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(00215) 05.08.2002 12:15

Sinn und Sinnlichkeit: RUB-Internetprojekt ergänzt Essener Ausstellung


Bochum, 05.08.2002
Nr. 216


Sinn und Sinnlichkeit
Das Flämische Stillleben 1550 – 1680
Internetprojekt der RUB ergänzt Essener Ausstellung


Den Sinn hinter den sinnlichen Darstellungen im flämischen
Stillleben ergründet ein Internetprojekt des
Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität.
Begleitend zur Ausstellung „Sinn und Sinnlichkeit. Das
Flämische Stillleben 1550 – 1680“ (1.9.-8.12.,
Kulturstiftung Ruhr, Villa Hügel Essen) haben die
Kunsthistoriker Prof. Dr. Reinhart Schleier und Dirk
Pörschmann zusammen mit Studierenden eine
Internetpräsentation entwickelt. Sie gibt (noch tiefere)
Einblicke in die Antwerpener Künstler-Ateliers der Zeit von
Brueghel und Rubens und ergänzt so die Essener Ausstellung
um Hintergrundinformationen und neue Blickwinkel.

Die Präsentation im Internet

Die Website des Kunstgeschichtlichen Instituts ist seit
heute online unter der Adresse
www.kgi.ruhr-uni-bochum.de/stillleben/

Abbildungen im Internet

Zwei Abbildungen flämischer Stillleben finden sich am Ende
dieser Presseinformation, s. u.
Abbildung 1: Pieter Boel, Stillleben mit Globus und Kakadu,
um 1658,
Abbildung 2: Peter Paul Rubens, Der träumende Silen, um
1610-12.
Leihgeber (1 u. 2): Wien, Gemäldegalerie der Akademie der
bildenden Künste

Per Mausklick ins Stillleben

Das Internetprojekt des Kunstgeschichtlichen Instituts (KGI)
der RUB bietet nicht nur einen Blick in die Ausstellung, mit
dem Besucher sich bereits vorab informieren oder Gesehenes
noch einmal nachschlagen können. Die Präsentation führt auch
„Per Mausklick ins Stillleben“ und bietet wissenschaftlich
fundierte Hintergrundinformationen, die Schleier und
Pörschmann zusammen mit Studierenden in Forschungsprojekten
erarbeitet haben. „Dieser ergänzende Part löst sich dann von
der Ausstellung und widmet sich dem Thema auf eigene Weise“,
sagt Reinhart Schleier. Die Bochumer Forscher beleuchten
hier die Entwicklung des Stilllebens zu einer neuen
Kunstgattung.

Sinnesfreude und Vergänglichkeit

Opulent gedeckte Tische, Markt-, Jagd- und Küchenstücke,
Blumensträuße, Naturstudien und Augentäuschungen: Die
flämische Stilllebenmalerei des 16. und 17. Jahrhunderts
schwelgt im Detail und sucht die Nähe zur Natur. Dabei sind
die Kunstwerke jedoch stets doppelsinnig – sie verbinden
flämische Lebenslust und Sinnesfreude mit Vergänglichkeit
und Tod. Die Besucher werden z. B. keinen Obstkorb von Jacob
van Hulsdonck oder Frans Snyders entdecken, der
ausschließlich makellose Früchte enthält. Eine erloschene
Kerze hier, eine Sanduhr da, erinnern beim genauen Hinsehen
an die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz.
Andererseits geizen die Künstler nicht mit erotischen
Symbolen, z. B. aufgeplatzten, saftigen Feigen oder
aphrodisisch wirkenden Austern, um Daseinsfreude
auszudrücken. Die vielfältigen Stillleben wurden jedoch
nicht in erster Linie gemalt, um moralisch zu belehren oder
den Betrachter zur religiösen Meditation zu motivieren – dem
aufstrebenden Großbürgertum in den flämischen
Handelsstädten, einem ausgesprochenen Delikatessenkult
huldigend, dienten sie als unterhaltsamer, repräsentativer
Wandschmuck.

Kunstschätze in Essen ...

Die Kulturstiftung Ruhr, Essen, hat zusammen mit dem
Kunsthistorischen Museum Wien eine einzigartige Ausstellung
dieser Stillleben zusammengetragen: Der Prado in Madrid, der
Regierende Fürst von Liechtenstein, die Nationalgalerie in
Prag, das J. Paul Getty Museum in Los Angeles und das
Rijksmuseum in Amsterdam haben einige ihrer bedeutendsten
Gemälde zur Verfügung gestellt. So ist es möglich, sich in
der Villa Hügel auf die Spuren der flämischen
Stilllebenmalerei zu begeben. In zehn Abteilungen schlägt
die Ausstellung den Bogen von den Anfängen Mitte des 16.
Jahrhunderts bis zur hochbarocken Prachtentfaltung im 17.
Jahrhundert.

... und Internet-Know-how aus Bochum

Wie solche Ausstellungen ergänzend und begleitend im
Internet aufbereitet werden, wissen die Bochumer
Kunsthistoriker: Sie erarbeiten bereits seit 1997
Online-Präsentationen zu Kunstausstellungen in deutschen
Museen – zuletzt in einer Kooperation mit der Staatsgalerie
Stuttgart für die Ausstellung „Raffael und die Folgen“ im
Mai/Juni 2001. Mit der Staatsgalerie Stuttgart hat das KGI
u. a. schon fünf solcher Projekte umgesetzt. Über die
Kooperation mit der Kulturstiftung Ruhr Essen sagt deren
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Prof. Dr. Paul Vogt:
„Wir sind schon sehr lange mit dem Kunstgeschichtlichen
Institut in Bochum verbunden und schätzen seine Arbeit sehr.
Und wir freuen uns, dass es jetzt zu dieser für beide Seiten
so fruchtbaren Zusammenarbeit gekommen ist.“

Eckdaten der Ausstellung

Die Ausstellung „Sinn und Sinnlichkeit. Das Flämische
Stillleben 1550 – 1680“ ist vom 1. September bis 8. Dezember
in der Villa Hügel, 45133 Essen, zu sehen. Öffnungszeiten:
täglich von 10 bis 19 Uhr, dienstags und freitags von 10 bis
21 Uhr. Katalog: 402 Seiten, 150 Farbabbildungen, 30 Euro.

Weitere Informationen

Zur Ausstellung: Kulturstiftung Ruhr, Villa Hügel, 45113
Essen, Tel. 0201/61629-0; Fax: 0201/61629-11, E-Mail:
office@villahuegel.de; Internet: http://www.villahuegel.de
Zur Internetpräsentation: Prof. Dr. Reinhart Schleier, Dirk
Pörschmann, Kunstgeschichtliches Institut der RUB (Fakultät
für Geschichtswissenschaft), Tel. 0234/32-22647, -22552,
Fax: 0234/32-14450, E-Mail:
dirk.poerschmann@ruhr-uni-bochum.de, Internet:
http://www.kgi.ruhr-uni-bochum.de/stillleben/


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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