Corona Warn App unter der Lupe: Neues Forschungsprojekt an der Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin

02.11.2020

Im Oktober hat die interdisziplinäre Forschungsgruppe ELISA („The Ethics of Livetracking Applications in Connection with SARS-CoV2“) unter der Leitung von Herrn Dr. Haltaufderheide und Herrn Dr. Krämer ihre Arbeit aufgenommen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt untersucht den Einsatz von Live-Tracking Applikationen wie etwa der Corona Warn App des Robert-Koch-Institutes im Rahmen der Corona-Pandemie.

Derzeit werden unterschiedliche Positionen zum so genannten Proximity Tracing als Maßnahme zur Bekämpfung von Sars-CoV2 diskutiert. Die einen sehen darin eine Chance, die Pandemie zu kontrollieren und einzudämmen. Andere sehen große ethische Risiken in puncto Datenschutz, Privatsphäre und Selbstbestimmung der Anwender.

ELISA untersucht die ethischen Dimensionen von Livetracking Applikationen wie der Corona Warn App in zwei Teilprojekten.  Mit einer qualitativen Interviewstudie mit Expertisen aus verschiedenen Feldern (IT, Medizin, Recht etc.) erfasst das erste Teilprojekt ein heterogenes Stimmungsbild hinsichtlich der Bewertung und Wahrnehmung von Livetracking Applikationen im Rahmen der COVID-19 Pandemie. Das zweite Teilprojekt analysiert dabei aus ethischer Perspektive die Zulässigkeit von Livetracking-Applikationen mit besonderem Augenmerk auf der informierten Zustimmung seitens der User. Auf Grundlage einer empirisch erarbeiteten normativen Position können im Anschluss Handlungsempfehlungen für den Umgang und die Weiterentwicklung derartiger Applikationen gegeben werden.

Das Projekt führt ein eigenes Forschungsblog.

Ansprechpartner:
Dr. phil Joschka Haltaufderheide
Dr. phil. Dennis Krämer

Mitarbeiterinnen:
Elisabeth Brachem
Isabella D‘Angelo