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Nachruf auf Jaime Manuel de Matos Ferreira da Silva (1946 - 2019)

Geboren wurde Jaime da Silva in Pardilhó (bei Aveiro, Portugal). Er beendete sein Studium der Germanistik an der Universität Coimbra im Jahre 1973, demselben Jahr, in dem er gleich im Anschluss seine Tätigkeit als Portugiesisch-Lektor an der Ruhr-Universität Bochum aufnahm. Er blieb dieser Stelle am Romanischen Seminar bis zu seinem Ruhestand 2010 treu. Mit einem DAAD-Stipendium führte er seine Studien an der Universität Tübingen unter der Leitung von Eugeniu Coseriu weiter, eine Verbindung, die ihn zeitlebens mit Stolz erfüllte. Mit seinem Stellenvorgänger an der RUB und Studienkollegen in Coimbra, António de Almeida, übersetzte er 1970 die Geschichte der deutschen Sprache von Peter von Polenz ins Portugiesische. Ebenfalls mit António de Almeida veröffentlichte er 1977 den Band Sprachvergleich Portugiesisch-Deutsch, sowie 1986 zusammen mit Hilde Schneider den portugiesisch-deutschen Band aus der Handbuchreihe Assimil. Im Jahre 2008 erschien in Zusammenarbeit mit Paulo Osório seine Introdução à História da Língua Portugesa. Am Ende seines Lebens arbeitete er an der Übersetzung von Die portugiesische Grammatikschreibung von 1540 bis 1822, von Barbara Schäfer-Prieß. Neben der Sprachgeschichte, seiner hauptsächlichen intellektuellen Leidenschaft, hegte Jaime da Silva zeitlebens lebhaftes Interesse für Geschichte, Philosophie und Politik, für klassische Musik und für Fußball – alles Gebiete, auf denen er sich gelehrt, begeistert und mit einer ganz speziellen satirischen Ader bewegte. Jaime da Silva war der Älteste von vier Geschwistern. Seine erste Ehefrau, die Deutsche Elisabeth de Matos Ferreira da Silva (geboren Sbrzesny), verstarb im Jahre 2013. Jaime da Silva heiratete in zweiter Ehe die Brasilianerin Helenice Bunicenha. Sein sozialer Charakter half ihm, sich nur wenig von den Folgen der Polio-Erkrankung einschränken zu lassen, die ihn früh ereilt hatte. Mit Jaime da Silva hat das Romanische Seminar einen seiner langjährigsten Mitarbeiter verloren.