Virtual historical Reality? – Immersive Darstellungen von Geschichte in Geschichtskultur und Geschichtsunterricht

Verantwortlich: Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg
Laufzeit: seit 2018

Das Projekt hat die aktuell von Gedenkstätten, Medienanstalten, Tourismus- und Softwareunternehmen für formale und non-formale Bildungszusammenhänge produzierten virtuellen Welten zum Gegenstand. Ausgehend von dem Befund, dass die Angebote Möglichkeiten zur "Zeitreise", "erlebbarer Vergangenheit" oder "Zeitzeugenschaft" anbieten und offensiv als Zukunft von medial vermittelten Inhalten zum Zwecke einer historischen Bildung anpriesen werden, soll aus der Kombination geschichtsdidaktischer und geschichtswissenschaftlicher Perspektiven das Potential dieser medialen Angebote in den Blick genommen werden. Im Rahmen einer historischen Medienkulturanalyse werden mediale Formen und Formate immersiver Darstellungen von Geschichte seit dem 19. Jahrhundert (u.a. Panoramen, Stereoskopie, Modelle, 3D-Rekonstruktionen, Filme, digitale Spiele) und das damit einhergehende Versprechen und Verlangen nach authentischen Vergangenheitseindrücken beschrieben und historisch kontextualisiert. Die geschichtsdidaktische Analyse der digitalen virtuellen Rekonstruktionen sollen hinsichtlich ihrer Authentifizierungsstrategien, der dargestellten Inhalte, der Emotionalität, der ästhetischen Präsentation von Geschichte und ihrer Potentiale für historisches Lernen analysiert werden. Die Erarbeitung eines geschichtsdidaktischen Konzepts für eine Nutzung in formalen Bildungssituationen wie dem schulischen Geschichtsunterricht soll ein zentrales Ergebnis der Studie sein.

Mehr Informationen auf der Projekthomepage.

Kriegsgezwitscher - Twitterprojekt zum Krieg 1870/71

Verantwortlich: Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg
Laufzeit: 2020-2021, laufend

Das Projekt "Kriegsgezwitscher – Twitterprojekt zum Krieg 1870/71" soll im Rahmen eines sogenannten "Reentweetment" die Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges auf dem Twitter-Account @Krieg7071 in Echtzeit aus verschiedenen Perspektiven (nach)erzählt werden, auf den Tag, die Stunden oder am besten die Minute genau – nur 150 Jahre zeitversetzt. Den Followern des Twitter-Accounts sollen so Einblicke in den Krieg und die damit verbundenen Erlebnisse, Erfahrungen und Wahrnehmungen der Zeitgenossen ermöglicht werden. Zugleich werden die Möglichkeiten zur chronologischen Darstellung auf Twitter genutzt, um den Krieg mit seinen Phasen dichter Ereignisfolgen und ereignisarmer Abschnitte in ihrer zeitlichen Dimension nachvollziehbar darstellen zu können. Grundlage für die Tweets auf dem Twitter-Account @Krieg7071 sind zeitgenössische Quellen und Darstellungen von beteiligten Personen und weitere Texte, die eine Kontextualisierung ermöglichen. Das Projekt wird gemeinsam von Prof. Dr. Tobias Arand (PH Ludwigsburg), Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg und Studierenden aus Ludwigsburg und Bochum realisiert.

Kooperationspartner: Prof. Dr. Tobias Arand (PH Ludwigsburg)

ViRaGe - Virtuelle Realitäten als Geschichtserfahrung

Verantwortlich:Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg
Bearbeitung: Elena Lewers M.Ed./M.A.
Laufzeit:2020-2023, laufend

Um vergangenes Geschehen für die nachfolgenden Generationen "erlebbar" und "anschaulich" zu gestalten, setzen Gedenkstätten vermehrt auf digitale Angebote, die einen unmittelbareren Zugang z.B. zu den Diktaturerfahrungen des Nationalsozialismus und der DDR ermöglichen sollen. Neben der technischen Weiterentwicklung der Angebote wurden jedoch didaktische Elemente, die eine Distanzierung zum Dargestellten sowie eine Reflexion des Angebotes ermöglichen könnten, vernachlässigt. In empirischen Vorhaben soll untersucht werden, inwiefern VR-Anwendungen und deren Reflexion dazu beitragen können, die Ausbildung von Kompetenzen zur kritischen und reflektierten Teilhabe an der Geschichtskultur zu befördern.

Das Teilprojekt "Geschichtsdidaktische Aufbereitung" beschäftigt sich mit der historischen Einordnung und geschichtsdidaktischen Analyse der für die empirischen Vorhaben ausgewählten geschichtsbezogenen VR-Angebote. Ziele sind die Entwicklung von Materialien zur Begleitung des "Auftauchens" aus der virtuellen Umgebung sowie die Benennung von Gütekriterien für die Produktion von VR-Anwendungen für die historisch-politische Bildung.

Kooperationspartner:

  • Prof. Dr. Sandra Aßmann (RUB, Erziehungswissenschaft, Verbundkoordinatorin)
  • Prof. Dr. Nikol Rummel (RUB, Erziehungswissenschaft)
  • Prof. Dr. Nicole Krämer (Universität Duisburg-Essen, Sozialpsychologie, Medien und Kommunikation)
  • Softwareunternehmen Atino: Dirk Wieczorek


Weitere Kooperationspartner:
  • Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
  • Blickwinkel-Tour-Nürnberg
  • Film und Schule NRW


coronarchiv

Verantwortlich: Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg
Laufzeit: ab 2020

Das coronarchiv ist ein freies und offenes Onlineportal, zu dem alle beitragen können und das allen zugänglich ist. Ziel des coronarchivs ist die fortlaufende Sammlung, Archivierung, Kontextualisierung und langfristige Bereitstellung von persönlichen Erinnerungen und Fundstücken zur „Corona-Krise“. Das kann prinzipiell alles sein, was digital vorliegt oder sich digitalisieren lässt: Von Texten, wie Tagebücher, Briefe, E-Mails, Gedichte, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, Einkaufszettel, Einsatzberichte, Aushänge, Warnhinweise, Verordnungen über Fotos, Zeichnungen, Bilder, Videos, Chats und Social Media Posts bis hin zu Sprachnachrichten, Songs und Lesungen.

Mit dem coronarchiv entsteht eine zentrale Anlaufstelle zur Dokumentation der Gegenwart, die nicht nur eine spätere Rückschau auf die Ereignisse des Jahres 2020 ermöglicht, sondern auch für die künftige Forschung zur Verfügung steht.

Projektpartner:

  • Prof. Dr. Thorsten Logge – Juniorprofessur für Public History, Universität Hamburg
  • Benjamin Roers, M.A. – Wissenschaftlicher Mitarbeiter am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Nils Steffen, M.A. – Koordinator des Arbeitsfeldes Public History, Universität Hamburg


Weitere Informationen und Kooperationspartner auf der Seite des coronarchivs.


Menschen im Bergbau

Verantwortlich: Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg (Teilprojekt A)
Bearbeitung: Theresa Hiller M.Ed./M.A.
Laufzeit: 2019-2022, laufend

Seit 2014 führen die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets (SGR) und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) das Oral-History-Projekt „Digitaler Gedächtnisspeicher: Menschen im Bergbau“ durch, um die Erinnerungen derer zu bewahren, die den Bergbau in den Jahrzehnten zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der endgültigen Schließung im Jahr 2018 geprägt haben. In der zweiten Projektphase ab 2019 werden die gesammelten Erzählungen unter verschiedenen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Fragestellungen ausgewertet.

Die Juniorprofessur für die Didaktik der Geschichte betreut dabei das fachdidaktische Teilprojekt A „Digitales Lernen: Theorie und Praxis“. In dem Projekt werden digitale Unterrichtsmaterialien und -konzepte für die Videoplattform „Menschen im Bergbau“ entwickelt und praktisch umgesetzt.
Ziel des fachdidaktischen Teilprojektes B „Digitales Lernen: Effekte auf das historische Lernen“ ist die empirische Überprüfung zur Lernwirksamkeit von erstellten Unterrichtsmaterialien und –konzepten. Dieses wird durch die Professur für die Didaktik der Geschichte betreut.

Projektpartner: Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets, Deutsches Bergbaumuseum Bochum

Gefördert durch: Stiftung Geschichte des Ruhrgebietes, Stiftung Ruhrkohle AG


"Geschichte auf YouTube. Neue Herausforderungen für Geschichtsvermittlung und historische Bildung"

Verantwortlich: Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg
Laufzeit: 2016-2019, abgeschlossen

Seit 2005 ist das Videoportal YouTube Teil einer sich stetig verändernden Medienlandschaft. Im Gegensatz zu anderen Onlineangeboten wie Mediatheken, Streaming-Diensten und Video-on-Demand-Anbietern bietet YouTube seinen Nutzer:innen, sowohl Konsument:in als auch Produzent:in der eingestellten Videos zu sein. Damit wurden auch neue Zugänge und Formate zur Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Geschichte geschaffen. Neben hochgeladenen TV-Dokumentationen und historischen Filmdokumenten erfreuen sich insbesondere die sogenannten Erklär- und Lernvideos einem großen Zuspruch durch die Zuschauer:innen. YouTube-Kanäle wie "The Great War" oder "Einfach Geschichte" bieten ebenso wie der YouTuber "MrWissen2go" eigene Formate zur Darstellung von Geschichte an. Klassische mediale Gate Keeper und Agenda Setter wie Journalist:innen und Historiker:innen erhalten dadurch eine erfolgreiche Konkurrenz - Grund genug, sich mit dem Phänomen "Geschichte auf YouTube" aus fachwissenschaftlicher, geschichtsdidaktischer und pragmatischer Perspektive auseinanderzusetzen.

Die Ergebnisse des Projektes sind am 21. Oktober 2019 mit dem Titel „Geschichte auf YouTube. Neue Herausforderungen für Geschichtsvermittlung und historische Bildung“ bei De Gruyter Oldenbourg erschienen und beinhalten Beiträge aus den Perspektiven der Geschichtswissenschaft, der Geschichtsdidaktik und der praktischen YouTube-Arbeit. Der Band ist Teil der neuen Reihe „Medien der Geschichte„, die von den Hamburger Professoren Thorsten Logge (Public History), Andreas Körber (Geschichtsdidaktik) und Thomas Weber (Medienwissenschaft) herausgegeben wird.

Projektpartner: Nils Steffen, anders & wissen - das projektlabor.





PHase: in Public History angeleitet soziale Wirklichkeit erforschen

Verantwortlich: Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg
Laufzeit: 2018-2019, abgeschlossen

Kern des Vorhabens ist es, den im Rahmen des Projekts "ABC - Abseits des Curriculums" (gefördert durch das Universitätsprogramm "Forschendes Lernen") von den Erziehungswissenschaften entwickelten, in der Lehre eingesetzten und evaluierten Selbstlernkurs (Moodle) zur Einführung in Methoden der qualitativen Sozialforschung für die Anforderungen des neuen Masterstudiengangs "Public History" zu adaptieren. Es erfolgt also ein Transfer von der Erziehungs- in die Geschichtswissenschaft sowie von der Bachelor- auf die Masterstufe. Bei dem Kurs handelt es sich um eine interaktive und handlungsorientierte Einführung in Methoden der empirisch-qualitativen Sozialforschung. Die Auseinandersetzung mit den Kursinhalten befähigt Studierende dazu, sich eine eigene Forschungsfrage zu wählen und diese in kleinem Rahmen empirisch zu bearbeiten (z.B. durch die Entwicklung eines Interviewleitfadens und die Durchführung, Transkription und Reflexion eines Interviews). Studierende des Masterstudiengangs "Public History" bewegen sich perspektivisch in potenziellen Berufsfeldern (z.B. Museen), für die Grundkenntnisse in qualitativer Sozialforschung in zunehmenden Maße erforderlich sind (z.B. Besucher- und RezipientInnenforschung). Insofern ist der interdisziplinäre Ansatz hier leitend, um erziehungswissenschaftliches Wissen auf die Geschichtswissenschaft und ihre speziellen Anforderungen zu übertragen.

Die Ergebnisse erscheinen vsl. 2020 in einem Band zum Forschenden Lernen an der RUB: PHase: In Public History angeleitet soziale Wirklichkeit untersuchen, in: Freitag, Kornelia/Ricken, Judith (Hrsg.): Forschendes Lernen an der Ruhr-Universität Bochum. Prinzipien, Methoden, Best Practices. Bochum 2020 (zus. mit Sandra Aßmann, Andrea Blome, Jörg Maack)

Projektpartnerin: Prof. Dr. Sandra Aßmann, Institut für Erziehungswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum

Gefördert durch: Universitätsprogramm „Forschendes Lernen“ der RUB


Digital Storytelling in historischen Museen? – Empirische Begleitung des Projekts „Stuttgart neu erzählt. Pulsierende Stadtgeschichten

Verantwortlich: Jun.-Prof. Dr. Christian Bunnenberg
Laufzeit: 2016-2019, abgeschlossen

Im April 2018 wurde das Stadtmuseum Stuttgart eröffnet. Das Museum setzt neben bewährten Formen der Ausstellungsgestaltung auch auf die Methode des Digital Storytellings in der Konzeption der Dauerausstellung. Das Projekt begleitet den Prozess beratend und empirisch. Im Zentrum steht eine Analyse der durch das Digital Storytelling von Stuttgarter Bürger:innen erstellten historischen Narrationen. Das Projekt untersucht den Produktionsprozess (incl. Produzent:innen), die Produkte sowie die Rezeption.

Digital Storytelling im Museum – Besucher(innen) erzählen Stadtgeschicht(e), in: Broadcast yourself: history stories! Geschichte auf Youtube – eine Bestandsaufnahme, in: Bunnenberg, Christian/Steffen, Nils (Hrsg.): Geschichte auf YouTube. Neue Herausforderungen für Geschichtsvermittlung und historische Bildung (= Medien der Geschichte, Band 2), Berlin 2019, S. 133-144.

Projektpartner: Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg GmbH, Planungsstab Stadtmuseum Stuttgart, Hochschule der Medien, Stuttgart