[ vorherige ] [ nächste ] [ Übersicht nach Zeit ][ alphabetische Übersicht ]

(00208) 26.07.2002 10:32

Rohrpost unterm Ruhrgebiet - jetzt anmelden für ISUFT 2002


Bochum, 26.07.2002
Nr. 209

Rohrpost unterm Ruhrgebiet - Große Güter unter die Erde
Leitungsbauer, Logistiker und Fördertechniker tagen an der RUB
ISUFT 2002: Anmeldung noch möglich

In Zeiten der verstopften Städte und übervollen Straßen überlegen sich
Experten neue Möglichkeiten des Gütertransports, z. B. per Rohrpost
unter der Erde. Solche Systeme sind längst nicht mehr nur Vision.
Fachleute beraten bereits ihre konkrete Umsetzung. Am 19. und 20.
September (ab 9 Uhr) treffen sie sich im Audimax der Ruhr-Universität
beim ISUFT 2002 (3rd International Symposium on Underground Freight
Transportation by Capsule Pipelines and other Tube Systems). Dort gibt
es auch schon was zu sehen: Modelle unterirdischer Rohrpostsysteme,
Rohre und Vortriebsmaschinen werden in einer Ausstellung im
Audimax-Foyer und auf dem Forum aufgebaut. Anmeldungen sind noch
möglich, die Medien sind herzlich willkommen.

Duisburg-Dortmund in 30 Minuten

Rohrpostanlagen an sich sind eine alte Idee: Als 1853 die erste in
London gebaut war, folgten weitere schlagartig. Ein Jahr später in
Paris, dann in Berlin, in Wien und in der Folge dann in zwölf weiteren
europäischen Großstädten von Hamburg bis Neapel. Versuche mit
Großrohranlagen, bei denen die Förderbehälter auf Rädern laufen,
schlossen sich an. Denn was liegt angesichts der wachsenden
Verkehrsprobleme in den Ballungsräumen näher, als über viel größere
Dimensionen nachzudenken, z.B. im Format der Euro-Palette? Man stelle
sich vor: Statt die Palette mit dem Lkw und zweieinhalb Stunden
Zeitaufwand über die verstopfte A 40 von Duisburg nach Dortmund zu
fahren, fährt der Transporter nur zur nächsten Verladestation und sagt
dem Empfänger telefonisch durch, dass er die Palette in einer halben
Stunde von der ihm nächstgelegenen Übergabestation abholen kann.

Rasende Europalette unter Tage

An der Ruhr-Universität befasst sich die interdisziplinäre Projektgruppe
„Transport- und Versorgungssysteme unter der Erde“ schon seit 1998 mit
der technischen Umsetzung des Konzeptes CargoCap zum automatisierten
Stückguttransport durch unterirdische Rohrleitungen. Die theoretische
Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist abgeschlossen, CargoCap steht vor
der praktischen Umsetzung.

Internationale Experten präsentieren ihre Projekte

Passend dazu konnte ISUFT 2002 nach Bochum geholt werden. Zwei
vorangegangene Symposien 1999 in Columbia/Missouri, USA und 2000 in
Delft, Niederlande haben bereits viele Aspekte der technischen
Realisierung unterirdischer Transportsysteme behandelt. Die Tagung in
Bochum will sich möglichst umfassend mit der konkreten Umsetzung
internationaler Projekte befassen und Lösungsansätze der Logistik,
wirtschaftliche Grundlagenstudien, verschiedene Antriebskonzeptionen und
Bauverfahren zur Herstellung der unterirdischen Rohrleitungen vorstellen
und diskutieren. International renommierte Experten aus der EU, den USA,
Kanada, Japan und China, die an verschiedenen Konzepten zum Transport
durch Rohrleitungen forschen und arbeiten, werden am Symposium
teilnehmen. Neben CargoCap werden laufende Projekte z.B. aus den
Niederlanden, Texas und Japan präsentiert. ISUFT 2002 steht unter der
Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Dietrich Stein, Arbeitsgruppe Leitungsbau und
Leitungsinstandhaltung der Fakultät für Bauingenieurwesen, Tel:
0234/32-27445, Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/isuft2002

Anmeldung

Dr. Wolfgang Budach, Unikontakt, Tel. 0234/32-22199, -27635, Fax:
0234/32-14646

Bildunterzeile

In aerodynamisch geformten Kapseln sollen Güter mit durchschnittlich 36
km/h durch die unterirdischen Röhren sausen.

JPEG image


zurück zur Übersicht nach Zeit | alphabetisch