Wo endet das Recht auf Selbstbestimmung? Prof. Vollmann zur Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht

23.04.2019

Die Badische Neueste Nachrichten berichtet in ihrer Ausgabe vom 18. April über die Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über den Paragrafen 217 StGB, welcher die Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung betrifft. Hierzu bezieht Prof. Vollmann Stellung.

„Das Fremdtötungsverbot im Strafrecht, das viele für moralisch wichtig halten, wird durch ärztliche Assistenz zur Selbsttötung nicht überschritten“, stellte im Gespräch mit den BNN der Psychiater und Philosoph aus Bochum klar.
Laut Vollmann sollte die Gesellschaft „umsichtig und klug den Zugang schwerkranker Menschen zu todbringenden Medikamenten durch kompetente Ärzte in der Regelversorgung regeln“. Das finde derzeit „aus ideologischen Gründen“ nicht statt und zwinge die Patienten dazu, zweifelhafte Sterbehelfer zu kontaktieren oder ins Ausland zu reisen, kritisierte der Leiter des Instituts für Medizinische Ethik.
Vollmann hält politische Bedenken für übertrieben, wonach Sterbehilfe zu einem neuen Geschäftsmodell in Deutschland werden könnte: „Finanziell ist es für die Ärzte ein unattraktiver Bereich.“ Auch die Sorge, dass Ältere und Kranke sich zum Suizid gedrängt fühlen könnten, sei weit hergeholt, die Erfahrungen mit Sterbehilfe in den USA zeigten ein gegenteiliges Bild.
„Nimmt man das Selbstbestimmungsrecht des Menschen am Lebensende ernst, folgt daraus, dass er einen seriösen Zugang zu den diesem letzten Hilfsmittel im Gesundheitssystem haben muss“, schlussfolgert der Fachmann.

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