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Prof. Dr. Katrin Marcus

Biographische Rahmendaten:
Katrin Marcus forscht und lehrt seit 2001 an der RUB. Ihr Fachgebiet ist die Biochemie bzw. Funktionelle Proteomik.

Motto: „Normal ist langweilig!“

Katrin Marcus

Interview mit Katrin Marcus

Sie sind Professorin in der Medizinischen Fakultät – worum geht es bei Ihrer Arbeit?

Einerseits geht es darum, Proteine zu identifizieren, die mit bestimmten Erkrankungen – Alzheimer und Parkinson – in Verbindung gebracht werden können. Anderseits geht es um die Entwicklung neuer Methoden der Proteomanalytik, um immer bessere Möglichkeiten bei der Erforschung dieses Feldes zu haben.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Forschungsfeld?

Das ist eine persönliche Geschichte. Mein Opa hatte Parkinson, meine Oma Alzheimer. Daher kam das Interesse, diese Krankheiten zu erforschen. Und dann fasziniert mich die Analytik von Proteinen. Es ist nicht so einfach, wie etwa Nukleinsäuren zu analysieren. Das ist Tüfteln!

Haben Sie bereits während des Studiums eine akademische Karriere geplant?

Nein. Und ich habe auch während meiner Postdoc-Phase noch nicht an eine akademische Karriere gedacht.

Was war Ihr Plan B? Was hätten Sie gerne beruflich gemacht, wenn Sie nicht Wissenschaftlerin geworden wären?

Ich wäre Reiseleiterin geworden.

Sie engagieren Sich besonders für die Förderung von Nachwuchswissenschaftler/innen. Was macht Ihnen dabei besonders Spaß?

Da gibt es verschiedene Punkte: Die Diskussionen machen mir Spaß. Zu lernen, wie die Denkweise und die Probleme von Nachwuchswissenschaftler/innen sind. Und dann ist schön zu sehen, wie sich aus den Diskussionen, dem einen oder anderen Tipp, interessante und auch erfolgreiche Wege entwickeln.

Karriere und Privatleben – wie bringt man das unter einen Hut?

(lacht) Indem man z.B. abends keine Wissenschaft mehr betreibt. Aber im Ernst: Ich habe so viele Interessen, eigentlich müsste mein Tag 48 Stunden haben. Mir macht so Vieles Spaß, daher bringe ich es auch unter einen Hut!

Was tun Sie gerne, wenn Sie nicht arbeiten?

Lesen: Krimis. Sport mache ich gerne und ich gehe unglaublich gerne in die Sauna, weil ich da nichts anderes tun kann, als in der Sauna zu sein. Und dann treffe ich mich gerne mit Freunden und reise gern.

Wenn Sie heute Rektorin wären, was würden Sie als erstes tun?

So weiter machen wie Herr Weiler!

Wenn wir zehn Jahre in die Zukunft sehen – was möchten Sie dann erreicht haben?

Beruflich: Ich möchte gerne eine gut funktionierende Arbeitsgruppe haben, die auch autark ohne mich funktionieren würde. Also mein Ziel ist es, mein Team so in die Forschung zu führen, dass ich gar nicht mehr so nötig bin.
Privat: Ich würde gerne noch Kinder bekommen. Und ganz wichtig ist, dass man rundum zufrieden ist.

04.05.2010