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Sonderausstellungen: Archiv

17.12.2015 - 27.08.2017: SAMMELN – VERSTEHEN. 50 Jahre Antiken in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum. Die Sammlung Dr. Karl Welz

Als vor 50 Jahren die Ruhr-Universität gegründet wurde, gehörte die Klassische Archäologie zu den Fächern, die von Beginn an dabei war. Auf den neuen Lehrstuhl war aus Bonn der junge Bernard Andreae berufen worden, der sich ein Institut ohne eine eigene Sammlung nicht vorstellen konnte. In seinen Berufungsverhandlungen konnte er erreichen, dass ihm die Mittel für den Ankauf der Sammlung des 1964 verstorbenen Studienrates Dr. Karl Welz aus Fulda zur Verfügung gestellt wurden.

Die Sammlung umfasste 420 Werke antiker Kleinkunst aller Gattungen wie Bronzen, Vasen, Marmorskulpturen, Keilschrifttäfelchen, Glas, Ägyptiaka – darunter auch sehr ausgefallene Stücke. Hinzu kamen ca. 2800 Münzen, die dem Institut für Alte Geschichte anvertraut wurden und die noch heute den Großteil des Bestandes der Münzsammlung ausmachen.

Zusammen mit den Objekten gelangte auch der gesamte Schriftverkehr des Sammlers an das Institut - sowohl der mit seinen Händlern als auch der mit bedeutenden Gelehrten seiner Zeit. Heute werden diese Dokumente im Universitätsarchiv der RUB verwahrt,  das für die Ausstellung einige der interessantesten Briefe und Autographen ausgeliehen hat.

So nimmt die Ausstellung anhand der Objekte und der Schriftzeugnisse einmal das SAMMELN selbst über fast 40 bewegte Jahre des 20. Jahrhunderts in den Blick – von den 20er Jahren über die Zeit des Nationalsozialismus, den zweiten Weltkrieg bis in die Nachkriegszeit – , zum anderen das VERSTEHEN, d.h. die wissenschaftlichen Fragen an die Objekte,  um ihre Bedeutung als Zeugen antiker Kulturen zu verstehen und zu würdigen.

 

 

 

21.11.2014 – 16.08.2015: Augustus und das Römische Reich - Münzen von Cäsar bis Tiberius aus westfälischen Sammlungen

In 2014 jährt sich der Tod des Kaisers Augustus zum 2000sten Male. Die Münzsammlung der Ruhr-Universität zeigt aus diesem Anlass ca. 100 antike Münzen aus ihren eigenen Beständen, aus denen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und aus zwei regionalen Privatsammlungen. Anhand dieser Auswahl wird nicht nur die turbulente Geschichte Roms von der späten Republik bis zu frühen Kaiserzeit lebendig, sondern wir erfahren auch viel über das Verhältnis der Hauptstadt zu ihren Provinzen und den übrigen Bewohnern des großen römischen Weltreiches. Neben diesen kleinformatigen Zeugen von Politik und Macht verbildlichen daneben auch die großformatigen Porträts der Protagonisten der ersten römischen Kaiserdynastie (in Gipsabgüssen) diese – für das Werden Europas grundlegenden – historischen Entwicklungen.

Weitere Informationen finden Sie auch hier

 

 

 

27.07. - 29.12.2013: Nofretete - 100 Jahre Entdeckung und Faszination

Seit 100 Jahren begeistert und bewegt die berühmte Kalksteinbüste der ägyptischen Königin Nofretete aus dem 14. Jahrhundert vor Christus die Menschen. Als Besuchermagnet zieht das Original jedes Jahr viele hunderttausend Besucher in das Neue Museum auf der Museumsinsel in Berlin.

Eine Ausstellung im Antikenmuseum in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum widmet sich anhand von zehn einzigartigen Fotografien der sensationellen Entdeckung der Nofretete-Büste im Jahr 1912 durch die Deutsche Orient Gesellschaft im heutigen Tell el-Amarna. Die Fotografien stammen aus dem umfangreichen Fotonachlass des Prinzen Johann Georg von Sachsen, dessen 14.000 Negative im Archiv der Albert-Ludwigs Universität Freiburg aufbewahrt und wissenschaftlich bearbeitet werden.

 

 

 

In der Bochumer Ausstellung ist eine der ältesten Nachbildungen der Nofretete-Büste zu sehen, die aus dem Bestand der RWTH Aachen stammt. Wie präsent das Motiv der Königin Nofretete heute in unserem Alltagsleben, in der Werbung und in der Kunst ist, wird in der Ausstellung an zahlreichen Beispielen wie Briefmarken oder Wahlplakaten gezeigt. Auch darin spiegelt sich die Faszination wider, die noch heute vom Bildnis Nofretetes ausgeht.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Antikenmuseums in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, wo sie zuvor im Unimuseum zu sehen gewesen ist. Der Archäologe Lars Petersen hat die Ausstellung in Freiburg mit Studierenden erarbeitet.

(Bildnachweise: Bild oben: Foto von der Nofretete-Büste am Fundort Tell el-Amarna am 6. Dezember 1912 © Universitätsarchiv Freiburg im Breisgau/Foto: Prinz Johann Georg von Sachsen; Bild unten: Nachbildung der Nofretete-Büste © RWTH Aachen/Foto: Bernhard Strauss)

Bitte lesen Sie auch den Artikel in der Zeitschrift 'Rubens', Ausgabe Juli 2013: hier

Weitere Informationen finden Sie auf unserem Infoflyer, den wir Ihnen unten auf dieser Seite zum Herunterladen zur Verfügung stellen.

 

 

nofretete-ausstellung_flyer.pdf.pdf

 

28.06. - 28.10.2012: Bunte Götter - Die Farbigkeit antiker Skulptur

Das Antikenmuseum in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum zeigt vom 28. Juni bis zum 28. Oktober 2012 die international erfolgreiche Ausstellung „Bunte Götter – Die Farbigkeit antiker Skulptur“. Die spannende Präsentation thematisiert das Problem der antiken Marmor-Polychromie und versucht, die Farbigkeit antiker Skulptur aufgrund neuester Forschungstechniken an Gipsabgüssen zu rekonstruieren.
In den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum zu sehen sind 18 Meisterwerke der antiken Kunst in bunt bemalten Rekonstruktionen, die einen überraschenden Einblick in die Welt der Antike geben, in der keinesfalls das für uns heutige schlichte Weiß des Marmors die Kunst und Architektur beherrschte. Gezeigt werden meist lebensgroße Statuen, aber auch Relieffriese von antiken Bauten mit Mythendarstellungen sowie römische Porträts, die in ihrer farbigen Fassung besonders lebensnah wirken.
Ergänzt werden diese Objekte durch eine verständlich aufbereitete Dokumentation der Forschungsgeschichte und der fotografischen und naturwissenschaftlichen Techniken zur Wiedergewinnung der Informationen über die antiken Malfarben.

Die Beschäftigung mit der Farbigkeit antiker Marmorkunstwerke ist allerdings kein ganz neues Forschungsfeld, sondern seit Johann Joachim Winckelmanns Tagen, also seit dem 18. Jahrhundert, ein in Fachkreisen intensiv diskutiertes Thema.
Der Archäologe Adolf Furtwängler hat die Bedeutung der Farbe für die Antike Kunst bereits prägnant hervorgehoben, indem er schrieb:
„Wie unendlich wichtig aber die Farbe am antiken Tempel und seinem plastischen Schmuck ist, das empfindet wohl ein jeder, wenn er von dem rekonstruierten farbigen Bilde zu dem farblosen zurückkehrt. Man hat ja keinen Begriff von der leuchtenden, frohen Schönheit altgriechischer Kunst, wenn man ihren Farbschmuck nicht kennt. Wir empfinden nun erst recht, wie viel es bedeutet, dass nun die Farbe in den meisten Fällen vollständig verloren ist, und ferner, wie wichtig es ist, die noch erhaltenen heute sorgfältig zu beobachten und wenn möglich, zu einer Rekonstruktion zu verwenden“.

Einen ganz wesentlichen Fortschritt erfuhren die Forschungen zur antiken Marmor-Polychromie seit 1980 durch den emeritierten Lehrstuhlinhaber für Klassische Archäologie an der Ruhr-Universität Bochum, Volkmar von Graeve, und sein Team, die mit neuesten naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden die Marmorkunstwerke in den Museen der ganzen Welt auf Farbspuren hin untersucht haben. Dadurch konnte die Materialbasis für die Polychromieforschung erheblich erweitert werden.
Aus dem Forschungsteam um Volkmar von Graeve haben vor allem Vinzenz Brinkmann und seine Frau Ulrike Koch-Brinkmann die Arbeiten zur Farbigkeit antiker Skulptur vorangetrieben und zahlreiche spektakuläre Ergebnisse erzielt. Diese neuen Erkenntnisse werden nun in der vom Ehepaar Brinkmann in Zusammenarbeit mit dem Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt am Main und der Stiftung Archäologie konzipierten Ausstellung präsentiert, die seit 2003 in unterschiedlichen Varianten in ganz Europa und den USA bisher mehr als 1 Million Besucher fasziniert hat.

Aufgrund der besonderen Verbundenheit der Bochumer Archäologie mit den Forschungen zur antiken Marmor-Polychromie kann man bei der Ausstellung im Antikenmuseum in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum von einem Heimspiel der "Bunten Götter" sprechen. Neben seiner Funktion als Direktor des Liebieghauses in Frankfurt hält Vinzenz Brinkmann an der Ruhr-Universität Bochum regelmäßig Lehrveranstaltungen zur antiken Polychromie ab. Die Ausstellung ist daher kein Schlusspunkt, sondern eine Momentaufnahme aus einem faszinierenden "work in progress", das auch in Zukunft eng mit der Ruhr-Universität Bochum verbunden sein wird.
Nun können sich auch die interessierten Besucherinnen und Besucher in Bochum von der spannenden und erfolgreichen Arbeit der Archäologen überzeugen. Die „Bunten Götter“ werden auch hier ihre Gäste in den Bann ziehen und begeistern.

Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt:

Stiftung Archäologie, München: www.stiftung-archaeologie.de

Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum:
http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2012/pm00209.html.de

 

 

 

09.07.2011 - 12.02.2012: Menschenhandel in Birbuthsneppe und andere Alltagssorgen. Mittelalterliche Urkunden aus dem Kloster Flaesheim an der Lippe

Eine Sonderausstellung des Seminars für Klassische Philologie der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit dem Stadt- und Vestischen Archiv Recklinghausen

Hinter dem Titel "Menschenhandel in Birbuthsneppe und andere Alltagssorgen. Mittelalterliche Urkunden aus dem Kloster Flaesheim an der Lippe" verbirgt sich die Präsentation der Ergebnisse eines Projektes am Seminar für Klassische Philologie der Ruhr-Universität Bochum, das sich mit Urkunden des 13. Jahrhunderts aus dem ehemaligen Kloster beschäftigte.
Studierende und Lehrende lasen, transkribierten, übersetzten und erläuterten gemeinsam die handschriftlich auf Pergament in mittelalterlichem Latein überlieferten Rechtstexte.

Das Vestische- und Stadtarchiv Recklinghausen und die Arenbergische Gesellschaften ermöglichten in großzügiger Weise die Ausleihe der kostbaren Pergamente mit ihren eindrucksvollen Wachssiegeln.
In fünf Themenbereiche geordnet geben die Urkunden unmittelbaren Einblick in den Alltag eines Klosters mit Regelungen über Menschenhandel, Wachszins und Stiftungen oder über das Vererben, Verkaufen, Tauschen und Verwalten von Gütern.

Nicht zuletzt erzählen sie auch aus der Rechtsgeschichte und dem Kanzleihandwerk, von der Pergament- bis zur Siegelherstellung der damaligen Zeit. Deutlich wird das enge Beziehungsgeflecht, das das Kloster mit den verschiedenen Ortschaften im Umland verband. Wer das Vest kennt, wird überrascht sein, noch heute gebräuchliche Ortsnamen und Gemarkungsangaben bereits im Mittelalter wiederzufinden.

 

 

 

Begleitheft

Gerhard Binder - Gabriele Schwabe,

Menschenhandel in Birbuthsneppe und andere Alltagssorgen. Mittelalterliche Urkunden aus dem Kloster Flaesheim an der Lippe.
Begleitheft zur Ausstellung in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum vom 9. Juli 2011 bis zum 12. Februar 2012.

2012, mit zahlreichen farbigen Abbildungen.

9,-€

 

Erhältlich in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum oder per Post (Kontaktadresse siehe hier).

 

 

 

Die Auflistung wird in Kürze erweitert.

 

 

 

Öffnungszeiten

Die nächsten Termine:

7. Januar 2018, 14:30 Uhr:
Öffentliche Führung zum Thema „Bronzen und Tongefäße aus dem alten Iran“

4. Februar 2018, 14:30 Uhr:
Öffentliche Führung zum Thema „Ein 'neues' Augustusporträt“

 


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