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(00173) 19.06.2002 12:37

Weiterbildungsangebot zur DIN-genormten Bewerberauswahl


Bochum, 19.06.2002
Nr. 172

Neue DIN-Norm zur Bewerberauswahl
Akademie der RUB bietet als erste zertifizierte Weiterbildung an
Verfahren zur Eignungsbeurteilung gezielt einsetzen

Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) hat erstmals eine Norm
beschlossen, die „Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei
berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen“ festlegt (Norm 33430).
Unternehmen, die DIN-gerechte Eignungsbeurteilungen durchführen wollen,
müssen ab jetzt dafür sorgen, dass die Verantwortlichen über bestimmte
Qualifikationen verfügen, die sicherstellen, dass sie den Auswahl- oder
Beurteilungsprozess sachgerecht planen, die Instrumente (Eignungstests,
Interviews, Assessments etc.) fachkundig einsetzen und regelgerechte
Eignungsbeurteilungen treffen können. Erwerben können sie die
geforderten Kenntnisse ab Oktober 2002 in einer insgesamt neuntägigen
Weiterbildung der Akademie der Ruhr-Universität. Sie bietet als erste in
Deutschland eine zertifzierte Schulung an.

Geld sparen durch bessere Bewerberauswahl

„Deutschland hat einen enormen Rückstand in der Nutzung standardisierter
Verfahren für die Eignungsdiagnostik gegenüber fast allen anderen
westeuropäischen Ländern“, stellt Prof. Dr. Heinrich Wottawa (Fakultät
für Psychologie der RUB) fest. Das liege u.a. daran, dass der Einsatz
solcher Instrumente vor der Norm nur für Diplom-Psychologen vorgesehen
war, was Personalentscheider und Personalberater mit anderen
Ausbildungen dazu drängte, besser darauf zu verzichten. An dreimal drei
Tagen können sie nun an der Akademie der RUB den professionellen Umgang
mit eignungsdiagnostischen Verfahren lernen. „Wir erwarten, dass sich
daraus eine wesentliche Verbesserung insbesondere der Bewerberauswahl
ergibt“, so Wottawa. Durch die Anwendung der Norm auf die
Bewerberauswahl würde sich die Produktivität der eingestellten
Mitarbeiter gegenüber einer nicht den fachlichen Standards
entsprechenden Auswahl um mindestens sechs Prozent steigern, schätzt er.
Bei einer durchschnittlichen Verweildauer im Unternehmen von etwa fünf
Jahren wäre dies ein finanzieller Vorteil von 30.000 Euro pro
Neueinstellung.

Verfahren einsetzen, auswerten, in Entscheidungen einbeziehen

Die Teilnehmer lernen, die berufsbezogene Eignungsdiagnostik nach
verbindlichen Standards zu planen, geeignete Verfahren auszuwählen,
anzuwenden und auszuwerten, die Ergebnisse zu interpretieren und
sinnvoll in ihr Urteil einzubinden. Zur Weiterbildung gehören vier
Praxistage, an denen die Teilnehmer unter Anleitung Fallbeispiele
bearbeiten, Konzepte für die eigene Arbeit entwickeln und Beispiele aus
dem eigenen Alltag dokumentieren. Um intensives Lernen und eine optimale
Betreuung des Einzelnen zu gewährleisten, findet die Schulung in kleinen
Gruppen statt: Je 16 bis 20 Teilnehmer arbeiten mit zwei Dozenten. Die
fachliche Leitung und auch ein großer Teil der Durchführung liegt in den
Händen von Prof. Dr. Lutz Hornke von der RWTH Aachen. Hornke war Obmann
des DIN-Ausschusses, der die Norm entwickelt hat, und stellt so sicher,
dass die Ausbildungskonzeption den Erwartungen des Ausschusses gerecht
wird.

Anmeldeformular im Internet

Zielgruppe sind Personen mit Hochschulausbildung oder gleichwertigem
Kenntnishintergrund und mehrjähriger Berufserfahrung in der
Personalarbeit, z.B. als Personalreferent, in der Personalentwicklung
oder im Recruiting. Die Ausbildung beginnt erstmals am 10. Oktober 2002;
nähere Informationen und ein Anmeldeformular stehen auf der Homepage der
Akademie der RUB unter http://www.amib.ruhr-uni-bochum.de/akademie/.

Weitere Informationen

Akademie der Ruhr-Universität Bochum, Wirtschaftspsychologie,
Universitätsstraße 142, 44799 Bochum, Tel. 0234/3382-0, Fax:
0234/3382-119, E-Mail: wp@akademie.ruhr-uni-bochum.de, Internet:
http://www.akademie.ruhr-uni-bochum.de



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