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(00144) 04.06.2002 12:33

RUBIN 1/02 ist erschienen: Neue Hoffnung für Brustkrebspatientinnen


Bochum, 04.06.2002
Nr. 142


Neue Hoffnung für Brustkrebspatientinnen
Tumore von der Blutversorgung abschneiden
RUBIN 1/2002 ist erschienen


Neue Hoffnung für Brustkrebspatientinnen, bei denen keine
herkömmliche Therapie gewirkt hat, eröffnet eine Studie der
Universitätsfrauenklinik im Marienhospital Herne (Prof.
Gerhard Schaller). Die Mediziner verabreichten betroffenen
Frauen eine Kombination zweier neuer Wirkstoffe, die das
Wachstum der Tumore in der Hälfte der Fälle stoppte oder
sogar bewirkte, dass die Tumore sich teilweise
zurückbildeten. Die Medikamente wirken gezielt im Tumor
selbst und schonen gesunde Zellen. Für geplante aufbauende
Studien können sich noch Patientinnen anmelden.

RUBIN im Internet

RUBIN mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet
unter:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rbin1_02/

Der Tumor selbst aktiviert das Medikament

Einer der beiden neuen Wirkstoffe ist Capecitabin; er wird
als Tablette eingenommen. Die Substanz wird durch den Darm
aufgenommen, durch Leberenzyme weiterverarbeitet und
verteilt sich so im ganzen Körper – ist jedoch für gesunde
Zellen völlig wirkungslos. Erst ein Enzym, das nur in
Tumorzellen in größerer Menge vorkommt, aktiviert das
Medikament: Es setzt das Zellgift 5-Fluoruracil frei. Dieses
Gift hemmt die Zellteilung und somit vor allem die
Neubildung von Blutgefäßen, ohne die der Tumor nicht leben
kann. Zugleich impften die Ärzte den Patientinnen den
Wirkstoff Trastuzumab. Er wirkt gegen den
Wachstumsfaktorrezeptor HER 2, der in jedem vierten
Brustkrebstumor vorkommt und ihn besonders aggressiv macht.
Trifft ein Wachstumsfaktor auf den Rezeptor HER 2, so setzt
dieser Enzyme frei, die die Zellteilung verstärken, den
Tumor widerstandsfähiger gegen Chemotherapeutika machen und
die Bildung neuer Blutgefäße anregen. Der Impfstoff, der mit
Hilfe von Mäuse-Antikörpern gewonnen wird, verhindert das
Andocken von Wachstumsfaktoren an den Rezeptor.

Den Tumor nicht zur Ruhe kommen lassen

Ein Grund für den Erfolg der neuen Kombinationstherapie ist
die kontinuierliche Gabe von Medikamenten über eine längere
Zeit. Sie lassen den Tumor nicht zur Ruhe kommen und geben
ihm keine Chance zur Regenerierung wie herkömmliche
Chemotherapien. Diese ziehen die gesunden Körperzellen so
stark in Mitleidenschaft, dass der Patient Ruhephasen
braucht, in denen sich auch der Tumor meist erholt. Die
Forscher suchen noch Teilnehmerinnen für eine aufbauende
Studie mit der Kombinationstherapie.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Gerhard Schaller, Frauenklinik der
Ruhr-Universität Bochum im Marienhospital Herne,
Hölkeskampring 40, 44625 Herne,Tel. 02323/499-1267, Fax:
02323/499-393, E-Mail: gerhard.schaller@ruhr-uni-bochum.de

Themen in RUBIN 1/2002

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RUBIN 1/2002, wo Sie
auch folgende Themen finden: Bildhauer ohne Hammer und
Meißel; Produkte aus dem Computer; Gefährliche
Partnerschaft: Bakterien und Zigarettenrauch; Der männliche
Blick auf die weibliche Imagination; Vegetarische Vampire –
Flughunde als Gärtner im Regenwald; Steuerrecht vereinfachen
– Dann atmen Bürger und Beamte auf; Wenn Marzipan nach
Banane riecht – Riechen bei Insekten erforscht; in der
Rubrik „Angewandte Forschung“: Juristen lösen den Konflikt:
Hochwasserschutz oder Bautätigkeit. RUBIN ist bei der
Pressestelle der Ruhr-Universität für 2,50 Euro erhältlich.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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