Orientierungstutorium kompakt zum Studienbeginn - Starthilfe

Eine Alternative zu einem semesterbegleitenden Tutorium oder auch ergänzend dazu ist eine kompakte Startphase. Vor Vorlesungsbeginn oder in der ersten Veranstaltungswoche treffen sich die Studienanfänger jeden Tag für mehrere Stunden in ihrer Tutoriumsgruppe, lernen sich kennen und erhalten eine komprimierte Orientierung über die Hochschule, den Fachbereich, ihren Stundenplan u.ä. Diese Organisationsform kann in solchen Fächern sinnvoll sein, die den Studierenden für das Grundstudium einen festen und sehr vollen Stundenplan vorgeben. In solchen Fächern gibt es mangels Wahlmöglichkeiten weniger Orientierungsschwierigkeiten der Erstsemester beim Studienaufbau.

Aber auch die Fächer, die den Studienanfängern große Wahlmöglichkeiten in der Gestaltung ihres Stundenplans lassen, verlangen gleich zu Beginn Entscheidungen und ein hohes Maß an Eigeninitiative und Selbstorganisation. Mit dem Angebot einer Starthilfe bekommen die Anfänger die notwendige Anleitung und Unterstützung, sich in den Studien- und Prüfungsordnungen zurechtzufinden, ihren Stundenplan zu gestalten und Tutoren, Lehrende und Kommilitonen als Ansprechpartner kennenzulernen. Eine solche Starthilfe ist im Idealfall ein Gemeinschaftsprodukt von Fakultät, Tutorienprojekt und Fachschaft.
An zwei oder drei aufeinanderfolgenden Tagen werden die Studienanfänger von den Lehrenden ihres Faches und den Tutoren in ihr Studium eingeführt. Dies geschieht durch einen Wechsel von Plenumsveranstaltungen mit Kurzvorträgen im Hörsaal und kleinen Gruppen, die von einem Tutor geleitet werden. In den Plenumsveranstaltungen erhalten die Studienanfänger sehr kompakt alle wichtigen Informationen, die sie in den Tutoriumssitzungen in Gesprächsatmosphäre vertiefen können.

Beispiel für den Verlauf einer Starthilfe (hier Germanistik)

Uhrzeit/Tag 1. Tag 2. Tag
9 - 11 Plenum I
- zentrale Begrüßung und Informationen zum Ablauf der Starthilfe durch Dekan/Geschäftsführenden Direktor
- Vorstellung des Faches durch Lehrende mit verschiedenen Schwerpunkten
- Vorstellung des Fachschaftsrates
- Vorstellung der TutorInnen und Einteilung in Tutoriumsgruppen zu 10 bis 15 Studienanfänger
Fortsetzung Tutorium II
- Fragen und Tips zum Stundenplan
- Anlaufstellen bei Problemen
- räumliche Orientierung durch Rundgang (an allen wichtigen Räumen vorbeigehen und erläutern)
11 - 13 Tutorium I
- Kennenlernen/Vorstellungsrunde
- Warum Germanistik? Motivation, Erwartungen, Perspektiven
- Starthilfekonzept erläutern
- Fragestunde
evtl. gemeinsames Mittagessen
Plenum III
?Beratung und Fortbildung?
- Schreibzentrum
- Sprecherziehung
- Berufsberatung für Germanisten/Arbeitsamt
13 - 14 Mittagspause Mittagspause
14 - 16 Plenum II
- Studienplanung und Studienorganisation (Studienfachberater oder Lehrender)
- Vorstellung des Magister-Reform-Modells
Plenum IV
Germanistik studieren - aber wie?
Vortrag und Diskussion mit Lehrenden
16 - 17 Tutorium II
- Fragen zur Stundenplangestaltung (evtl. Stundenplan als Hausaufgabe)
- Studienorganisation
- Verabredung für den Folgetag
Tutorium IV
Ausklang mit Sekt und Uni-Ralley

Die Vorbereitung einer solchen Starthilfe erfordert einen gewissen Vorlauf. Das Konzept muß zwischen den verantwortlichen Lehrenden und dem Tutorienprojekt/Fachschaft abgestimmt werden. Es müssen Tutoren gefunden und vorbereitet werden, Räume organisiert und evtl. Material zusammengestellt werden. Die Studienanfänger müssen informiert und eingeladen werden (bei der Einschreibung können Infozettel verteilt oder alle für das Fach Eingeschriebenen bekommen eine Einladung nach Hause).

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© Susanne Schult / Annette Wolff - Ruhr-Universität Bochum 2000