Verhalten im Labor

Sicherheit in Bildern

Bei dem Arbeiten in einem Labor müssen einige wichtige Regeln beachtet werden, um die eigene Sicherheit, aber auch die Sicherheit der Kommilitonen zu gewährleisten. In dem folgenden Kapitel wird das Thema Sicherheit in einer kleinen Bildergalerie dargestellt.

Laborkleidung

Beim Arbeiten im Labor muss eine angemessene Kleidung getragen werden. Dazu gehört zunächst immer ein weißer Schutzkittel aus Baumwolle (der erste Kittel wird im Praktikum für Allgemeine Chemie ausgegeben, ansonsten gibt es in der Fachschaft Leihkittel oder auch neue Kittel zu kaufen). Da dieser als erste Schutzschicht für den Körper vor Chemikalien dient, ist er stets geschlossen zu tragen und wird NICHT hochgekrempelt. Das bedeutet, dass ein vollkommen durchlöcherter Kittel ausgetauscht werden muss, da Löcher nicht mehr schützend vor Chemikalien oder auch physikalischen Gefahren wirken können. Zudem sollte dieser stets sauber sein, um Kontaminationen mit Chemikalien sofort zu erkennen.

Da ein Kittel nicht den ganzen Körper schützt, ist darauf zu achten, dass stets festes Schuhwerk (keine High-Heels oder Sandalen) sowie lange Hosen zu tragen sind. Das feste, flache Schuhwerk dient nebenbei auch dem Zweck, dass in Notsituationen das Labor zügig verlassen werden kann und nicht ständig darauf geachtet werden muss, dass man die Schuhe beim Laufen verlieren könnte.

Natürlich gehört auch eine Schutzbrille zu dem üblichen Repertoire einer Schutzausrüstung im Labor. Diese ist keine Brille, wie sie bei einer Sehschwäche getragen wird, sondern eine Brille, welche die gesamte Augenpartie schützend abdeckt. Für Brillenträger gibt es entweder sogenannte Überbrillen, welche über eine normale Brille passen und so ein Arbeiten mit voller Sehkraft ermöglichen, oder Schutzbrillen mit geschliffenen Gläsern, welche bei jedem Optiker bestellt werden können. Eine Schutzbrille darf innerhalb eines Labors nicht abgenommen werden bzw. auf den Kopf gesetzt werden, nur um besser durch ein Mikroskop schauen zu können oder aus Eitelkeit.

Um ständiges „in-das-Gesicht-fallen“ von langen Haaren bei Arbeiten im Labor, z. B. beim Abwiegen von Substanzen, vorzubeugen, müssen lange Haare zu einem Zopf zusammengebunden werden. Im folgenden Bild sind zwei Beispiele für eine angemessene und eine unangemessene Bekleidung im Labor dargestellt:


Es gibt die Möglichkeit Handschuhe beim Arbeiten mit Chemikalien zu tragen, um die Hände vor Kontamination zu schützen. Das heißt jedoch nicht, dass die Handschuhe morgens bei Ankunft im Labor angezogen werden und abends vor dem Heimweg erst wieder abgelegt werden. Da die Handschuhe bei der Arbeit mit Chemikalien kontaminiert werden, sollten diese nach durchgeführter Arbeit stets abgelegt werden und nicht auch noch während des Schreibens des Laborjournals getragen oder gar das Labor mit Handschuhen verlassen werden (siehe Abbildung unten). Eine Kontaminierung des Labors beeinträchtigt den Schutz jedes Einzelnen im Labor. Es ist zu beachten, dass Nitrilhandschuhe zwar einen guten Schutz für die Hände vor den meisten Chemikalien bieten, aber für die meisten organischen Lösemittel durchlässig sind. Heißt, die Hände werden nicht besser geschützt, wenn bei Arbeiten mit organischen Lösemitteln, Nitrilhandschuhe getragen werden.


Außerdem sollten stets vor dem Verlassen des Labors die Hände gewaschen werden. Der gezeigte Hautschutzplan erläutert, wie die Hände nach der Arbeit im Labor gepflegt werden können.


Abfall und Müll im Labor

Eine der Grundregeln bei der Arbeit im Labor ist, dass der eigene Arbeitsplatz stets sauber gehalten werden muss. Ein Negativbeispiel (Papier liegt direkt neben einer eingeschalteten Kochplatte mit heißem Ölbad) ist in der nächsten Abbildung gezeigt. Ein sauberer und aufgeräumter Arbeitsplatz ist die wichtigste Voraussetzung für das erfolgreiche und sichere Arbeiten in einem Labor.


Nun stellt sich die Frage: Wohin mit jeglichem Abfall, der entsteht?

So gehört zum Beispiel das oben genannte Papier, mit welchem der Arbeitsplatz gereinigt wurde oder auf welchem dreckige Spatel gelagert wurden, in den Feststoff-Abfall. Kontaminiertes Papier wird nicht mit dem Hausmüll (Mülleimer innerhalb der Box) entsorgt! Der Feststoff-Abfall befindet sich meistens außerhalb der einzelnen Boxen an der Fensterfront.


Viele chemische Abfälle - im chemischen Praktikum besonders die Schwermetallsuspensionen und die Lösemittelabfälle - sind Sondermüll und werden in speziell gekennzeichneten Behälter entsorgt. Es sollte immer mit möglichst geringen Mengen gearbeitet werden, um die Sonderabfallbelastung gering zu halten.

Zusätzlich gibt es noch den Glasabfall. In den Glasabfallbehälter gehören gereinigte Glasabfälle. Das heißt, defekte, mit Chemikalien kontaminierte, Glasgeräte müssen vor der Entsorgung gesäubert werden. Außerdem hat Papier in diesem Behälter nichts verloren! Klingt einfach? Ist es auch!


Spritzen und Kanülen gehören nicht in den Feststoff-Abfall und schon gar nicht in den Hausmüll! Für die Kanülen gibt es spezielle Behälter, mit welchen die Kanüle leicht von der Spritze getrennt werden kann, ohne dabei ein Verletzungsrisiko eingehen zu müssen. Der Rest der Spritze kann nun in den Behälter für Spritzen und Kanülen gegeben werden. Volle Kanülen-Behälter werden anschließend in dem Behälter für Spritzen und Kanülen entsorgt.


Umgang mit Chemikalien

Größere Mengen von Chemikalien gehören in den Chemikalienraum. Werden Chemikalien am Platz benötigt, die über die kleinen Mengen hinaus gehen, so sollten diese immer im Abzug gelagert und nach Gebrauch zurück auf ihren Platz in den Chemikalienraum gestellt werden. Chemikalien gehören niemals auf den Boden, sprich in den Durchgang in der Box. Chemikalien sollten niemals auf die Hocker im Labor abgestellt werden. Wenn Chemikalien-Behälter nicht benutzt werden, sollten diese mit dem zugehörigen Deckel immer verschlossen sein.


Die Beschriftung von Glasflaschen, die in der Box auf dem Glasregal stehen, muss immer vollständig sein. Die Beschriftung erfolgt auf einem Etikett geeigneter Größe. Es muss der Name der Substanz, das zugehörige Gefahrensymbol sowie der Name des Studenten, Platz- und ggf. Saal-Nummer auf dem Etikett gut lesbar geschrieben sein. Die Markierung der Flaschen mit einem wasserfesten Filzschreiber ist ungeeignet, da eine solche Markierung schlecht zu lesen ist und mit Lösemitteln, wie Ethanol oder Aceton sehr leicht entfernt werden kann. Diethylether sowie andere Ether gehören grundsätzlich in braune Flaschen!


Der Transport von Chemikalien erfolgt grundsätzlich in den im Praktikum zur Verfügung gestellten schwarzen Eimern. Dabei sollten die Eimer nicht in einer Box gehortet werden sondern nach Gebrauch in den Chemikalienraum zurückgestellt werden. In dem Eimer sollten nur ein bis zwei unterschiedliche Chemikalien transportiert werden. Der Eimer verhindert die großflächige Kontaminierung, falls doch mal etwas hinfällt. Außerdem hat man immer eine Hand frei, mit der man den Abzug öffnen kann.


Analytische Chemie

Geeichte volumetrische Messinstrumente (z. B. Vollpipetten) dürfen weder im Trockenschrank getrocknet, noch mit Druckluft ausgepustet werden. Das Trocknen im Trockenschrank kann durch die Ausdehnung des Glases bei der Hitze zu Veränderungen des Volumens führen. Das Ausblasen mit Druckluft ist zum einen gefährlich, da sich die Pipette leicht lösen kann und unkontrolliert durch das Labor geschleudert wird, zum anderen können winzige Öltropfen in das Glasgerät eingetragen und damit weitere Verunreinigungen in die Pipette eintragen werden.


Anorganische Chemie

Im Folgenden ist eine Argon/Vakuum-Linie aus dem Synthese Praktikum für Fortgeschrittene dargestellt.
In der Mitte des Bildes ist die zentrale Einheit der Linie mit den vier Zwei-Wege-Hähnen, die zwischen Argon und Vakuum schalten können, zu sehen. Links oben befindet sich der Blasenzähler, um den Argon-Druck abzuschätzen. Rechts im Bild sind die zwei Kühlfallen zu sehen, die während des Betriebs der Linie mit flüssigem Stickstoff gefüllten Dewars gekühlt werden. Diese sorgen dafür, dass Lösemittel in den Kühlfallen kondensieren und nicht in die Vakuumpumpe (ganz rechts, außerhalb des Abzugs) gelangen.



Organische Chemie

Für ein optimales Gelingen eines Experimentes ist es wichtig, darauf zu achten, dass Apparaturen und Aufbauten - vor allem, wenn sie komplizierter werden, senkrecht und ohne Spannungen aufgebaut sind. Die Wasserkühlung sollte am besten mit Schlauchschellen (Geräteausleihe) oder Gartendraht befestigt werden. Schliffe müssen immer ausreichend gefettet sein, sodass sie klar und durchsichtig sind. Die Gummischläuche der Wasserkühlung sollten die heiße Kochplatte nicht berühren, da sie dann anfangen zu schmoren oder gar zu brennen. Soll ein Versuch z. B. über Nacht ausgeschaltet stehen bleiben, dann sollte zur Verhinderung großflächiger Kontaminierung eine Plastikschüssel auf die erkaltete Heizplatte gestellt werden.


Unten im Bild sind drei verschiedene Methoden einer Wasserkühlung gezeigt: links: Dimroth-Kühler, mitte: Destillationsbrücke, rechts: Kühlfinger einer Zincke-Apparatur. Kühlkreisläufe werden grundsätzlich im Gegenstrom betrieben, da auf diese Weise die besten Kühleffekte erreicht werden. Außerdem sollte möglichst das gesamte Volumen mit Wasser gefüllt sein.


Lösemittel und Chemikalien dürfen niemals in einem offenen Becherglas auf einem Magnetheizrührer erhitzt werden!


Physikalische Chemie

Beim Arbeiten mit Lasern muss eine der entsprechenden Wellenlänge des Lasers angepasste Laserschutzbrille getragen werden.


Laser werden zum Schutze unbeteiligter Personen in separaten Räumen betrieben. Wenn das unten abgebildete Signal leuchtet, ist der Laser in Betrieb und könnte Personen, die ohne Schutzbrille eintreten, gefährden.


Beim Arbeiten mit Lasern, insbesondere, wenn der Strahlengang noch justiert werden muss, sollte auf Folgendes geachtet werden: Immer eine geeignete Schutzbrille und einen Kittel tragen. Möglichst keinen Schmuck (Ringe, Armbänder, Uhren, Ohrringe) tragen, denn dieser kann den Laserstrahl in alle erdenklichen Richtungen reflektieren und damit Andere gefährden. Nach Möglichkeit sollte niemals direkt in den Strahlengang des Lasers gefasst, sondern nur außerhalb des Strahlenganges am entsprechenden Rädchen justiert werden.



Der Transport von Gasflaschen erfolgt grundsätzlich zu zweit. Die Gasflasche muss auf dem dafür vorgesehenen Wagen transportiert werden. Wichtig ist, dass das Druckventil abmontiert und die Schutzkappe aufgesetzt ist. Die Kette muss als Sicherung der Flasche immer geschlossen sein.


Beim Arbeiten mit Gasen müssen die Flaschen immer am dafür vorgesehenen Gestell mit einer Kette befestigt sein.