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(00268) 27.09.2002 12:48

Machbarkeitsstudie: Erdwärme aus der Tiefe für die Ruhr-Universität


Bochum, 27.09.2002
Nr. 269


Selbstversorgung aus der Tiefe
Machbarkeitsstudie: Erdwärme für die Ruhr-Universität
Wärmebedarf könnte für Jahrzehnte gedeckt werden


Viereinhalb Quadratkilometer misst der Campus der
Ruhr-Universität – und darunter schlummert vermutlich eine
Energiequelle, Erdwärme, die den Energiebedarf des
Großverbrauchers RUB auf Jahrzehnte hinaus decken könnte.
Geowissenschaftler und Ingenieure der RUB wollen dies nun in
einer Machbarkeitsstudie untersuchen, die ab Herbst 2002 vom
NRW-Wirtschaftsministerium gefördert wird. Federführend sind
Prof. Dr. Fritz Rummel (Fakultät für Geowissenschaften der
RUB) und Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner (Energiesysteme
und Energiewirtschaft, Fakultät für Maschinenbau der RUB),
sie kooperieren mit der rubitec Gesellschaft für Innovation
und Technologie der Ruhr-Universität mbH.

Hot-Dry-Rock Verfahren

Langfristiges Ziel ist, mithilfe zweier Bohrungen einen
Wärmetauscher in etwa vier Kilometer Tiefe zu erzeugen. Dort
erwarten die Wissenschaftler Gesteine mit einer Temperatur
von ca. 120 Grad. Zwischen den beiden Bohrungen schaffen sie
einen künstlichen Fließweg. Durch die eine Bohrung pressen
sie kaltes Wasser nach unten, das sich auf dem Weg zur
zweiten Bohrung erhitzt und wieder zur Oberfläche befördert
wird. Hier läuft das Wasser erneut durch einen
Wärmetauscher, der das heiße Tiefenwasser abkühlt, die
gewonnene Wärme in das Energienetz einspeist und das kalte
Wasser wieder in den Untergrund presst. Dieses Verfahren,
das so genannte Hot-Dry-Rock Prinzip (HDR), erproben
Forscher bereits seit 15 Jahren im Elsass. Wissenschaftler
der Ruhr-Universität sind daran beteiligt, sie untersuchen
die physikalischen Eigenschaften der Gesteine im Untergrund.

Drei Phasen

Im ersten Jahr soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, wie sich
das Projekt umsetzen lässt. Forscher werden die geologische
Struktur des Untergrundes untersuchen, Möglichkeiten
ausloten, geothermische Energie in das oberirdische
Wärmeverteilernetz einzuspeisen, und sie werden die
Gesamtkosten und die Umwelteinflüsse des Projektes
ermitteln. Bestätigen sich die Erwartungen, werden sie in
der folgenden Projektphase eine Probebohrung in ca. vier
Kilometer Tiefe machen, um die geologischen und
geophysikalischen Verhältnisse zu erkunden. In der dritten
Projektphase, die ca. zwei Jahre dauern wird, wollen die
Wissenschaftler schließlich den Wärmetauscher erzeugen.

Kosten sparen durch Selbstversorgung

Jährlich kostet es hohe Summen, die Ruhr-Universität mit
Wärme zu versorgen. Der Wärmegehalt eines Kubikkilometers
heißen Gesteins in drei bis vier Kilometer Tiefe könnte die
jährliche Wärmegrundlast der RUB und angrenzender
Wohnbereiche von ca. zehn Megawatt für einige Jahrzehnte
decken, die geplante Anlage würde sich daher schnell
amortisieren.

Weitere Informationen

Dr. Gordon Heinemann, rubitec GmbH, Tel. 0234/32-11951,
E-Mail: Gordon.Heinemann@ruhr-uni-bochum.de
Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner, Fakultät für
Maschinenbau der RUB, Lehrstuhl für Energiesysteme und
Energiewirtschaft, IB 4/125, Tel. 0234/32-28044, Fax:
0234/32-14158, E-Mail: lee@lee.ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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