Promotion in der Molekularen & Medizinischen Virologie

Du bist Naturwissenschaftler, Pharmazeut oder Tiermediziner, hast deinen Master erfolgreich (so gut wie) abgeschlossen und möchtest promovieren? Wenn du Interesse und idealerweise erste Erfahrungen in der Virologie hast, hochmotiviert bist und gerne in einem internationalen Team arbeitest, dann bist du bei uns richtig!

In unserer Abteilung geben wir Doktoranden die Möglichkeit eine naturwissenschaftliche Promotion zum Dr. rer. nat. anzufertigen.

Da wir schon viele Doktoranden während ihrer Promotion begleitet haben, wissen wir worauf es ankommt. So bieten wir nicht nur spannende und gut geplante Projekte, sondern auch eine umfassende Betreuung in allen praktischen und theoretischen Aspekten der Arbeit, regelmäßige Meetings sowie ein tolles Team und ein fröhlich-entspanntes Arbeitsklima! Uns ist es außerdem wichtig, dass Doktoranden ihr Projekt aktiv mitgestalten können und dieses in einem absehbaren Zeitrahmen durchführbar ist. Auch die Teilnahme an (internationalen) Konferenzen und Publikation der Ergebnisse gehören zu einer Doktorarbeit in der Abteilung für Molekulare & Medizinische Virologie dazu.

Einige Beispiele für naturwissenschaftliche Doktorarbeiten aus unserer Abteilung findest du unten.

Haben wir dein Interesse geweckt? Dann sende deine aussagekräftige Bewerbung (inklusive Lebenslauf, Zeugnissen, Anschreiben und möglichem Startdatum)
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Beispiele naturwissenschaftlicher Dissertationen aus unserer Abteilung:

Virale und Wirtsdeterminanten in Hepatitis E Virus Infektionen - Daniel Todt

Zurzeit stehen für die Behandlung von HEV Infektionen nur die Medikamente Ribavirin (RBV), pegiliertes Interferon apha (pegIFN-α) und Sofosbuvir (SOF) zur Verfügung. Unter pegIFN-α werden Patienten nicht immer virusfrei und auch für RBV gibt es Berichte von Misserfolgen bei der Behandlung. In einem kürzlich erschienen Artikel wurden diese Behandlungsresistenzen mit einer Virusvariante, einer G1634R Mutation in der Polymerasedomäne des ORF1, in Verbindung gebracht.

Während seiner Doktorarbeit hat Daniel diverse Aspekte der HEV-Infektion und deren Behandlung untersucht: i) das Potential eines Einsatzes anderer Interferontypen, sowie aller IFN-α Subtypen als therapeutische Interventionsmaßnahmen, ii) die Selektion von Genomvarianten innerhalb der viralen Population, die aus HEV infizierten Patienten isoliert wurden und iii) die Rolle verschiedener Apolipoprotein E (ApoE) Polymorphismen bei der Bandbreite potentieller Wirtsorganismen.
Seine Arbeit hat tiefe Einblicke in die Biologie des HEV ermöglicht. Das Virus kann antiviralen Effekten von IFN entgegensteuern, indem es die Expression von Interferon-stimulierten Genen unterdrückt. Die mutagene Wirkung von RBV sorgt für eine Diversifizierung der HEV Populationen, im Zuge derer das Virus Resistenzmutationen erwerben kann. Unsere Ergebnisse zu ApoE schlagen eine Brücke von HEV zum Lipidstoffwechsel des Wirtes.

Weiterlesen:
Todt, D. et al. Antiviral Activities of Different Interferon Types and Subtypes against Hepatitis E Virus Replication. Antimicrob. Agents Chemother. 60, 2132–9 (2016).
Todt, D. et al. In vivo evidence for ribavirin-induced mutagenesis of the hepatitis E virus genome. Gut (2016). doi:10.1136/gutjnl-2015-311000.
Todt, D. et al. Mutagenic Effects of Ribavirin on Hepatitis E Virus—Viral Extinction versus Selection of Fitness-Enhancing Mutations. Viruses 8, 283 (2016).
Weller, R. et al. Apolipoprotein E polymorphisms and their protective effect on hepatitis E virus replication. Hepatology 64, 2274–2276 (2016).


Charakterisierung von Spezies-übergreifenden Determinanten und der Transmission des Nichtprimaten Equinen Hepacivirus - Stephanie Bracht (geb. Walter)

Während ihrer Doktorarbeit hat Stephanie sich auf die Charakterisierung des kürzlich entdeckten Nichtprimaten Equinen Hepacivirus (EqHV) fokussiert, welches in Pferden identifiziert wurde und derzeit den nächsten Verwandten des Hepatitis C Virus (HCV) darstellt.

Ihre Arbeit zeigte, dass ungefähr 31% der getesteten Pferde und Esel seropositiv und 2,5% der Pferde bzw. 0,3% der Esel Träger viraler RNA sind. Weiterhin konnte sie einen Lebertropismus für EqHV nachweisen und zeigen, dass Pferde nach einer ersten EqHV-Infektion vor erneuter Ansteckung geschützt sind. Stephanie hat ebenfalls das zoonotische Potenzial von EqHV untersucht, indem sie Serumproben von Menschen mit beruflichem Pferdekontakt im Vergleich zu Menschen ohne Pferdekontakt analysiert hat. Interessanterweise gab es keinen Hinweis auf eine Übertragung von EqHV von Pferden auf den Menschen.
Des Weiteren hat Stephanie das EqHV Membranprotein p7 charakterisiert. Strukturelle und funktionelle Analysen zeigten eine konservierte Ionenkanalaktivität. Studien in einem p7-basierten trans-Komplementierungsansatzes zeigten, dass EqHV p7 die Funktion von HCV p7 nicht ersetzen konnte. Jedoch konnten der Loop und C-terminus von HCV p7 durch EqHV p7 ersetzt werden, was zu einer erfolgreichen Produktion von infektiösen Partikeln führte.

Weiterlesen:
Pfaender, S. et al. Clinical course of infection and viral tissue tropism of hepatitis C virus-like nonprimate hepaciviruses in horses. Hepatology 61, 447–459 (2015).
Walter, S. et al. Differential Infection Patterns and Recent Evolutionary Origins of Equine Hepaciviruses in Donkeys. J. Virol. 91, (2017).
Pfaender, S. and Walter, S. et al. Immune protection against reinfection with nonprimate hepacivirus. Proc. Natl. Acad. Sci. 114, E2430–E2439 (2017).
Pfaender, S. et al. Assessment of cross-species transmission of hepatitis C virus-related non-primate hepacivirus in a population of humans at high risk of exposure. Journal of General Virology 96, 2636–2642 (2015).
Walter, S. et al. Ion Channel Function and Cross-Species Determinants in Viral Assembly of Nonprimate Hepacivirus p7. J. Virol. 90, 5075–5089 (2016).