Aus dem Bauch heraus stellen sie die großen Fragen der Theologie wie z.B.: „War Jesus ein Mensch, Gott oder beides? Warum ist er am Kreuz gestorben? Warum hat Gott dies nicht verhindert? Was heißt Auferstehung?“ Als Theologe gerät man leicht in Verlegenheit, versucht man darauf Antworten zu finden, die der Sache gerecht werden und dem Verständnishorizont und Entwicklungstand der Kinder und Jugendlichen entsprechen sollen.
In diesem Seminar soll der Fokus auf christologische Fragestellungen gerichtet werden.
Dabei soll aus religionspädagogischer Perspektive untersucht werden, wie diese Kindern und Jugendlichen vermittelt werden können. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Kinder- und Jungendtheologie gerichtet werden. Diese nimmt Kinder und Jugendliche als Subjekte der Theologie ernst und sucht nach Wegen, wie ihre theologischen Fragenstellungen für Lernprozesse fruchtbar gemacht werden können.

Vorbereitung auf das Praxissemster

Zeit: Mo 14-16 | Raum: GABF 04/354
Beginn: 13.04.2015 | VSPL: (Nr. 020088)
MEd (2013): Modul A
Dozent: Marcin Morawski

In diesem Jahr findet für die Studierenden des MEd 2013 Studiengangs das Praxissemester zum ersten Mal statt.
Die Studierenden sind ein Semester lang an einer Schule und haben dort Gelegenheit, den Schulbetrieb umfassend kennenzulernen. Dazu gehören Unterrichtshospitationen, eigene Unterrichtsversuche sowie die Durchführung eines eigenen kleinen Forschungsprojekts.
In diesem Seminar sollen die Studierenden auf diese Aufgaben theoretisch und praktisch vorbereitet werden. Die Planung, Durchführung und Reflexion von Religionsunterricht stehen im Vordergrund. Dabei sollen u.a. folgende Fragestellungen berücksichtigt werden: Welche Vorgaben findet man in den Curricula? Wie wird ein Unterrichtsgegenstand zu einem Thema? Wie findet und formuliert man Unterrichtsziele? Wie lassen sich diese operationalisieren? Welche Materialien und Methoden eigenen sich, um die gesetzten Lernziele zu erreichen? Welche Kompetenzen können die Schüler erlangen? Wie baut man eine Stunde auf? (...)
Im Seminar werden Unterrichtsstunden simuliert, die dann gemeinsam analysiert werden. Ferner erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Anregungen für ihre Forschungsprojekte.

Sprache im Religionsunterricht vor dem Hintergrund der Bildungsgerechtigkeit

Zeit: Mo 10-12 | Raum: GABF 04/354
Beginn: 13.04.2015 | VSPL: (Nr. 020087)
BA: Optionalbereich
Dozent: Marcin Morawski

In diesem Seminar soll es darum gehen, Konzepte zur Sprachförderung im Religionsunterricht zu entwickeln, auszuprobieren und zu evaluieren. Als Instrument der Sprachförderung soll hier das Spiel dienen. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern Spiele im Religionsunterricht einen Beitrag zur Sprachförderung leisten können. Ein Anspruch der Religionspädagogik ist es, einen Bezug zwischen der Lebenswelt der Schülerinnen und Schülern mit Inhalten der christlichen Religion in Beziehung zu setzen (Korrelationsdidaktik). Dies ist in der Praxis mancherorts kein einfaches Unterfangen, wenn beispielsweise keine religiöse Prägung seitens des Elternhauses gegen ist oder die Relevanz der Themen des Religionsunterrichts für das Leben der Schülerinnen und Schüler verschlossen bleibt. Dagegen nehmen Speile häufig eine bedeutende Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen ein. Sie widmen diesen oft einen nicht unerheblichen Teil ihrer zeitlichen und finanziellen Ressourcen, sind Experten auf diesem Gebiet und suchen dort nach Wertschätzung und Anerkennung, nicht selten, wenn ihnen diese in ihrer Lebenswirklichkeit versagt bleibt. Die Auseinandersetzung mit Spielen im Religionsunterricht und die Verknüpfung von Unterrichts- und Spielinhalten kann unter dem motivationalen Aspekt sprachfördernde Wirkung haben. Im Hinblick auf eine Sprachförderung im Religionsunterricht sollen im Rahmen dieses Seminars unterschiedliche Zugänge entwickelt werden. Die Adressaten der Konzepte sind Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Es findet im Rahmen des Seminars eine Kooperation mit der Erich Kästner-Gesamtschule in Bochum statt, so dass die Möglichkeit besteht, praxisnah zu arbeiten.
Eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema Bildungsgerechtigkeit aus religionspädagogischer Perspektive sowie spieltheoretische Positionen gehen dem praxisorientierten Teil des Seminars voraus.

Aktuelle Diskussionen der Religionspädagogik

Zeit: n. V. | Raum: wird noch bekannt gegeben
Beginn: wird noch bekannt gegeben | VSPL: (Nr. 020079)
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Im Oberseminar sollen aktuelle Debatten der Religionspädagogik wahrgenommen, diskutiert und kritisch beurteilt werden. Es richtet sich an Interessierte aus höheren MEd-Semestern, Examenskandidaten und Doktoranden.
Die Veranstaltungen finden jeweils dienstags, 16-20 Uhr statt. Beginn und Daten werden noch bekannt gegeben.