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(00153) 06.06.2002 12:38

RUBIN 1/02: Gefährliche "Partnerschaft" zwischen Bakterien und Zigarettenrauch


Bochum, 06.06.2002
Nr. 152


Gefährliche Partnerschaft: Bakterien und Zigarettenrauch
Chlamydien begünstigen chronische Bronchitis
RUBIN 1/2002 ist erschienen


Klein aber gefährlich sind Chlamydien: Ärzte entdeckten die
Bakterien bei Untersuchungen des geschädigten Lungengewebes
von Patienten mit chronischer obstruktiver Lungenerkrankung.
Chlamydien spielen für den Verlauf der Erkrankung eine
wichtige Rolle. Durch ihre Anwesenheit regen sie die
Immunzellen zu stärkerer Aktivität an, was dem Körper mehr
schadet als hilft. Das Enzym der Immunzellen, das eigentlich
schädliche Fremdkörper verdaut, verdaut die Lungenbläschen
gleich mit. Das Gewebe wird von innen durchlöchert,
Atemfläche geht verloren. Der Fund lässt hoffen und erste
Anzeichen sprechen dafür, dass Antibiotika das Fortschreiten
der Krankheit hemmen könnten.

RUBIN im Internet

RUBIN mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet
unter http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rbin1_02

Mit dem Tabakrauch fängt das Leiden an

Die chronische Bronchitis steht an sechster Stelle in der
Rangliste der häufigsten Erkrankungen des Menschen, etwa
zehn Prozent der erwachsenen Deutschen leiden daran. In
ihrem Verlauf können sich die Atemwege so weit verengen,
dass Atemnot auftritt – acht Prozent der Männer und ein
Prozent der Frauen sterben sogar an ihrer „chronischen
obstruktiven Lungenerkrankung“. Das lange Leiden fängt fast
immer mit dem Rauchen an. Durch den Tabakrauch werden die
Bronchialschleimhäute empfindlich für Viren und Bakterien.
Durch die entstehenden Entzündungen schwellen die Atemwege
an. Die eingeatmete Luft kann nun nicht mehr vollständig aus
der Lunge heraus, es bleibt ein Rest zurück. So werden die
winzigen Lungenbläschen überdehnt, sie können bis zu mehrere
Zentimeter groß werden. Schließlich baut der Körper die
Wände der Bläschen ab, es geht „Atemfläche“ verloren. Ein
Lungenemphysem entsteht.

Körpereigene Abwehr durchlöchert die Lunge

Bei diesen Prozessen spielt die körpereigene Immunabwehr
eine wichtige Rolle: Abwehrzellen nehmen normalerweise
schädliche Stoffe auf und verdauen sie mithilfe von Enzymen.
Dabei können die Enzyme aber auch das umliegende Gewebe
schädigen – etwa die Lungenbläschen auflösen. Bei
Untersuchungen von geschädigtem Lungengewebe, das die Ärzte
Kranken entnommen haben, trafen sie unvermutet auf einen
Helfershelfer der Zerstörung: Chlamydien, spezielle
Bakterien, die innerhalb von Wirtszellen überleben und z. B.
auch für Bindehautentzündungen verantwortlich sind. Wie
kleine Kügelchen überziehen sie das Lungengewebe.
Fresszellen der Immunabwehr bilden z. T. Ausläufer zu diesen
Kügelchen hin. Die Anwesenheit der Chlamydien fordert das
Immunsystem zu verstärkter Aktivität heraus – noch mehr
Fresszellen produzieren noch mehr Enzyme, die die Lunge
durchlöchern. Durch die Entdeckung der Chlamydien hoffen
Mediziner, erfolgreich mit Antibiotika gegen die chronische,
obstruktive Lungenkrankheit vorgehen zu können.

Weitere Informationen

PD Dr. Dirk Theegarten, Allgemeine und spezielle Pathologie,
Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, 44780
Bochum, Tel. 0234/32-26761, Fax: 0234/32-14200, E-Mail:
dirk.theegarten@ruhr-uni-bochum.de

Themen in RUBIN 1/2002

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RUBIN 1/2002, wo Sie
auch folgende Themen finden: Bildhauer ohne Hammer und
Meißel; Produkte aus dem Computer; Gezielt gegen Brustkrebs
– Chemotherapie an Ort und Stelle; Besteuerung vereinfachen:
Dann atmen Bürger und Beamte auf; Der männliche Blick auf
die weibliche Imagination; Vegetarische Vampire – Flughunde
als Gärtner im Regenwald; Wenn Marzipan nach Banane riecht –
Riechen bei Insekten erforscht; und in der Rubrik
„Angewandte Forschung“: Juristen lösen den Konflikt:
Hochwasserschutz oder Bautätigkeit? RUBIN ist bei der
Pressestelle der Ruhr-Universität für 2,50 Euro erhältlich.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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