Transmission von Viren

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Erforschung viraler Transmission. Wir möchten die Übertragung von Viren verstehen und helfen, diese zu verhindern.

Dabei kann unsere Transmissions-Forschung in zwei Hauptthemenbereiche gegliedert werden:

1. Die Transmission des Hepatitis C Virus (HCV)
HCV infiziert weltweit ca. 71 Mio. Menschen und zählt somit zu den meist verbreitetsten Infektionskrankheiten. Obwohl wir zeigen konnten, dass HCV in diversen Körperflüssigkeiten (außer in Muttermilch) stabil ist und somit über diese übertragen werden könnte (Pfaender et al., 2018 ; Pfaender et al., 2013), ist das Risiko sich in entwickelten Ländern mit HCV anzustecken besonders im Gesundheitswesen und im Drogenmilieu erhöht. In der Vergangenheit haben wir uns deswegen hauptsächlich mit der Übertragung von HCV im klinischen Umfeld und der angewandten Krankenhaushygiene beschäftigt. So haben wir die Stabilität des Virus, seine Anfälligkeit für chemische Biozide (Ciesek et al., 2010) und für neue, von der WHO empfohlene Desinfektionsmittel (Steinmann et al., 2010 ; Steinmann et al., 2013) getestet. Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass Anästhetika, wie Propofol oder Fentanyl, die Virusstabilität beeinflussen können (Steinmann et al., 2011 ; Behrendt et al., 2013). Anschließend haben wir die Übertragung von HCV im Drogenmilieu untersucht. Hier haben wir z.B. Verunreinigung von Drogenzubereitungsgeräten und Oberflächen mit dem Virus analysiert (Doerrbecker et al., 2011 ; Doerrbecker et al., 2013). Außerdem haben wir eine Präventionsstrategie entwickelt, bei der die Infektiosität von HCV und HIV in Suspensionen oder in Drogenzubehör durch Mikrowellen-Bestrahlung verringert (Siddharta et al., 2016).

2. Die Transmission von anderen, umhüllten Viren
Neben HCV haben wir uns auch mit der Übertragung bzw. der Übertragungs-Prävention anderer Viren befasst. So konnten wir kürzlich zeigen, dass umhüllte Viren, wie Zika, Ebola und Coronaviren mit zwei neuen, von der WHO vorgeschlagenen alkohol-basierten Desinfektionsmitteln inaktiviert werden können (Siddharta and Pfaender et al., 2017).
Des Weiteren haben wir die Transmission sowie das zoonotische Potential, also die Übertragung von Tier zu Mensch, des equinen Hepacivirus (EqHV) untersucht. Hierbei konnten wir eine Übertragung des Virus von Stute auf Fohlen zeigen (Gather et al., 2016), die Transmission des Virus von Pferden auf Menschen konnten wir jedoch nicht feststellen (Pfaender and Walter et al., 2015).


Aktuell werden die von uns entwickelten Methoden auch auf andere Viren, wie zum Bespiel das Hepatitis B Virus, angewandt. Zukünftige Studien sollen sich mit der Etablierung praxisnaher Testsysteme beschäftigen, um den Einsatz von Desinfektionsmitteln zu validieren.