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(00369) 03.12.2002 14:42

Neue Nachwuchsforschergruppe: Wie Stammzellen aus Nabelschnurblut Nerven-Schäden reparieren


Bochum, 03.12.2002
Nr. 369

Stammzellen aus Nabelschnurblut reparieren Nerven-Schäden
Neue Nachwuchsforschergruppe an der RUB
Teil des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW

Ob und wie Stammzellen aus Nabelschnurblut Hirn- und Nervenschäden, die
bei der Geburt durch Sauerstoffmangel oder mechanische Verletzungen
entstehen, reparieren können, wird Dr. Carola Meier (Anatomisches
Institut der RUB) mit einer neuen Nachwuchsforschergruppe untersuchen:
Sie ist eine von drei Gewinnern des Wettbewerbs „Nachwuchsgruppen im
Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW“, den das Ministerium für
Wissenschaft und Forschung (MWF) ausgeschrieben hat. Ihre Gruppe wird
für die nächsten fünf Jahre mit bis zu 1,25 Mio. Euro gefördert.

Lebenslange Schäden drohen

Wenn es während der Geburt zu Sauerstoffmangel kommt – weil sich z. B.
die Nabelschnur um den Hals des Kindes gelegt hat – drohen lebenslange
Schäden: Nervenzellen im Gehirn des Kindes werden nicht mehr ausreichend
versorgt und sterben ab, regenerieren können sie sich kaum. Die
betroffenen Kinder leiden z. B. unter Lähmungen, Bewegungsstörungen und
Störungen der Sprachentwicklung, ähnlich wie Schlaganfallpatienten.
Hoffnung auf Heilung solcher Schäden machen Stammzellen aus dem
Nabelschnurblut, die geschädigte Nervenzellen ersetzen können. Dr. Meier
untersucht, ob diese Zellen in die geschädigte Hirnregion wandern, den
Platz der toten Zellen einnehmen und sich selbst zu Nervenzellen
entwickeln können. Außerdem nehmen die Forscher das Potential der
Nabelschnurblut-Stammzellen auch in der Behandlung Trauma-bedingter
Schädigungen des peripheren und zentralen Nervensystems unter die Lupe.
Auch diese Verletzungen sind klinisch von besonderer Bedeutung, z.B.
können unter der Geburt die Nerven des Armes verletzt werden.

Wanderung der Stammzellen durch den Körper verfolgen

Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern will Dr. Carola Meier Stammzellen aus
Nabelschnurblut gewinnen und diese für die Wiederherstellung geburtlich
geschädigten Hirn- und Nervengewebes nutzbar machen. Hierzu wollen die
Forscher die molekularen Mechanismen der Stammzell-Vermehrung und
-Entwicklung aus Nabelschnurblut in Zellkulturen untersuchen. Besonders
interessiert sie dabei, wie die Zellen nervengewebsspezifische
Eigenschaften ausbilden: Dazu gehören u.a. elektrische Erregbarkeit und
die Bildung von Schaltstellen (Synapsen) sowie ihre Verflechtungen.
Außerdem wollen die Forscher die Wanderung der
Nabelschnurblut-Stammzellen durch den Körper verschiedener Versuchstiere
zu den verletzten Arealen des Nervensystems verfolgen. So wollen sie
weiterführende Erkenntnisse für die Therapie von geburtlichen
Schädigungen des Nervengewebes gewinnen.

Dr. Carola Meier, Abteilung Neuroanatomie und Molekulare Hirnforschung,
Anatomisches Institut der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel.
0234/32-24410, Fax: 0234/32-14655, E-Mail:
carola.meier@ruhr-uni-bochum.de, Infos im Internet:
http://www.stammzellen.nrw.de/

Bildunterzeile

Dr. Carola Meier freut sich mit Prof. Dr. Arne Jensen
(Universitätsfrauenklinik der RUB, Knappschaftskrankenhaus Langedreer,
Sprecher des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW) und Prof. Dr.
Lutz Pott (Prodekan der Medizinischen Fakultät der RUB) (v.l.).
Der Abdruck des Bildes ist honorarpflichtig! Das Copyright liegt bei
Hans Blossey, Wilhelm-Busch-Str. 4, 59065 Hamm, Kontonr. 19323600, BLZ
41060120 Volksbank Hamm.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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