Die Grammatik der Experiencer-Objekt-Verben: theoretische, computerlinguistische und experimentelle Zugänge zur reflexiven Bindung im Deutschen

EO-Verben sind diejenigen psychologischen Prädikate, bei denen das höherrangige Experiencer-Argument (EXP) auf das Objekt abgebildet wird. Während für eine Vielzahl von Sprachen gesichert ist, dass ein Reflexivum im Stimulus (STM) eines EO-Verbs durch den EXP gebunden werden kann – sogenanntes backward binding –, wird dies für das Deutsche kontrovers diskutiert.
Bislang werden Anhebungsanalysen oder die Existenz von Ausnahmereflexiva als Erklärung für diese Bindungsmuster und ihren Grammatikalitätsstatus herangezogen. Beide Ansätze sind bisher empirisch nicht abschließend gesichert und insbesondere für das Deutsche ist strittig, ob die Bindung reflexiver Anaphern im unbelebten Stimulus eines EO-Verbs zulässig ist. Die Analyse wird dadurch erschwert, dass bei diesem Phänomen zwei Gruppen von Lexemen interagieren: neben den eigentlichen EO-Verben auch die Nomina, die als Köpfe der Stimuli fungieren und qua PP mit einem Reflexivum verbunden werden können. Eine Analyse dieser Interaktionen erfordert eine Kombination der theoretischen Methodik mit experimentellen, computerlinguistischen und korpusbasierten Verfahren.
Im Rahmen des Projektes soll daher eine Modellierung der syntaktisch-semantischen Eigenschaften von EO-Verben und eine einheitliche Analyse ihrer reflexiven Bindung im Deutschen erfolgen. Dies setzt auch die Analyse der Wortstellungsmuster der EO-Verben voraus.

Das Team

Prof. Dr. Tibor Kiss
Johanna Marie Poppek , M.A.
Simon Masloch , B.A.
Amelie Robrecht , B.A.
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