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(00356) 26.11.2002 12:56

Das "Who's Who" der Geowissenschaften: Weltweit höchste Auszeichnung für Prof. Werner Schreyer


Bochum, 26.11.2002
Nr. 356


Einzug in das „Who’s Who“ der Erdwissenschaften
Roebling-Medaille 2002 für Prof. Werner Schreyer
Höchste Auszeichnung geht an Bochumer Forscher


Die weltweit höchste Auszeichnung für Mineralogen – die
Roebling-Medaille 2002 der Mineralogical Society of America
– hat Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Werner Schreyer erhalten,
Emeritus für Mineralogie und Petrologie (Gesteinskunde) der
Ruhr-Universität Bochum. Die Medaille ehrt das Lebenswerk
herausragender Wissenschaftler und würdigt „outstanding
original research in mineralogy“. Sie wird seit 1937
verliehen, die Liste der Preisträger ist das „Who’s Who“ der
internationalen Erdwissenschaften. Seit Carl W. Correns,
Göttingen, im Jahr 1976 hat kein Deutscher mehr die Medaille
verliehen bekommen.

Foto im Internet

Ein Foto von Prof. Werner Schreyer steht am Ende dieser
Presseinformation zum Herunterladen bereit, s. u.

Dynamische Prozesse im Erdinnern

Schreyer wurde 1966 an die kurz zuvor gegründete
Ruhr-Universität als Professor berufen, bis 1996 hatte er
den Lehrstuhl für Petrologie an der Fakultät für
Geowissenschaften der RUB inne. In Bochum baute er
Apparaturen zur geowissenschaftlichen Hochdruckforschung
auf. Viele seiner Erkenntnisse veränderten das Weltbild der
Geowissenschaften. So gelang es erstmals, die
„Hochdruck-Metamorphose“ von Gesteinen zu untersuchen: Das
sind Gesteinsarten, die sich oft an der Erdoberfläche als
Sedimente bilden, dann in 100 bis 150 Kilometer Tiefe
versenkt werden, dort umkristallisieren und schließlich
wieder zur Oberfläche zurückkehren. Mithilfe der
experimentellen Hochdruck-Apparaturen konnten Schreyer und
seine Mitarbeiter solche Minerale unter Bedingungen des
Erdinnern synthetisieren und so Daten gewinnen, welche auf
ihre Entstehungstiefen schließen ließen. Schreyers
Ergebnisse erlaubten Rückschlüsse auf die dynamischen
Prozesse, die sich im Innern der Erde abspielen.

Experiment und Natur

Schreyers Stärke war, experimentelle Ergebnisse mit
mikroskopischen Beobachtungen an natürlichen Gesteinen zu
verbinden. Bereits in den späten 1960er-Jahren publizierte
er Arbeiten, die rasch zu Klassikern wurden – nicht nur
durch neue Forschungsergebnisse, sondern auch, weil sie
beispielhaft für die Lehre waren. In seinen letzten
Amtsjahren hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine
Forschergruppe an der RUB gefördert (1991-1996,
„Hochdruck-Metamorphose in Natur und Experiment“), deren
Sprecher Schreyer war.

Herausragende Verdienste

Die Verleihung der Roebling-Medaille ist der Höhepunkt eines
wissenschaftlichen Lebens, in dem Prof. Werner Schreyer
zahlreiche bedeutende Auszeichnungen erhielt. Unter anderem
bekam er 1991 von der Universität Hannover die erste
Ehrendoktorwürde, die der Fachbereich Erdwissenschaft
überhaupt verliehen hat, er ist darüber hinaus Ehrendoktor
der Universität Lüttich, Belgien (seit 1995). Die
Mineralogical Society of Great Britain and Ireland machte
ihn 1989 zum Ehrenmitglied, er war der erste Deutsche seit
dem Zweiten Weltkrieg, dem diese Ehre zuteil wurde. Im
gleichen Jahr vergab die Österreichische Mineralogische
Gesellschaft mit der „Friedrich Becke Medaille“ ihre höchste
Auszeichnung an den Bochumer Wissenschaftler.

Biografisches

Werner Schreyer wurde am 14. November 1930 in Nürnberg
geboren. Nach dem Abitur 1950 studierte er in Erlangen
(1950-1952) und München (bis 1955) Geologie. 1957 wurde er
in München promoviert. Von 1958 an war er vier Jahre lang
Fellow der Carnegie Institution of Washington am Geophysical
Laboratory, Washington D.C. (USA). 1962 übernahm Schreyer
eine Assistentenstelle am Mineralogisch-petrographischen
Institut der Universität Kiel, wo er sich 1963 mit einer
Arbeit über das Mineral „Cordierit“ habilitierte. 1966 wurde
er an die RUB als Professor berufen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Walter V. Maresch, Geschäftsführender Direktor des
Instituts für Geologie, Mineralogie und Geophysik (GMG) der
Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Geowissenschaften, NA
03/586, Tel. 0234/32-23511, Fax: 0234/32-14433, E-Mail:
walter.v.maresch@rub.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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