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(00238) 27.08.2002 13:52

Neuer Schwerpunkt Tief- und Tunnelbau an der RUB


Bochum, 27.08.2002
Nr. 239


Highspeedtechnologie made in Bochum
Schwerpunkt Tief- und Tunnelbau an der RUB
Fakultät für Bauingenieurwesen mit neuer Spezialisierung


Die beiden Studenten Tobias Teheymann (24) und Andre Jacobs (24) kommen
gerade von Deutschlands aufwändigster Tunnelbaustelle im Altmühltal
zurück: Hier entsteht die neue ICE-Verbindung Nürnberg-München.
Teheymann und Jacobs haben ihr berufsvorbereitendes Praktikum in einem
Team von über 30 Ingenieuren absolviert. Nun könnten sie auf der vor
kurzem eingeweihten Strecke Köln-Rhein-Main das Gefühl selbst
ausprobieren, wie es ist, mit Tempo 300 über eine
Hochgeschwindigkeitstrasse zu fahren. Die beiden gehören zu den ersten
Absolventen der neuen Spezialisierungsrichtung für den Tief- und
Tunnelbau an der RUB, die hervorragende Zukunftsperspektiven bietet.

Weltweite Nachfrage macht die RUB für den Nachwuchs attraktiv

Das Bochumer Know-how wird mittlerweile weltweit nachgefragt. Und auch
beim Nachwuchs kommt das neue Konzept an: Während die
Ingenieurwissenschaften allgemein über zu wenig Studierende klagen,
haben sich im vergangenen Jahr dreimal mehr junge Menschen in Bochum für
das Bauingenieurwesen eingeschrieben als an anderen Hochschulen.

Erfahrungen sammeln und anwenden

Die RUB-Fakultät hat den Tief- und Tunnelbau in einem Entwicklungsplan
für die nächsten Jahre als einen Schwerpunkt etabliert. Praxisnähe wird
groß geschrieben. Das gilt auch für Versuche im konstruktiven
Ingenieurbau. Hier sammeln Studierende in den Versuchshallen erste
praktische Erfahrungen, ehe es zu realen Projekten wie der ICE-Trasse in
Bayern geht.

Schnellbahnprojekt in Malaysia

Oder z. B. nach Malaysia: Hier wird eine neue Schrägseilbrücke über den
Sungai-Prai-Fluss gebaut und es gilt, speziell die Sicherheit der großen
Brückenlager zu prüfen. Dies geht nur mit der weltweit einzigartigen
Prüfmaschine des Instituts für Konstruktiven Ingenieurbau an der
RUB-Fakultät, die bis zu 2.000 Tonnen Zug- und Druck aufbringen kann –
eine  Last, die etwa dem Gewicht von 2.000 PKW entspricht.

Erdbebensicherheit für Schnellbahnbrücken in Taiwan

Ein paar 1.000 km weiter wird in Taiwan eine neue
Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsstrecke geplant. Die Trasse führt durch ein
Erdbebengebiet. Hier müssen die Brückenlager extrem hohen
Sicherheitsbedingungen genügen, um den Erdbebengefahren zu trotzen und
ein sicheres Fahren der Bahn zu gewährleisten. Computersimulationen und
Erdbebensimulationen an der großen Prüfmaschine werden die Grundlage für
diese Bauingenieurleistung sein.

Last, but not least: Der Metrorapid

Diese Untersuchungen könnten auch für die geplante Metrorapidstrecke in
Nordrhein-Westfalen relevant sein: Einmal Highspeed von der Uni oder an
die Uni. Die beiden Studenten Tobias Teheymann und Andre Jacobs werden
dann schon ausgebildete Ingenieure sein und vielleicht beim Bau des
Metrorapid ihren Beruf ausüben.

Weitere Informationen

Prof. Dr. techn. Günther Meschke, Lehrstuhl für Statik und Dynamik,
Fakultät für Bauingenieurwesen der RUB, Tel. 0234/32-29051, Fax:
0234/32-14149, E-Mail: guenther.meschke@ruhr-uni-bochum.de, Internet:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/fbi/



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