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(00199) 17.07.2002 10:56

Besonnene Anleger: RUB-Studie zur Börsenkommunikation


Bochum, 17.07.2002
Nr. 199


Besonnene Anleger
BIFAK-Studie: Trend zum Konservatismus
Printmedien als Börsen-Informationsquelle Nummer eins


Wenn es in Berlin und Bonn um den Kopf von Telekom-Chef Ron
Sommer geht, ist das weit mehr als eine Personalie: Der
Aktienkurs des Unternehmens ist davon betroffen, die Anleger
sind gespannt oder verunsichert, warten auf eine
Entscheidung und machen ihr eigenes Verhalten von
Informationen über die Zukunft des Konzerns abhängig. Doch
auf welche Informationen vertrauen sie? Das Bochumer
Institut für angewandte Kommunikationsforschung (BIFAK) hat
die erste deutsche Grundlagenstudie zur Börsenkommunikation
erstellt und untersucht, welche Faktoren – Medien – die
Kaufentscheidung von Anlegern beeinflussen. Das zentrale
Ergebnis: Die Anleger sind besonnen und zeigen einen „Trend
zum Konservatismus“ in ihrer Mediennutzung, das gedruckte
Wort hat den glaubwürdigsten Informationswert.

Studie online bestellen

Die komplette Studie ist online bestellbar unter
http://www.bifak.de/projects/boerse.htm für EUR 58,- (zzgl.
MwSt. und Versand).

Beackert: Das unerforschte Gebiet

Die Studie unter Leitung von Prof. Dr. Franz R. Stuke
(Sektion für Publizistik und Kommunikation der RUB) und
Peter Kruck (Geschäftsführer BIFAK) entstand in Kooperation
mit der Santander Diektbank AG, Frankfurt, als ausgedehnte
Fallstudie mit 250 Befragten. Zwar ist sie nicht
repräsentativ für die Gesamtheit der börsenaktiven
Bevölkerung Deutschlands – aber sie ist die Erste überhaupt,
die das Informationsverhalten von Anlegern untersucht. Dabei
haben die RUB-Forscher nach der Bedeutung der
Informationsquellen Print (Zeitungen, Zeitschriften), TV,
Internet und interpersonelle Kommunikation gefragt.

Beliebt: Das Handelsblatt, FTD & Co.

Das gedruckte Wort genießt einen hohen Glaubwürdigkeitsbonus
bei den Befragten – auch bei den jüngeren, 23- bis
32-Jährigen, die mit 52 Prozent die größte Gruppe unter den
Befragten stellen. Sie bevorzugen Wirtschaftszeitungen wie
das „Handelsblatt“ und die „Financial Times Deutschland“
(FTD), um sich über die Börse zu informieren und ihre
Kaufentscheidungen zu fundieren. Es folgen
Special-Interest-Zeitschriften wie „Börse online“, „Focus
Money“, „Capital“ oder „Wirtschaftswoche“ sowie mit der
überregionalen „FAZ“ der Allrounder unter den
Tageszeitungen.

Begehrt: Das Gespräch mit dem „Profi“

Für ihre Entscheidungen suchen Anleger vor allem konkrete
und sichere Informationen. Daher ist die zwischenmenschliche
Kommunikation unersetzlich. Während jedoch im Familien- und
Bekanntenkreis eher der „anekdotenhafte Plausch“ über die
Börse gepflegt wird, beziehen Anleger die wirklich wichtigen
Informationen von „Profis“, d. h. von Anlageberatern bei
Banken. Auf so genannte „Tipps“ geben die Befragten übrigens
nichts, sie verlassen sich lieber auf die seriöse
Information.

Beäugt: Das „altehrwürdige“ öffentlich-rechtliche Fernsehen

„Seriös“ ist zugleich das Stichwort für die erhobenen
Informationsquellen im TV: Börsen- und Finanzsendungen im
öffentlich-rechtlichen Fernsehen führen vor den Angeboten
privater Sender – mit Ausnahme der „Telebörse“ auf NTV, die
deutlich auf Platz eins landet, gefolgt von „WISO“, „Börse
live“ oder „3sat-Börse“ sowie Spezialsendungen der ARD wie
„Börse im Ersten“ und „ARD-Ratgeber Geld“. Allerdings können
TV-Sendungen nicht mit der Relevanz gedruckter oder im
Gespräch vermittelter Informationen mithalten: Die
Information durch Fernsehen gilt als flüchtig und allenfalls
flankierend unter den Befragten, aber nicht als
ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung.

Besucht: Das Online-Finanz-Portal

Auch die zahlreichen Online-Angebote rund um das Thema Börse
haben bei den Befragten nicht den Stellenwert wie
Printmedien. „Relevante“ Informationen, die eine
Kaufentscheidung mit beeinflussen können, beziehen die
Anleger am ehesten in spezialisierten Finanzportalen. In der
Beliebtheit führt „Comdirekt“ vor „Börse.de“, „NTV“,
„Consors“, „Onvista“, „Wallstreet.online“ und „Deutsche Bank
24/maxblue“.

Bekannt? Der Anleger, das unbekannte Wesen

Mit ihrer Studie legen die Bochumer Forscher nun erstmals
Ergebnisse vor, die über das Informationsverhalten der
Anleger Aufschluss geben. Die Befragten verlassen sich in
der Regel nicht auf eine einzige Informationsquelle, gehen
sehr besonnen vor und verfallen auch in kritischen Zeiten
nicht in Panik. Auch dann nicht, wenn ein Vorstandswechsel
beim größten deutschen Telekommunikationskonzern ansteht.

Weitere Informationen

Peter Kruck, M. A. , BIFAK – Bochumer Institut für
angewandte Kommunikationsforschung, Ruhr-Universität Bochum,
Tel. 0234/325-3774, Fax: 0234/325-4020, E-Mail:
kruck@bifak.de, Internet: http://www.bifak.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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