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(00159) 10.06.2002 13:29

Blickpunkt Internationales Völkerrecht: Zwei Veranstaltungen im Den Haager Büro der RUB


Bochum, 10.06.2002
Nr. 158


Blickpunkt Internationales Völkerrecht
Zwei Veranstaltungen im Den Haager Büro der RUB
25 Jahre Zusatzprotokoll zum Genfer Abkommen


Am 8. Juni 1977 wurden die Zusatzprotokolle zu den Genfer
Konventionen von 1949 unterzeichnet. Sie bilden die
Kernstücke des Humanitären Völkerrechts. Anlässlich des
25-jährigen Jubiläums der Unterzeichung organisierte das
Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres
Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Uni Bochum zwei hochkarätig
besetzte Veranstaltungen im Den Haager Außenbüro der RUB –
EDUSAT (Education Sattelite). Im Mittelpunkt stand die
Beurteilung der Zusatzprotokolle bei aktuellen Konflikten
und die damit zusammenhängende Frage, ob die
Zusatzprotokolle zu den Genfer Konventionen noch zeitgemäß
sind.

Kurze Wege in Den Haag

Rund 100 Teilnehmer kamen zu einem von Prof. Dr. Horst
Fischer (IFHV; EDUSAT) gemeinsam mit dem niederländischen
Roten Kreuz organisierten Seminar am Freitag (7. Juni) ins
Niederländische Kongress-Zentrum. Dort referierten Richter
(u. a. vom Jugoslawien-Tribunal) und andere hochrangige
Experten. Hier zahlte sich einmal mehr die zentrale Lage von
EDUSAT aus: Zahlreiche internationale Gerichte liegen nur
wenige Fußminuten entfernt. Die originelle Konzeption der
Veranstaltung konfrontierte die an der Konferenz von 1977
Beteiligten Referenten mit kritischen Kommentaren: Die
Hauptreferate kommentierten direkt im Anschluss jeweils
junge Völkerrechtlerinnen aus den Niederlanden. Es ging um
Al Qaida, die Taliban oder um neue Verträge zum Schutz der
Zivilbevölkerung bei Konflikten. „Das über allem schwebende
Jubiläum ist bereits Anlass genug, in Verhandlungen zur
Verbesserung des Rechts einzutreten“, erklärte Prof. Fischer
am Freitag.

Tribunal sucht deutsches Personal

Etwa 30 Konventionsbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes
nahmen am Samstag und Sonntag (8./9. Juni) an einer
Fortbildung von EDUSAT teil, die im Seminarraum des Den
Haager Außenbüro der RUB stattfand. Sieben hochkarätige
Völkerrechtsexperten hielten Vorträge zu aktuellen Themen
des humanitären Völkerrechts. Unter ihnen war Wolfgang
Schomburg, der einzige deutsche Richter am
Jugoslawien-Tribunal. Er referierte über die Situation des
Tribunals, wo dringend deutsches Personal benötigt wird.
Aufgrund einer Quote (die sich aus der Finanzierung des
Tribunals ergibt) könnten dort 240 Deutsche arbeiten, es
sind jedoch nur acht. Weiteres deutsches Personal mit nicht
ausschließlich juristischer Ausbildung wird für den
Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag benötigt, der
im Juli seine Arbeit aufnimmt.

Das Haager Außenbüro

Ihr Den Haager Außenbüro unterhält die Ruhr-Uni seit Juni
2001. Es befindet sich im Hotel Golden Tulip Bel Air in Den
Haag. Hotelgäste können sich rund um die Uhr auf einem
Großbildschirm und an zwei Computern in der Hotelhalle über
die RUB informieren – und mittels E-Mail direkt Kontakt
aufnehmen. Mit dem Büro hat EDUSAT die Möglichkeit,
Seminarräume und die von der RUB installierte Technik zu
nutzen. Prof. Horst Fischer vom IFHV initiierte und
konzipierte diesen Bildungssatelliten der RUB in einer der
wichtigsten Städte der Welt.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Horst Fischer, Institut für
Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV),
NA 02/33, Tel.: 0234/32-27366, Fax: 0234/32-14208, E-Mail:
horst.fischer@ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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