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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » August 2004
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Fallopia japonica (Houtt.) Ronse - Japanischer Staudenknöterich

 

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Aus der Sicht des Naturschutzes zählt der Japanische Staudenknöterich zu den Problempflanzen unserer Flora. An Fluss- und Teichufern, an Straßenrändern und Böschungen findet man häufig dichte Bestände, die sich alljährlich bis zu 1 m seitlich ausbreiten. Die Pflanzen besitzen ein bis 2 m tief reichendes Rhizom, an dem sich zahlreiche Erneuerungsknospen befinden. Kleinste Rhizomstücke, die von Wasser transportiert oder mit Gartenabfällen unerlaubt an Waldränder gelangen, regenerieren sich zu ausgedehnten Dickichten. Direkte gesundheitliche Schäden (wie von der Herkulesstaude mit seiner phytosensibilisierenden Wirkung) sind nicht bekannt, aber die Auswirkungen auf den Wuchsort sind durch Verdrängung des ursprünglichen Bewuchses (intensives Beschatten und Wurzelkonkurrenz) oder die Destabilisierung von Deichen und Bahndämmen erheblich. Bekämpfungsmaßnahmen wie Ausbaggern der Rhizome (2 m!) oder Entfernen der oberirdischen Teile (Jahre lange Beweidung oder mehrmalige Mahd) sind langwierig und teuer und führen nur zu einer Schwächung der Austriebsfreude der Rhizome.

Fallopia japonica zählt in unserer Flora zu den invasiven Neubürgern oder Neophyten (gebietsfremde Pflanzen, die seit der Entdeckung Amerikas unter Einfluss des Menschen zu uns gekommen sind). Im Naturschutz gelten sie dann als invasiv, wenn sie unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben.

Die aus Ost-Asien stammende Art wurde in Europa erstmals 1835 in England angepflanzt und in den nachfolgenden Jahren als teure Staude gehandelt. Mit bis zu 3 m Höhe galt sie als ornamentale Zierpflanze und wurde auch als Futterpflanze sowie zur Befestigung von Böschungen angepflanzt.

Ebenso eingebürgert, aber seltener anzutreffen ist der Sachalin-Knöterich, Fallopia sachalinesis. Man kann beide Arten an der Form der Blätter unterscheiden. Fallopia ist zweihäusig, d. h. männliche und weibliche Blüten entwickeln sich auf verschiedenen Individuen. Meist werden in unserem Klima keine Samen ausgebildet. Für die rasche Ausbreitung ist nur die ungeschlechtliche Vermehrung von Bedeutung.

 

 

Wuchsort im Botanischen Garten: B 9 (schmales Beet eingegrenzt von befestigten Wegen!)

 

 
 
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Letzte Änderung: 02.08.2004 | Ansprechpartnerin: Annette Höggemeier