Julia Maria Schropp

Julia Maria Schropp, M.A.




Lebenslauf

  • Seit Oktober 2010: Doktorandin der Ruhr-Universität Bochum mit dem Arbeitstitel: „Schuld und Bestrafung – die Diskussion um Schuld- und Präventionsprinzip im deutschen Strafrecht“.
  • Seit April 2007: Wissenschaftliche Mitarbeiterin der SK-Stiftung CSC – Cologne Science Center.
  • Oktober 2006-April 2007: Praktikum bei der SK-Stiftung CSC – Cologne Science Center im Bereich Ausstellungskonzeption, Projektmanagement, Controlling.
  • 2003-2004: Auslandsstudium Philosophy/European Studies am King’s College der University of London.
  • 2001-2006: Studium der Philosophie und der Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Abschluss mit dem Magister Artium im April 2006. Magisterarbeit über „‚Dichten und Denken‘. Hölderlins Fichte-Rezeption in Jena“.
  • 1999-2001: Diplomstudium Kulturwissenschaften/Ästhetische Kommunikation an der Universität Hildesheim. Abschluss mit dem Vordiplom im September 2001.

Kurzvorstellung des Dissertationsprojektes

Schuld und Bestrafung – die Diskussion um Schuld- und Präventionsprinzip im deutschen Strafrecht

Ein Grundlagenproblem der Strafrechtswissenschaft ist bis heute die Frage, ob Schuld ein gerechtfertigtes und tragendes Konzept für Bestrafung ist. Der Kern des Problems liegt darin, schlüssig zu begründen, was den Schuldvorwurf materiell berechtigt. Neben die inhaltlichen Fragen an ein tragfähiges Konzept von strafrechtlicher Schuld tritt die generelle Frage nach der Legitimation eines Schuldstrafrechtes. Das Strafrecht verfügt mit der lebenslangen Freiheitsstrafe über die härtesten Sanktionen, die ein Staat gegenüber seinen Bürgern verhängen kann. Die Legitimation einer Sanktionierung von Verbrechen durch Strafe aufgrund des Schuldig-Seins des Täters kann daher nicht einfach als gesetzt oder als intuitiv überzeugend postuliert werden. Das Gegenmodell zu den „klassischen“ auf dem Schuldprinzip basierenden retributiven Straftheorien bilden die präventiven Straftheorien, die sich allein auf kriminalpolitische Zweckmäßigkeit als Strafgrund berufen.

Um zu klären, ob Schuld ein zu rechtfertigendes Konzept für Bestrafung ist, setzt das Dissertationsprojekt bei einer Analyse des Schuldbegriffs an. Dabei ist u. a. zu untersuchen, was das Schuldprinzip gegenüber dem Präventionsprinzip leistet und wie die Abhängigkeit des Schuldprinzips von der Frage nach der Freiheit des Willens zu bewerten ist. Auf den theoretischen Teil, in dem die Anforderungen an ein konsistentes Schuldkonzept erarbeitet werden, folgt ein praktischer Teil. Dieser analysiert, was das deutsche Strafgesetz als Schuld versteht, indem die dort genannten Schuldausschließungsgründe anhand von Urteilen und Fallbeispielen untersucht werden. Mit diesem Vorgehen werden aus den Schuldausschließungsgründen die inhaltlichen Voraussetzungen des strafrechtlichen Schuldvorwurfs abgeleitet und das sich daraus ergebende Schuldkonzept wird mit dem des ersten Teils abgeglichen und auf seine Tragfähigkeit hin untersucht.